Die Genossenschaftsidee steht seit 2016 auf der „Repräsentativen Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit“.
Die Genossenschaftsidee steht seit 2016 auf der „Repräsentativen Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit“. | © RWGV

2015

UNESCO-Weltbildungsbericht: „Bildung für alle 2000-2015: Eine Bilanz“ lautet der Titel des UNESCO-Weltbildungsberichts 2015. Bei dem deutschen Launch des UNESCO-Berichts wird festgestellt, dass die Weltgemeinschaft große Fortschritte auf dem Weg zum Ziel einer „Bildung für alle“ gemacht hat. Doch nur ein Drittel der Weltgemeinschaft hat die sechs Bildungsziele erreicht, zu denen sie sich im Jahr 2000 selbst verpflichtet hatte. 

Handbuch für afrikanische Biosphärenreservate: Im Rahmen der 27. Tagung des Internationalen Koordinierungsrates für das UNESCO-Programm „Der Mensch und die Biosphäre“ in Paris präsentiert die Deutsche UNESCO-Kommission das „Managementhandbuch für UNESCO-Biosphärenreservate in Afrika“. Das Handbuch zeigt auf, wie Biosphärenreservate in Afrika Naturschutz und nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung in Einklang bringen können.

UNESCO-Welterbekomitee tagt in Deutschland: Über 2.200 Teilnehmende aus 160 Ländern kommen zur 39. Sitzung des Welterbekomitees in Bonn zusammen. Der Schutz gefährdeter Welterbestätten, die Einschreibung neuer Stätten in die Welterbeliste und die Strategie zur nachhaltigen Entwicklung des Welterbes stehen auf der Tagesordnung des Komitees. Es wird die Bonner Erklärung zum Schutz von WelterbestättenExterner Link: verabschiedet und die Globale Koalition „Unite4Heritage“Externer Link: gegründet.

Internationale Konferenz der „Learning Cities“: Teilnehmende der Konferenz in Mexiko diskutieren die Herausforderungen, vor denen Städte in Bezug auf soziale Inklusion, kulturelle Diversität und Nachhaltigkeit stehen. Das Hamburger UNESCO-Institut für Lebenslanges Lernen hat das Konzept der Lernenden Städte entwickelt und die Konferenz organisiert.

Hochwertige Bildung: Die UNESCO stellt Weichen für hochwertige Bildung weltweit. Bildungsministerinnen und -minister aus allen Weltregionen verabschieden den „Globalen Aktionsrahmen Bildung 2030“. Der Aktionsrahmen legt fest, wie das globale Nachhaltigkeitsziel einer inklusiven, chancengerechten und hochwertigen Bildung für alle Menschen weltweit bis zum Jahr 2030 umgesetzt werden soll.

UNESCO-Weltbericht zur Vielfalt kultureller Ausdrucksformen: Die UNESCO-Konvention über den Schutz und die Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen hat seit ihrer Verabschiedung 2005 die Politik in allen Weltregionen maßgeblich beeinflusst. Das ist das Resümee des ersten UNESCO-Weltberichts zur Vielfalt kultureller Ausdrucksformen, der im Dezember unter dem Titel „Re|Shaping Cultural Policies: A Decade Promoting the Diversity of Cultural Expressions for Development”Externer Link: erscheint.

Immaterielles Kulturerbe: Falknerei
Immaterielles Kulturerbe: Falknerei | © Klaus Leix

2016

Gründung des Deutschen Nationalkomitees für UNESCO-Geoparks: Die Umsetzung und Fortentwicklung der UNESCO-Geoparks in Deutschland wird seit April 2016 von einem deutschen Nationalkomitee begleitet. Ihm gehören führende Expertinnen und Experten aus den Bereichen Geowissenschaften, nachhaltige Entwicklung, Tourismus und Bildung sowie Vertretungen von Bund und Ländern an. Eine Beratungs- und Geschäftsstelle bei der Deutschen UNESCO-Kommission ist Ansprechpartnerin für alle Fragen rund um Bewerbung und Evaluation.

