#SOSAfricanHeritage

UNESCO-Biosphärenreservat Ziama-Massiv: Naturschutz durch Partizipation

Im Biosphärenreservat Ziama-Massiv in Guinea investierte das dortige MAB-Komitee die #SOSAfricanHeritage-Mittel in partizipative Sensibilisierungskampagnen für mehr Naturschutz und Hygienemaßnahmen. Die Bevölkerung ist nun besser über die Folgen von Wilderei, Entwaldung und Covid-19 informiert.

Das Sonderprogramm

Ziel des Sonderprogramms #SOSAfricanHeritage der Deutschen UNESCO-Kommission ist es, UNESCO Welterbestätten und Biosphärenreservate in Ländern Afrikas bei der Bewältigung der Covid-19-Pandemie zu unterstützen. Dadurch trägt #SOSAfricanHeritage zum Erhalt selbstständiger und dauerhaft tragfähiger Organisationsstrukturen bei und sichert Räume, die der Bildung für Weltoffenheit und Nachhaltigkeit sowie der kulturellen Vielfalt gewidmet sind.

Alle 22 Förderprojekte

Das Biosphärenreservat Ziama-Massiv befindet sich an der Grenze zu Liberia im Südosten Guineas und etwa 100 Kilometer von der Stadt N’Zérékoré entfernt. Der Wald ist dicht, immergrün oder halb-immergrün. Der Ziama-Wald ist ein Refugium für mehrere seltene, gefährdete und bedrohte Arten. Die 124 bekannten Säugetierarten umfassen Elefanten, Affen, Büffel, Zwergflusspferde, Schimpansen, Huftiere und verschiedene fleischfressende Tiere. Darüber hinaus gibt es unterschiedlichste Fledermaus-, Nagetier-, Vogel- und Reptilienarten.

Der Wald ist einer der wichtigsten Lebensräume für endemische Arten des großen oberguineischen Waldblocks zwischen Sierra Leone, Liberia und Côte d’Ivoire.

Einschränkungen durch Pandemie

Seit März 2020 hat die Regierung in Guinea Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie ergriffen, darunter unter anderem die Schließung der Grenzen, „physical distancing“ und Personalabbau im öffentlichen Dienst. Laut einer Analyse des WWF vom Juni 2020 nahm die Abholzung der Tropenwälder im März, als sich Covid-19 weltweit ausbreitete, um 150 Prozent zu.

Auch in Guinea, insbesondere im Biosphärenreservat Ziama, haben die Corona-Schutzmaßnahmen und der Personalabbau in den Dienststellen zu einer Verringerung der Wachpatrouillen geführt. Die Folgen sind mehr illegale Abholzung und Wilderei. Der Kaufkraftverlust aufgrund der durch Covid-19 verursachten Beeinträchtigung der Wirtschaft hat einen großen Teil der lokalen Bevölkerung dazu veranlasst, auf die Nutzung von Waldprodukten, zum Beispiel Heilpflanzen und Wildfrüchte, sowie auf die Wilderei geschützter Arten zurückzugreifen, um ihr Einkommen zu sichern.

Abhilfe durch Information und Arbeit mit Akteuren vor Ort

Ziel des Förderprojekts war es, den Naturschutz im Biosphärenreservat Ziama zu stärken, indem die Kompetenzen der lokalen Bevölkerung zur Bekämpfung von Wilderei und Entwaldung verbessert werden. Daher führte das MAB-Nationalkomitee von Guinea Informationsveranstaltungen in acht Dörfern durch, die besonders nah an den Kern- oder Pflegezonen des Biosphärenreservats liegen. Hierfür identifizierte das Komitee zunächst mithilfe einer Befragung verschiedener lokaler Mandatspersonen wichtige Akteure in der Region, wie zum Beispiel Gruppen, die für die in Landwirtschaft, Jagd, Viehzucht und Handwerk tätigen Frauen und Männer sprechen. In den Schulungen wurde unter anderem die Zonierung des Schutzgebiets und die in jeder Zone erlaubten bzw. verbotenen Aktivitäten, das Forstgesetzbuch, das Wildtierschutzgesetz und die Jagdbestimmungen sowie Strategien zur Bekämpfung von Wilderei und Entwaldung behandelt. Die entsprechenden Gesetzestexte waren zuvor in die drei Lokalsprachen übersetzt worden. Auch Hygienemaßnahmen zum Schutz gegen Covid-19 waren Teil der Schulungen und es wurden Gesundheitskits an die Bevölkerung verteilt.

Im Rahmen der Informationskampagne stellte das MAB-Nationalkomitee entlang der Nationalstraßen vier Sensibilisierungstafeln zur Bekämpfung von Wilderei und Entwaldung auf und verteilte Informationsbroschüren. Der Radiosender „Rurale de N’zérékoré“ strahlte weitere Sensibilisierungsbotschaften in den lokalen Sprachen aus.

Das Konsortium

Mit dem Sonderporgramm beteiligt sich die Deutsche UNESCO-Kommission am Konsortium des Internationalen Hilfsfonds 2020, der auf Initiative des Auswärtigen Amtes und des Goethe-Instituts im Sommer 2020 eingerichtet wurde, um Organisationen aus Kultur und Bildung im Ausland schnell in der Corona-Pandemie zu unterstützen.

Website des Hilfsfonds

Das Förderprojekt

  • Geförderte Stätte: Ziama-Massiv
  • Land: Guinea
  • Art der Stätte: UNESCO-Biosphärenreservat
  • Auszeichnungsjahr UNESCO-Biosphärenreservat: 1980

 

Website des UNESCO Man and Biosphere Programms

#SOSAfricanHeritage Ergebnispublikation

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