Pressemitteilung,

3. Mai: Welttag der Pressefreiheit

Hochrangiger Online-Dialog über Pressefreiheit und die Bekämpfung von Desinformation im Kontext von Covid-19 mit UN-Generalsekretär António Guterres

Am 3. Mai ist Welttag der Pressefreiheit. In diesem Jahr lautet das Leitthema „Journalism without Fear or Favour“ („Journalismus ohne Angst oder Bevorzugung“). Weltweit wird auf die Sicherheit von Journalistinnen und Journalisten und Medienschaffenden, die Notwendigkeit eines unabhängigen und professionellen Journalismus und die Gleichheit der Geschlechter in allen Aspekten der Medien hingewiesen.

Den diesjährigen UNESCO/Guillermo Cano-Preis für Pressefreiheit erhält die kolumbianische Journalistin Jineth Bedoya Lima. Lima hat viel über den bewaffneten Konflikt und den Friedensprozess in Kolumbien sowie über sexuelle Gewalt gegen Frauen geschrieben. Sie selbst wurde im Rahmen ihrer journalistischen Tätigkeit Opfer von sexuellem Missbrauch und Gewalt.  

Prof. Dr. Maria Böhmer, Präsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission, betont anlässlich des Welttags der Pressefreiheit: „Eine freie und unabhängige Presse ist zu jeder Zeit eines der höchsten Güter unserer Gesellschaft. Globale Krisen wie die aktuelle Covid-19-Pandemie führen die große Bedeutung korrekt recherchierter Fakten und guter Informationsaufbereitung umso mehr vor Augen. Wir brauchen unabhängige, professionelle Journalistinnen und Journalisten, die Unwissenheit und Unsicherheit entgegenwirken. Ihre Unabhängigkeit muss gestärkt und ihre Sicherheit gewährleistet werden.“

Aufgrund der Covid-19-Pandemie werden zahlreiche Debatten und Workshops online stattfinden. Die ursprünglich für April geplante UNESCO-Weltkonferenz zur Pressefreiheit wurde wegen Covid-19 verschoben und soll vom 18. bis 20. Oktober in Den Haag stattfinden.

Zentrale Events der UNESCO anlässlich des Welttags der Pressefreiheit 2020:

  • 30. April: Veröffentlichung der gemeinsamen Erklärung der Sonderberichterstatter für Meinungsfreiheit zu den Herausforderungen an die Meinungsfreiheit im Zusammenhang mit Wahlen im digitalen Zeitalter,
  • 3. Mai, 17-20 Uhr: Interaktiver Livestream mit Guilherme Canela, Leiter der Abteilung Meinungsfreiheit der UNESCO auf www.differenceday.com,
  • 4. Mai, 17-18:30 Uhr: Hochrangiger Dialog über Pressefreiheit und die Bekämpfung von Desinformation im Kontext von Covid-19 als Facebook-Live-Veranstaltung, u. a. mit UN-Generalsekretär António Guterres, UNESCO-Generaldirektorin Audrey Azoulay, der Hohen Kommissarin für Menschenrechte der Vereinten Nationen Michelle Bachelet, der Britischen Sonderbeauftragten für Medienfreiheit Amal Clooney (angefragt), dem Präsidenten der International Federation of Journalists Younes M‘Jahed, sowie Regierungsvertreterinnen und -vertretern der UNESCO-Mitgliedstaaten und Journalistinnen und Journalisten,
  • 5. Mai: Veröffentlichung des Welt-Trends-Berichts mit Fokus auf die Unabhängigkeit der Medien und einem Sonderbeitrag zur Pressefreiheit in Zeiten von Covid-19,
  • 6. Mai, 15-16:45 Uhr: Online-Diskussion zur Sicherheit von Journalisten während der Covid-19-Pandemie (Anmeldung bis 4. Mai per E-Mail an wpfd@unesco.org, Betreff „Registration for safety of journalists amid COVID-19 panel”).

Hintergrund

Auf Empfehlung der UNESCO erklärte die Generalversammlung der Vereinten Nationen 1993 den 3. Mai zum Welttag der Pressefreiheit. Dahinter steht die Forderung, dass jede Journalistin und jeder Journalist überall auf der Welt das Recht haben müsse, frei und ohne Angst berichten zu können, da die Einschränkung der Pressefreiheit immer auch eine Beschränkung der Demokratie sei. Seither richten zahlreiche Organisationen und Institutionen an diesem Tag den Blick auf den Stand der Pressefreiheit weltweit. Der Tag soll außerdem an Journalistinnen und Journalisten erinnern, die aufgrund ihrer Arbeit verfolgt werden, inhaftiert sind oder ermordet wurden.

Die UNESCO hat als einzige Sonderorganisation der Vereinten Nationen das Mandat, die Meinungs- und Pressefreiheit zu schützen. Sie unterstützt den Aufbau unabhängiger und pluralistischer Medien. Besonders in Krisen- und Konfliktregionen hilft die UNESCO freien und unabhängigen Medien dabei, Prozesse der Konfliktlösung, der Demokratisierung und der Friedenssicherung voranzutreiben und zu gestalten. Mit zahlreichen regionalen Projekten fördert sie die Aus- und Fortbildung von Journalisten. Auch die Sicherheit von Medienschaffenden ist ein Aspekt der Meinungs- und Pressefreiheit: Die UNESCO prangert die Ermordung von Journalistinnen und Journalisten an und fordert verstärkte Maßnahmen zur Aufklärung von Verbrechen an ihnen.

Der UNESCO/Guillermo Cano-Preis für Pressefreiheit wird seit 1997 jährlich von der UNESCO vergeben. Er zeichnet Personen oder Organisationen aus, die oft unter hohem Risiko einen herausragenden Beitrag zur Verteidigung oder Förderung der Pressefreiheit geleistet haben. Der Preis ist nach dem kolumbianischen Journalisten Guillermo Cano Isaza benannt, der 1986 vor dem Redaktionsgebäude seiner Zeitung in Bogotá hingerichtet wurde.

Pressekontakt

Deutsche UNESCO-Kommission
Pressesprecherin
Stephanie Laumen
Telefon: +49 30 80 20 20-144
E-Mail: laumen(at)unesco.de