Schutz syrischen Kulturerbes: Auf Einladung der UNESCO-Generaldirektorin Irina Bokova und der Sonderbeauftragten des Auswärtigen Amts für UNESCO-Welterbe und die UNESCO-Kulturkonventionen, Staatsministerin Prof. Maria Böhmer, findet im Auswärtigen Amt ein internationales Treffen zum Schutz und zur Erhaltung des Kulturerbes in Syrien statt. Ziel der Tagung ist es, die laufenden nationalen und internationalen Aktivitäten bei der Dokumentation und Bewertung von Schäden an den syrischen Kulturerbestätten wie Palmyra voranzutreiben und die wichtigsten Fachleute auf diesem Gebiet miteinander zu vernetzen. Über die Aus- und Fortbildung von Museumsfachleuten und Expertinnen und Experten für den Wiederaufbau des kulturellen Erbes Syriens soll dabei ebenso beraten werden wie über den illegalen Handel mit syrischen Kulturgütern.

Immaterielles Kulturerbe: Das UNESCO-Komitee für Immaterielles Kulturerbe hat auf seiner Tagung in Addis Abeba, Äthiopien, 33 Kulturtraditionen neu in die „Repräsentative Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit“ aufgenommen. Dazu zählen auch die Idee und Praxis der Genossenschaften in Deutschland und die Falknerei. Gemeinsam mit Italien, Kasachstan, Pakistan und Portugal hatte Deutschland eine Erweiterung des Eintrags der Tradition der Falknerei vorgeschlagen.

Übersicht der 2017 mit dem UNESCO Learning City Award ausgezeichneten Städte
Übersicht der 2017 mit dem UNESCO Learning City Award ausgezeichneten Städte | © UNESCO

2017

UNESCO Learning City Award geht an Gelsenkirchen: Die Stadt im Ruhrgebiet erhält den UNESCO Learning City Award 2017, der Städte für ihre nachhaltige Entwicklung im Bereich Bildung und lebenslanges Lernen ehrt. Weltweit erhalten 16 Städte die Auszeichnung, darunter Tunis (Tunesien), Bristol (Großbritannien), und Okayama (Japan).


Aktionsplan zur weltweiten Förderung von Open Educational Resources: Teilnehmende des zweiten UNESCO-Weltkongresses zu offenen Bildungsmaterialien verabschieden einen Aktionsplan zur weltweiten Förderung von Open Educational Resources (OER). Um OER in der Bildungspolitik und -praxis zu verankern, fordern sie die Entwicklung digitaler Fähigkeiten der Nutzerinnen und Nutzern und tragfähiger Geschäftsmodelle. Politische Rahmenbedingungen müssen den inklusiven und chancengerechten Zugang zu qualitativ hochwertigen OER sicherstellen.

Internationale Tagung zum UNESCO-Welterbe in Europa: Der Verein UNESCO-Welterbestätten in Deutschland, die Deutsche UNESCO-Kommission und die Lübeck und Travemünde Marketing GmbH richten die europäische Tagung „Sharing World Heritage“ in Lübeck aus. Über 70 Vertreterinnen und Vertreter von Welterbestätten-Vereinen aus ganz Europa nehmen daran teil. Der grenzüberschreitende Schutz und das Management von Welterbestätten, nachhaltiger Tourismus sowie die Nutzung von Welterbestätten als europäische Begegnungs- und Lernorte stehen im Vordergrund der Beratungen.

Angekündigte Austritte: Die USA und Israel kündigen an, aus der UNESCO auszutreten.

Audrey Azoulay ist neue Generaldirektorin: Die Französin Audrey Azoulay ist neue UNESCO-Generaldirektorin. Das beschließt die UNESCO-Generalkonferenz. Sie folgt der Bulgarin Irina Bokova.

