#SOSAfricanHeritage

UNESCO-Biosphärenreservat Mono: Digitalisierung für den Naturschutz

Mit gezielten Digitalisierungsmaßnahmen möchte die Nichtregierungsorganisation Eco-Benin im Rahmen des Sonderprogramms #SOSAfricanHeritage den Druck auf das UNESCO-Biosphärenreservat Mono in Benin lindern.

Das Sonderprogramm

Ziel des Sonderprogramms #SOSAfricanHeritage der Deutschen UNESCO-Kommission ist es, an 22 Welterbestätten und Biosphärenreservaten in Ländern Afrikas zum Erhalt selbstständiger und dauerhaft tragfähiger Organisationsstrukturen beizutragen sowie Räume zu sichern, die der Bildung für Weltoffenheit und Nachhaltigkeit sowie der kulturellen Vielfalt gewidmet sind. 

Alle 22 Förderprojekte

Das Biosphärenreservat Mono erstreckt sich im Südwesten von Benin und Togo über eine Fläche von 346.285 ha. Das Gebiet umfasst die Schwemmlandebene und die Delta- und Uferbereiche des Flusses Mono. Es ist ein Mosaik aus unterschiedlichen Ökosystemen, das hauptsächlich aus Mangroven, Savannen, Lagunen, Überschwemmungsgebieten und Wäldern besteht. Im Gebiet des Reservats leben fast zwei Millionen Menschen, die sich durch Land-, Weide-, und Forstwirtschaft sowie von Fischerei ernähren. 

Am Standort Bouche du Roy in Benin liegt der Fokus unter anderem auf dem Erhalt der Mangrovenwälder, der Lagunensysteme, dem Meer und den Eiablageplätzen von vier Arten von Meeresschildkröten und Seekühen, die laut der Weltnaturschutzunion (IUCN) bedroht sind. 

Durch den Raubbau an Mangrovenwäldern und Fischereiressourcen, die Wilderei von Meeresschildkröten und Seekühen sowie die Verschmutzung der Gewässer durch Plastikabfälle wird das Biosphärenreservat besonders gefährdet. 

Um diese Belastungen zu verringern und gleichzeitig eine nachhaltige Bewirtschaftung der Ökosysteme zu gewährleisten, wurden in den vergangenen Jahren Überwachungspatrouillen und Sensibilisierungsmaßnahmen eingeführt. 

Einschränkungen durch Pandemie 

Aufgrund der Pandemie bedingten Einschränkungen wurden all diese Aktionen gestoppt. Wurden im Jahr 2019 im Rahmen der ökologischen Überwachung nur 19 Gebiete mit degradierten Mangrovensümpfen identifiziert, ist diese Zahl im Mai 2020 - ohne Patrouillen - auf 59 degradierte Gebiete angewachsen. Zudem hat der abrupte Stopp der Tourismuseinnahmen die Überfischung und Zerstörung von Flora und Fauna verstärkt.

Abhilfe durch digitales Monitoring, virtuellen Tourismus und Online-Training 

Mithilfe des von der Deutschen UNESCO-Kommission geförderten Projekts möchte die Nichtregierungsorganisation Eco-Benin bis Ende des Jahres 2020 anhand gezielter Digitalisierungsmaßnahmen den Druck auf das Naturschutzgebiet lindern: Die Einführung des digitalen Patrouillenüberwachungssystems SMART soll ein Monitoring auch in Pandemiezeiten ermöglichen. Hierfür werden nicht nur die notwendige Technik angeschafft, sondern auch die Patrouillen entsprechend geschult. Darüber hinaus soll über eine Website ein virtueller Tourismus im Biosphärenreservat ermöglicht werden. Besucher können per Bezahlvideo das Reservat besuchen oder gezielt für Schutzmaßnahmen spenden. Für die lokale Bevölkerung - insbesondere für junge Menschen - veranstaltet Eco-Benin ein Online-Training, um Wissen über das marine Ökosystem zu vermitteln und Bewusstsein für die Notwendigkeit von Schutzmaßnahmen zu steigern. 

Das Konsortium

Mit dem Sonderporgramm beteiligt sich die Deutsche UNESCO-Kommission am Konsortium des Internationalen Hilfsfonds 2020, der auf Initiative des Auswärtigen Amtes und des Goethe-Instituts im Sommer 2020 eingerichtet wurde, um Organisationen aus Kultur und Bildung im Ausland schnell in der Corona-Pandemie zu unterstützen.

Website des Hilfsfonds

Das Förderprojekt

  • Geförderte Stätte: Mono
  • Land: Benin und Togo
  • Art der Stätte: UNESCO-Biosphärenreservat
  • Auszeichnungsjahr: 2017 

 

Website des UNESCO Man and Biosphere Programms

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