Kultur und Natur

Aufnahmeverfahren für das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes

Die Erstellung des Bundesweiten Verzeichnisses des Immateriellen Kulturerbes ist mit einem mehrstufigen Verfahren verbunden, an dem die Länder und die Kulturministerkonferenz, die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien und die Deutsche UNESCO-Kommission beteiligt sind.

Zivilgesellschaftliche Gruppen – die praktizierende „Trägergemeinschaft“ – können Vorschläge zur Aufnahme in das Verzeichnis machen. Es besteht die Möglichkeit, eine Kulturform für das Bundesweite Verzeichnis oder ein Modellprogramm für das Register Guter Praxisbeispiele der Erhaltung Immateriellen Kulturerbes vorzuschlagen. Das Register ist Teil des Bundesweiten Verzeichnisses.

Bewerbungsphase von April bis November 2021

Alle zwei Jahre findet eine Bewerbungsrunde statt. Die aktuelle Bewerbungsphase läuft vom 1. April bis zum 30. November 2021. Bundesweit gilt ein einheitliches Bewerbungsformular. Für alle Fragen rund um die Bewerbung gibt es ein Merkblatt.

Die Kulturformen und Modellprogramme müssen im Sinne des UNESCO-Übereinkommens zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes sein und die Kriterien zur Aufnahme erfüllen. Bewerbungsdossiers können während einer Bewerbungsrunde im entsprechenden Bundesland eingereicht werden. Bewerbungen, die nicht einem Bundesland zugeordnet werden können, werden im jeweiligen Sitzland der Trägergemeinschaft(en) eingereicht.

Jedes Bundesland trifft eine Vorauswahl und kann bis zu vier Bewerbungen an das Sekretariat der Kultusministerkonferenz weiterleiten. Die bundesweite Vorschlagsliste wird an das unabhängige Expertenkomitee Immaterielles Kulturerbe bei der Deutschen UNESCO-Kommission weitergeleitet. Das Komitee prüft und bewertet die Bewerbungsdossiers nach den Kriterien für das Immaterielle Kulturerbe und empfiehlt Kulturformen oder Modellprogramme zur Aufnahme in das Verzeichnis. Die Kulturministerkonferenz und die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien bestätigen abschließend die Auswahlempfehlungen des Expertenkomitees.

Kriterien zur Aufnahme einer Kulturform in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes

Kriterien zur Aufnahme eines Programms, Projekts oder einer Aktivität für das Register Guter Praxisbeispiele der Erhaltung Immateriellen Kulturerbes

Bewerbungsmodalitäten für das Bundesweite Verzeichnis und das Register Guter Praxisbeispiele

Kurz erklärt: Was ist Immaterielles Kulturerbe?
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Weiterführende Informationen

Derzeit können Bewerbungen für das Aufnahmeverfahren für das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes eingereicht werden. Die Bewerbungsphase läuft bis zum 30. November 2021.

Zeitplan und Übersicht des Aufnahmeverfahrens für das Bundesweite Verzeichnis (PDF)

Bewerbungsformular (PDF)

Merkblatt zur Bewerbung (PDF)

Hinweise für fachliche Begleitschreiben für Bewerbungen (PDF)

Ethische Prinzipien im Umgang mit dem Immateriellen Kulturerbe (PDF)

Häufig gestellte Fragen (FAQ) (PDF)

Musterbewerbungen

Folgende Musterbewerbungen stehen beispielhaft für erfolgreiche Anträge - die beiden ersten als Kulturformen, die dritte für das Register Guter Praxisbeispiele. Sie können Antragsstellenden Orientierung und Inspiration bieten.

Streuobstanbau

Schwörtagstraditionen in ehemaligen Reichsstädten

Die Vielfalt des Sagenerzählens in Mecklenburg-Vorpommern

Aufnahme einer Kulturform in eine internationale UNESCO-Liste

Die Nominierung einer Kulturform für eine der UNESCO-Listen des Immateriellen Kulturerbe durch Deutschland als Vertragsstaat des UNESCO-Übereinkommens setzt eine erfolgreiche Eintragung im Bundesweiten Verzeichnis voraus. Pro Jahr ist nach den UNESCO-Regularien maximal eine eigenständige Nominierung pro Vertragsstaat möglich. 

Alle im Bundesweiten Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes geführten Kulturformen sind für eine UNESCO-Nominierung auswählbar. Das unabhängige Expertenkomitee Immaterielles Kulturerbe der Deutschen UNESCO-Kommission trifft eine Nominierungsempfehlung, die von der Kulturministerkonferenz und der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien bestätigt werden muss.

Für diese Auswahl prüfen die Expertinnen und Experten Kriterien wie den Beitrag der Kulturform zur Vielfalt auf den UNESCO-Listen, das innovative Potential im Sinne von „Wissen. Können. Weitergeben.“, oder den möglichen Beitrag der Kulturform zu nachhaltiger Entwicklung und zur Bewältigung sonstiger gesellschaftlicher Herausforderungen. Wichtig sind ebenfalls der potenzielle Beitrag einer Nominierung zur Entwicklung einer offenen und demokratischen Gesellschaft sowie ihr Potenzial für internationale Zusammenarbeit.

Nominierungen für eine der internationalen UNESCO-Listen des Immateriellen Kulturerbes werden durch eine nationale Regierung bei der UNESCO eingereicht. Vertragsstaaten können jedes Jahr zum 31. März Nominierungen einreichen. Der Evaluierungsprozess und die endgültige Entscheidung über die Aufnahme erstrecken sich bis zum Ende des Folgejahres. Über die Aufnahme entscheidet der Zwischenstaatliche Ausschuss des UNESCO-Übereinkommens nach eingehender Evaluierung durch einen Beratungsausschuss.

UNESCO-Listungen aus Deutschland

Aufnahmen und Nominierungen von Kulturformen und Modellprogrammen aus Deutschland

Links zu den UNESCO-Listen

Die drei Listen des UNESCO-Übereinkommens zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes:

Repräsentative Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit

Liste des dringend erhaltungsbedürftigen Immateriellen Kulturerbes

Register Guter Praxisbeispiele

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