Erklärung über ethische Prinzipien des Klimawandels: UNESCO-Generalkonferenz verabschiedet „Erklärung über ethische Prinzipien des Klimawandels“Externer Link:. Über acht Jahre hatten die 195 UNESCO-Mitgliedstaaten diese verhandelt, da anfangs gerade Industriestaaten mit hohen CO2-Emissionen jede Diskussion ablehnten.

UNESCO-Welterbestätten: der archäologische Grenzkomplex Haithabu und Danewerk sowie der Naumburger Dom
UNESCO-Welterbestätten: der archäologische Grenzkomplex Haithabu und Danewerk sowie der Naumburger Dom | © v. l. n. r.: Archäologisches Landesamt Schleswig-Holstein, Rainer Heidenreich/ Förderverein Welterbe Saale Unstrut, Guido Siebert

2018

Projekttag der UNESCO-Projektschulen: 150.000 Kinder und Jugendliche sowie 10.000 Lehrkräfte in Deutschland feiern am 26. April den internationalen Projekttag der UNESCO-Projektschulen unter dem Motto „Brennpunkt Zukunft“. Auch Partnerschulen im Ausland sowie außerschulische Bildungsorte gestalten diesen Tag mit.

Neue Einträge auf der UNESCO-Welterbeliste: Das UNESCO-Welterbekomitee hat im bahrainischen Manama während seiner Sitzung 19 Stätten in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen und eine Stätte erweitert. Unter den neuen Stätten sind aus Deutschland der archäologische Grenzkomplex Haithabu und Danewerk sowie der Naumburger Dom.

Fachgespräch zum Kulturerbe: Unter dem Titel „Das Erbe der Menschheit und das Europäische Kulturerbe. Gemeinsame Wege in die Zukunft“ diskutierten Expertinnen und Experten während des Europäischen Kulturerbejahres 2018. Zentrale Fragen sind, wie es gelingen kann, mithilfe der Erbestätten ein gemeinsames Verständnis für die kulturelle Vielfalt, das transnationale Erbe, die Verbindung von Kultur und Natur sowie die gemeinsame Verantwortung für Demokratie und Teilhabe zu fördern und damit den Zusammenhalt in Europa zu stärken.

24 neue Biosphärenreservate: Der Internationale Rat des UNESCO-Programms „Der Mensch und die Biosphäre“ (MAB) nimmt 24 neue Biosphärenreservate in das Weltnetz auf. Außerdem wird die Erweiterung des UNESCO-Biosphärenreservats Thüringer Wald beschlossen.

Internationale Konferenz zu Natur-Freiwilligendienst: Vom 3. bis zum 7. Dezember treffen sich in Berlin Vertreterinnen und Vertreter aus dem UNESCO-Netzwerk zur Konferenz #volunteers4nature. 90 Teilnehmende aus über 30 Staaten beraten, wie junge Menschen beim Erhalt und der Entwicklung von UNESCO-Biosphärenreservaten, Weltnaturerbestätten und Geoparks mitarbeiten können. Die Tagung ist Auftakt zum internationalen Natur-FreiwilligendienstExterner Link: der Deutschen UNESCO-Kommission. Das Programm fördert freiwilliges Engagement für den nachhaltigen Umgang mit Natur und für globale Verantwortung.

Hamburg wird 2019 UNESCO Learning City.
Hamburg wird 2019 UNESCO Learning City. | © CC-BY, Gerd Rohs Design / pixabay

2019

Welttag der Bildung: Die Chancengerechtigkeit der Bildungssysteme muss weltweit verbessert werden. Das fordert die UNESCO anlässlich des erstmals ausgerichteten Welttags der BildungExterner Link: am 24. Januar. 262 Millionen Kinder und Jugendliche haben 2019 noch immer keinen Zugang zur Schule. 617 Millionen können nicht lesen und rechnen.

