#SOSAfricanHeritage

UNESCO-Welterbe Mont Nimba: Kartierung für den Tierschutz

Im guineischen UNESCO Welterbe Berg Nimba setzte das Site-Management die #SOSAfricanHeritage-Mittel für Anti-Wilderei-Patrouillen, die Bekämpfung von Bränden, Informationskampagnen und die Kartierung von Lebensräumen von Menschenaffen ein.

Das Sonderprogramm

Ziel des Sonderprogramms #SOSAfricanHeritage der Deutschen UNESCO-Kommission ist es, UNESCO Welterbestätten und Biosphärenreservate in Ländern Afrikas bei der Bewältigung der Covid-19-Pandemie zu unterstützen. Dadurch trägt #SOSAfricanHeritage zum Erhalt selbstständiger und dauerhaft tragfähiger Organisationsstrukturen bei und sichert Räume, die der Bildung für Weltoffenheit und Nachhaltigkeit sowie der kulturellen Vielfalt gewidmet sind.

Alle 22 Förderprojekte

Ein wahrer „Wasserturm“ mit etwa fünfzig Quellen ist die zwischen Côte d’Ivoire und Guinea liegende Bergkette, deren höchsten Punkt der Berg Nimba mit 1.752 Metern darstellt. Die Berghänge, die auf den unteren Ebenen mit dichtem Wald und grasbewachsenen Bergweiden bedeckt sind, beheimaten eine besonders reiche endemische Flora und Fauna. Das Naturschutzgebiet rund um die Bergkette erstreckt sich über eine Gesamtfläche von 17.540 Hektar, davon 12.540 in Guinea und 5.000 in Côte d’Ivoire.

Im UNESCO-Welterbe, welches auch als UNESCO-Biosphärenreservat anerkannt ist, finden sich vielfältige endemische Tier- und Pflanzenarten, deren Populationen für den gesamten afrikanischen Kontinent relevant sind. Insbesondere bedrohte Arten wie die Mikropotamogale und die lebendgebärende Kröte des Berges Nimba sowie Schimpansen, die Steine als Werkzeuge benutzen, sind hier beheimatet.

Einschränkungen durch Pandemie

Die Präfektur Lola, in welcher das Welterbe Berg Nimba liegt, ist bislang weniger von Covid-19 betroffen. Die Verwaltung des Biosphärenreservats bzw. der Welterbestätte konnte bisher aufrechterhalten werden. Jedoch ist das Naturschutzgebiet seit Jahrzehnten durch den erhöhten Druck der in der Region lebenden Bevölkerung bedroht. Die Bevölkerung wächst stark und ihre Nachfrage nach natürlichen Ressourcen steigt. Zwar haben die naturnahen Wälder, die die Hänge des Nimba-Massivs bedecken, bislang keinen großen Schaden erlitten, aber die Fauna ist sehr stark von Wilderei betroffen. Das Welterbe steht daher seit 1992 auf der UNESCO-Liste des gefährdeten Welterbes.

Abhilfe durch Patrouillen, Daten und Bewusstseinsbildung

Das von der Deutschen UNESCO-Kommission geförderte Projekt stärkte die grundlegenden Schutzmaßnahmen im Naturschutzgebiet. Vermehrte Durchsuchungs- und Anti-Wilderei-Patrouillen ermöglichten das Aufspüren von drei Wilderern und 150 Kabelfallen. Die teilweise grenzübergreifenden Patrouillen verbesserten auch die Zusammenarbeit zwischen den für das Schutzgebiet verantwortlichen Institutionen auf Seiten Guineas und der Côte d’Ivoire. Beschäftigte der Parkverwaltung wurden außerdem im Monitoring von Wildtieren geschult. Nun können sie durch den Einsatz von GPS-Geräten Übersichtskarten zur Sichtung von Menschenaffen erstellen und so zum Beispiel besonders wichtige Patrouillenrouten erarbeiten.

Teil des Projekts war außerdem das Anlegen von Brandschneisen im Biosphärenreservat, welche eine rasche Ausbreitung von Buschfeuern verhindern sollen. In angrenzenden Dörfern organisierte das Biosphärenreservatsbüro zudem Informationskampagnen. Diese sensibilisierten die lokale Bevölkerung neben der Bekämpfung von Buschbränden auch für Themen wie Wilderei, Holzeinschlag oder Holzkohleproduktion. Als Konsequenz war bereits im Projektzeitraum ein Rückgang der Brände erkennbar.

Das Konsortium

Mit dem Sonderporgramm beteiligt sich die Deutsche UNESCO-Kommission am Konsortium des Internationalen Hilfsfonds 2020, der auf Initiative des Auswärtigen Amtes und des Goethe-Instituts im Sommer 2020 eingerichtet wurde, um Organisationen aus Kultur und Bildung im Ausland schnell in der Corona-Pandemie zu unterstützen.

Website des Hilfsfonds

Das Förderprojekt

  • Geförderte Stätte: Mont Nimba
  • Land: Guinea, Côte d’Ivoire
  • Art der Stätte: UNESCO-Biosphärenreservat und UNESCO-Welterbe (Naturerbe)
  • Auszeichnungsjahr UNESCO-Biosphärenreservat: 1980
  • Auszeichnungsjahr UNESCO-Welterbe: 1982

 

Website des UNESCO Man and Biosphere Programms

Website des UNESCO-Welterbezentrums

#SOSAfricanHeritage Ergebnispublikation

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