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Auf ein Wort „Globale Nachhaltigkeitsagenda im Zentrum der UNESCO-Lehrstühle“

Zwölf UNESCO-Lehrstühle gibt es in Deutschland. Sie haben sich im Heidelberger Commitment  zur Umsetzung der Globalen Nachhaltigkeitsagenda durch Forschung und Lehre verpflichtet. Im Interview erklärt Prof. Dr. Alexander Siegmund, was das genau bedeutet.

Die Globale Nachhaltigkeitsagenda ist Leitbild der UNESCO-Lehrstühle. Welche Themen der Agenda beschäftigen das Lehrstuhl-Netzwerk?

Prof. Dr. Alexander Siegmund © Pontificia Universidad Católica de Chile

Das Netzwerk der UNESCO-Lehrstühle in Deutschland ist so vielfältig wie die Agenda 2030 und die Globalen Nachhaltigkeitsziele. Es reicht von naturwissenschaftlich geprägten Lehrstühlen bis hin zu kulturwissenschaftlichen. Entsprechend stehen sehr viele unterschiedliche Nachhaltigkeitsziele im Fokus der einzelnen Lehrstühle. Wir am UNESCO-Lehrstuhl für Erdbeobachtung und Geokommunikation an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg beschäftigen uns etwa mit Themen wie den geoökologischen Folgen von Landnutzungsveränderungen oder dem Klimawandel und deren Vermittlung an unterschiedliche Zielgruppen – von Schülern bis zu Site Managern von Welterbestätten. Gemeinsam ist allen UNESCO-Lehrstühlen in Deutschland die Arbeit am Globalen Nachhaltigkeitsziel 4 zur Bildung. Wir setzen uns in unserer Lehre ganz konkret für eine Bildung für nachhaltige Entwicklung ein, aber eben aus unterschiedlichen Blickwinkeln – mal mehr aus der ökonomischen, aus der ökologischen, aus der kulturell-sozialen Sichtweise.

Wie können Sie einen Beitrag zur Umsetzung der Globalen Nachhaltigkeitsagenda leisten?

Über unsere Forschung zu Fragen nachhaltiger Entwicklung und die Lehre. In der Lehre haben wir uns jetzt zusammengeschlossen und im vergangenen Jahr auf einem Treffen der UNESCO-Lehrstühle in Deutschland vereinbart, eine Ringvorlesung  zum Thema nachhaltige Entwicklung und den Globalen Nachhaltigkeitszielen, den so genannten Sustainable Development Goals, aufsetzen. Die startet am 6. April an der Leuphana Universität Lüneburg. Unterschiedliche UNESCO-Lehrstühle tragen dazu mit ihrer jeweiligen Expertise bei. So wird deren Vielfalt zusätzlich deutlich. Die Idee ist, dass das keine einmalige Sache ist, sondern künftig unter allen am UNESCO-Lehrstuhlprogramm beteiligten Hochschulen rotiert. Dabei wird sich die Ausgestaltung der Ringvorlesung sicher fortlaufend anpassen an neue Entwicklungen. Wir haben auch schon daran gedacht, das Ganze zu virtualisieren, also die Vorlesung aufzuzeichnen und im Anschluss online zur Verfügung zu stellen. Aber das wären dann weitere Ausbaustufen dieses ersten Testlaufs.

Sie planen zudem, ein Nachhaltigkeitsmodul für alle UNESCO-Lehrstühle in Deutschland zu entwickeln. Wie soll das aussehen?

Wir wollen gemeinsam ein Nachhaltigkeitsmodul entwickeln, in denen die unterschiedlichen Lehrstühle ihre Expertise zu den Globalen Nachhaltigkeitszielen einbringen. Die darin enthaltenen Lehr-Lern-Module können dann auch von anderen Lehrstühlen in Deutschland oder auch darüber hinaus genutzt werden. So wollen wir eine Breitenwirkung zur Vermittlung der Globalen Nachhaltigkeitsziele erzielen. Es soll so eine Art Toolbox sein, die die Themenbreite der Globalen Nachhaltigkeitsagenda abdeckt. Da die Themen so vielfältig sind, kann sie kaum ein Lehrstuhl alleine abdecken. Deshalb haben wir uns zusammengeschlossen und wollen die vorhandene Expertise unter allen UNESCO-Lehrstühlen in Deutschland teilen. Das ist der erste Schritt. In einem zweiten Schritt wollen wir, wenn diese Tools evaluiert und gegebenenfalls weiter optimiert wurden, sie dann auch bundesweit Hochschulen und Universitäten zur Verfügung stellen und für ihre Nutzung werben.

Gibt es einen Austausch, wie ihn die UNESCO-Lehrstühle in Deutschland pflegen, auch anderswo?

Solch einen intensiven Austausch haben, soweit ich das auch als Mitglied der Steuerungsgruppe der UNESCO-Lehrstühle im Wissenschaftssektor bei der UNESCO überblicken kann, nur wenige Länder. Das Sekretariat der UNESCO will den Austausch innerhalb der Mitgliedsstaaten und mit der UNESCO in Paris künftig noch stärker intensivieren. Besonders im kulturwissenschaftlichen und im naturwissenschaftlichen Bereich beobachte ich das, unter anderem durch die Entwicklung von Aktionsplänen und Vernetzungsangeboten. Vielleicht kann das Netzwerk der UNESCO-Lehrstühle in Deutschland dafür auch ein gutes Beispiel sein.

Sie planen Forschungstätigkeiten zwischen den UNESCO-Lehrstühlen in Deutschland und weltweit zu intensivieren. Welche Vorhaben gibt es konkret?

Es gibt sehr viele Initiativen. Ich will die Arbeitsweise der UNESCO-Lehrstühle mal anhand meiner eigenen Arbeit beispielshaft erklären. Mein UNESCO-Lehrstuhl für Erdbeobachtung und Geokommunikation von Welterbestätten und Biosphärenreservaten kooperiert beispielsweise intensiv zum Thema Biosphärenreservate mit UNESCO-Lehrstühlen in anderen Ländern. Wir setzen gerade ein gemeinsames EU-Proiekt auf, in dem es darum geht, das Monitoring von Biosphärenreservaten zu optimieren. 2019 wird es eine größere Evaluierungswelle von Biosphärenreservaten seitens der UNESCO geben und viele Biosphärenreservate haben nicht mal die grundlegendsten Daten über ihre eigenen Flächen, geschweige denn ein systematisches Monitoring. Da kam die UNESCO mit der Bitte um Hilfe auf uns zu, das dortige Programm „Mensch und die Biosphäre“ bei diesen Aktivitäten zu unterstützen. Mit unserem geplanten EU-Projekt wollen wir nun die Manager der Biosphärenreservate in die Lage versetzen, selbst ein Monitoring mit der großen Flut von kostenlos verfügbaren Satelliten-Daten und einer von uns entwickelten Software durchzuführen. Der zuständige UNESCO-Sektor nutzt hier unsere Arbeit und Expertise sehr umfassend. Das freut uns – so wird die Idee der UNESCO-Lehrstühle als globale „Think Tanks“ lebendig.

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