Hamburg wird UNESCO Learning City: Die Stadt Hamburg tritt als zweite deutsche Stadt dem UNESCO Global Network of Learning Cities (GNLC)Externer Link: bei.  

kulturweit feiert Jubiläum: 2019 feiert der internationale Freiwilligendienst kulturweit sein zehnjähriges Bestehen. Mehr als 4.000 junge Menschen haben mit der Deutschen UNESCO-Kommission und dem Auswärtigen Amt seit 2009 die Arbeit von Bildungs- und Kultureinrichtungen weltweit unterstützt.

40. UNESCO-Generalkonferenz: Vertreterinnen und Vertreter der 193 UNESCO-Mitgliedstaaten, unter ihnen weit mehr als 100 Ministerinnen und Minister aus der ganzen Welt, haben an der 40. UNESCO-Generalkonferenz in Paris teilgenommen. Im Mittelpunkt der Beratungen standen das Programm und das Budget 2020 / 2021 der Organisation sowie erste Beratungen zur mittelfristigen Strategie der UNESCO für den Zeitraum 2022 bis 2029. Zwei Völkerrechtstexte für den Bildungsbereich wurden verabschiedet: die Globale Konvention zur Anerkennung von Qualifikationen im Hochschulbereich und eine Empfehlung zu Open Educational Resources (offen lizenzierte Bildungsmaterialien). Die UNESCO will so die weltweite Anerkennung von Studienleistungen und -abschlüssen sowie den kostenlosen Zugang zu Bildungsmaterialien fördern. Deutschland hatte an der Erarbeitung beider Instrumente maßgeblich mitgewirkt. Am 20. November hat die Generalkonferenz der UNESCO Deutschland für den Zeitraum 2019 bis 2023 in den Exekutivrat der UNESCO gewählt.

Wuppertaler Erklärung: Die erste internationale Konferenz von UNESCO-Lehrstühlen in Deutschland verabschiedet die „Wuppertaler Erklärung“Externer Link:. In der Erklärung verpflichten sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus über 15 Ländern, ihre Arbeit in den Dienst der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen zu stellen

Karneval in Aalst: Der UNESCO-Ausschuss für das immaterielle Kulturerbe verurteilt antisemitische Darstellungen beim Straßenkarneval in BelgienExterner Link: und streicht den Karneval in Aalst, Belgien, von der Repräsentativen Liste des Immateriellen Kulturerbes.

Bonn wird 2020 UNESCO Learning City.
Bonn wird 2020 UNESCO Learning City. | © Giacomo Zucca / Bundesstadt Bonn

2020

UNESCO-Weltbildungsbericht: Der Bericht mit dem Titel „Inklusion und Bildung: Für alle heißt für alle“ kommt zu dem Schluss, dass mehr als eine Viertelmilliarde Kinder und Jugendliche keinen Zugang zu Bildung haben. Millionen andere werden aufgrund ihrer Herkunft, Identität oder einer Behinderung innerhalb des Bildungssystems ausgegrenzt und sind von den Folgen der Covid-19-Pandemie besonders betroffen. Der Bericht fordert, sie jetzt gezielt zu unterstützen.

Virtuelles UNESCO-Kulturministerforum: Das erste virtuelle UNESCO-Kulturministerforum findet statt. Es setzt sich mit den Auswirkungen von Covid-19 auf Kunst und Kultur auseinander. 130 Ministerinnen und Minister der UNESCO-Mitgliedstaaten identifizieren gemeinsam politische Initiativen und finanzielle Hilfsmaßnahmen.

Digitaler UNESCO-Welterbetag: 46 der weltweit mehr als 1.000 Welterbestätten liegen in Deutschland. Am UNESCO-Welterbetag laden sie dazu ein, die Kultur- und Naturerbestätten digital zu erkunden. Einen besonderen Blick auf die 46 Welterbestätten in Deutschland erlaubt das Projekt #DailyDroneExterner Link: von der Deutschen Welle in Kooperation mit dem Auswärtigen Amt.

