#SOSAfricanHeritage

UNESCO-Welterbe Ökosystem und Kulturlandschaft von Lopé-Okanda: Resilienz durch Immaterielles Kulturerbe

Mithilfe von Aufklärungskampagnen und einem Inventar des Immateriellen Kulturerbes vor Ort soll im Rahmen des von der Deutschen UNESCO-Kommission geförderten Projektes die Resilienz der Welterbestätte gestärkt werden. 

Das Sonderprogramm

Ziel des Sonderprogramms #SOSAfricanHeritage der Deutschen UNESCO-Kommission ist es, UNESCO Welterbestätten und Biosphärenreservate in Ländern Afrikas bei der Bewältigung der Covid-19-Pandemie zu unterstützen. Dadurch trägt #SOSAfricanHeritage zum Erhalt selbstständiger und dauerhaft tragfähiger Organisationsstrukturen bei und sichert Räume, die der Bildung für Weltoffenheit und Nachhaltigkeit sowie der kulturellen Vielfalt gewidmet sind.

Alle 22 Förderprojekte

Die Welterbestätte Lopé-Okanda (Ökosystem und Relikt-Kulturlandschaft) ist eine ungewöhnliche Schnittstelle zwischen weiter Savanne und dichtem, gut erhaltenem tropischen Regenwald. Das Naturerbe beherbergt nicht nur eine große Vielfalt an Lebensräumen und Arten, einschließlich gefährdeter Großsäuger, sondern veranschaulicht auch biologische Anpassungsprozesse an postglaziale Klimaveränderungen.

Etwa 1.800 Felszeichnungen zeugen von verschiedenen Völkern, die ausgedehnte und vergleichsweise gut erhaltene Siedlungsrelikte rund um Berggipfel, Höhlen und Unterstände hinterlassen haben. Diese Fundstätten aus dem Neolithikum und der Eisenzeit sind Bestandteil einer wichtigen ehemaligen Migrationsroute, welche die Entwicklung des gesamten subsaharischen Afrikas geprägt hat. Entlang dieser Route zogen die Bantu und andere Völker aus Westafrika entlang des Ogooué-Tals in den Norden der dichten, immergrünen Kongowälder sowie in den zentralen Osten und in das südliche Afrika.

Einschränkungen durch Pandemie

Das Auftreten des ersten Falls von Covid-19 in Gabun im März 2020 veranlasste die nationalen Behörden, zahlreiche Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Diese Maßnahmen hatten umfangreiche Auswirkungen auf den Lopé-Nationalpark sowie auf die in und um den Park lebende Bevölkerung. Dies beinhaltete die Schließung von Hotels und Restaurants, ein Besuchsverbot, die Reduzierung der lokalen Produkte auf den Märkten sowie die Einstellung aller kulturellen Aktivitäten.

Die Ausbreitung des Virus in den Dörfern führte auch zu einem erheblichen Rückgang der Landwirtschaft, was die Nahrungsmittelversorgung der Bevölkerung gefährdet. Es verbreiten sich viele Falschinformationen über das Virus.

Abhilfe durch Information, neuen Einkommensquellen und traditionelles Wissen

Das von der Deutschen UNESCO-Kommission geförderte Projekt trug dazu bei, die Resilienz der Welterbestätte zu stärken und die Bewältigung der Pandemie zu erleichtern. Die Nationalparkverwaltung erstellte ein Inventar des lokalen Immateriellen Kulturerbes, um kollektives Wissen zum Umgang mit früheren Epidemien zu sichern und zu verbreiten. Dazu wurden Gemeindemitglieder über traditionelle Heilmethoden sowie den Umgang mit früheren Epidemien wie zum Beispiel Ebola befragt. Dieses kollektive Wissen floss in eine Informationskampagne ein, mit der die lokale Bevölkerung über die Covid-19-Pandemie sowie über Schutzmaßnahmen aufgeklärt und mit Hygienematerialien ausgestattet wurde. Zu diesem Zweck war es notwendig, die verwendeten Begriffe in die lokalen Sprachen zu übersetzen und auch anzupassen, um das Verständnis zu erleichtern und gleichzeitig eine Stigmatisierung von Verhalten zu vermeiden.

Außerdem führte die Nationalparkverwaltung verschiedene Workshops für die Bevölkerung durch, damit die Bewohnerinnen und Bewohner des Gebiets neue Aktivitäten für sich finden, um Einkommen zu schaffen.

Das Konsortium

Mit dem Sonderporgramm beteiligt sich die Deutsche UNESCO-Kommission am Konsortium des Internationalen Hilfsfonds 2020, der auf Initiative des Auswärtigen Amtes und des Goethe-Instituts im Sommer 2020 eingerichtet wurde, um Organisationen aus Kultur und Bildung im Ausland schnell in der Corona-Pandemie zu unterstützen.

Website des Hilfsfonds

Das Förderprojekt

  • Geförderte Stätte: Ökosystem und Kulturlandschaft von Lopé-Okanda
  • Land: Gabun
  • Art der Stätte: UNESCO-Welterbe (Naturerbe)
  • Auszeichnungsjahr: 2007

 

Website des UNESCO-Welterbezentrums

#SOSAfricanHeritage Ergebnispublikation

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