Kultur und Natur

Geoparks weltweit

Im November 2015 hat die UNESCO-Generalkonferenz die Auszeichnung als „UNESCO Global Geoparks“ neu geschaffen, sie wird verliehen durch das „International Geoscience and Geoparks Programme“ (IGGP) der UNESCO. Dies ist somit eine weitere Kategorie von UNESCO-Stätten – neben den Welterbestätten und den Biosphärenreservaten.

Mit der Schaffung dieser Auszeichnung hat die UNESCO allen Geoparks, die zuvor Teil des „Global Geoparks Network“ waren, die Auszeichnung als UNESCO-Geoparks verliehen. Die UNESCO hatte das  „Global Geoparks Network“ bereits seit dessen Gründung 1998 eng begleitet. Alle UNESCO-Geoparks müssen auch Mitglied sein im „Global Geoparks Network“ und mit jährlich 1.000 USD die Facharbeit der UNESCO zu Geoparks in Entwicklungsländern unterstützen.

140 UNESCO-Geoparks in 38 Ländern arbeiten sehr eng in diesem globalen Netzwerk zusammen. Vertreter aller Geoparks weltweit treffen sich alle zwei Jahre auf der Internationalen Konferenz für UNESCO-Geoparks, um dort Fachwissen zu teilen, strategische Themen voranzubringen und gemeinsame Projekte zu starten. Im Rahmen regionaler Netzwerke, wie zum Beispiel dem European Geoparks Network (EGN), kommen die Geoparks zweimal jährlich zusammen. Daneben bestehen mehrere internationale Arbeitsgruppen. Geoparks haben informelle und formale Partnerschaften rund um den Globus.

Erweiterung des Netzwerks und Arbeit über Grenzen hinweg

Das Netzwerk wächst pro Jahr um etwa 10 bis 20 Geoparks, wobei neue Anträge um die Auszeichnung als UNESCO-Geoparks sehr streng geprüft werden und nur etwa die Hälfte der Anträge bewilligt werden. Um eine geographisch ausgewogene Verteilung der UNESCO-Geoparks zu gewährleisten, darf jeder Mitgliedstaat zu jedem Zeitpunkt nur zwei Bewerbungen „in Bearbeitung“ haben.

Vier der 127 UNESCO-Geoparks sind grenzüberschreitend, was eine besonderes enge Kooperation zwischen den jeweiligen Partnerländern voraussetzt und unmittelbar dem Hauptziel der UNESCO entspricht: der Förderung der Zusammenarbeit zwischen den Völkern. Bei den grenzüberschreitenden UNESCO-Geoparks handelt es sich um den deutsch-polnischen Geopark Muskauer Faltenbogen/Łuk Mużakowa, den österreichisch-slowenischen Geopark Karawanken/Karavanke, den ungarisch-slowakischen Geopark Novohrad-Nógrád und den irisch-britischen Geopark Marble Arch Caves.

UNESCO-Geoparks und die globalen Nachhaltigkeitsziele

Bis zum Jahr 2030 will die Weltgemeinschaft 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung erreichen; diese „Sustainable Development Goals“ (SDGs) der Agenda 2030 wurden 2015 verabschiedet. UNESCO-Geoparks leisten einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der SDGs, unter anderem durch ganzheitliche Bildungskonzepte und die Förderung des Bewusstseins für gesellschaftliche Schlüsselherausforderungen. Dabei übersetzen die UNESCO-Geoparks die Agenda 2030 in die Gegebenheiten vor Ort: Welche Schwerpunktthemen sind auf lokaler Ebene kurzfristig und langfristig wichtig? Wie kann der Geopark Zukunftsoptionen aufzeigen? Welche bereits laufenden Projekte lassen sich mit konkreten Zielen der Agenda 2030 verknüpfen? So leisten die UNESCO-Geoparks mit ihren Beiträgen zur Globalen Nachhaltigkeitsagenda immer auch wichtige Beiträge auf kommunaler und Landesebene.

Modellregionen für nachhaltige Entwicklung: UNESCO-Geoparks

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