Open Science: Sechs Online-Veranstaltungen flankieren UNESCO-Beratungen zu freier Wissenschaft. Bis Ende 2021 entwickelt die UNESCO eine Empfehlung für globale Standards im Bereich Open Science. An den aktuell laufenden Beratungen der UNESCO können sich Expertinnen und Experten weltweit beteiligen. Im Vorfeld der regionalen Konsultationen richtete die Deutsche UNESCO-Kommission zwischen dem 24. Juni und 3. Juli eine Online-Veranstaltungsreihe zur offenen WissenschaftExterner Link: aus.

#SOSAfricanHeritage: Die Deutsche UNESCO-Kommission beteiligt sich mit Sonderprogramm zur Unterstützung afrikanischer UNESCO-Stätten an der Bewältigung der Covid-19-Pandemie. Auf Initiative des Auswärtigen Amts und des Goethe-Instituts wurde im Sommer 2020 ein Internationaler Hilfsfonds eingerichtet, um Organisationen aus Kultur und Bildung im Ausland schnell in der Corona-Pandemie zu unterstützen. Die Deutsche UNESCO-Kommission beteiligt sich am Konsortium des Fonds mit ihrem Sonderprogramm #SOSAfricanHeritageExterner Link:. Ziel des Programms ist die Förderung von 22 UNESCO-Stätten in Afrika, die sich mit Projekten zur Bewältigung der Auswirkung der Covid-19-Pandemie beworben hatten.

Bonn wird UNESCO Learning City: Die Bundesstadt Bonn tritt als dritte deutsche Stadt dem UNESCO Global Network of Learning Cities (GNLC) bei.

Welttag der Lehrerin und des Lehrers: Am Welttag der Lehrerin und des Lehrers erinnert die UNESCO an die Schlüsselrolle von Lehrkräften bei der Unterstützung von Schülerinnen und Schülern während der Covid-19-Pandemie. Es sei notwendig, in bessere Ausbildung und berufliche Weiterbildung zu investieren, um Lehrkräfte dazu zu befähigen, mit solch einer Krise umzugehen.

Internationales Bildungstreffen: Bei dem weltweit größten Bildungstreffen seit Ausbruch der Corona-Pandemie vereinbaren Staaten und internationale Organisationen Maßnahmen zur Bewältigung der Bildungskrise. In der verabschiedeten ErklärungExterner Link: äußerten die Teilnehmenden ihre Besorgnis, dass die durch Corona ausgelöste Bildungskrise das Erreichen der Ziele der Agenda Bildung 2030 der Vereinten Nationen gefährde und sogar bestehende Ungleichheiten bereits benachteiligter Lernender verschärfe. Dies betreffe beispielsweise sozioökonomisch Benachteiligte, Frauen und Mädchen, von Krisen und Konflikten Betroffene und Menschen mit Behinderungen. Sie vereinbarten eine Reihe von gemeinsamen Maßnahmen, um die globale Bildungskrise zu überwinden, unter anderem die Unterstützung von Lehrkräften und Bildungspersonal, einschließlich Weiterbildung in den Bereichen digitaler und pädagogischer Kompetenzen, sowie die Bereitstellung und Verbesserung digitaler Angebote und des digitalen Zugangs für Lernende. Bekräftigt wurde zudem, dass die nationalen Ausgaben für Bildung sowie die internationalen Hilfen für Bildung gemäß den internationalen Richtwerten mindestens beibehalten oder gesteigert werden müssen.

Jubiläum der Allgemeinen Erklärung über Bioethik und Menschenrechte: Die UNESCO feiert das 15-jährige Jubiläum der „Allgemeinen Erklärung über Bioethik und Menschenrechte“Externer Link: mit einem zweitägigen Kolloquium.

Der Friedhof „Heiliger Sand“ in Worms ist Teil der SchUM-Stätten.
Der Friedhof „Heiliger Sand“ in Worms ist Teil der SchUM-Stätten. | © Deutsche UNESCO-Kommission / Erik Hartung

2021

Weltwasserbericht 2021: Wasser wird weltweit viel zu oft als selbstverständlich angesehen, privatisiert, verschmutzt und verschwendet. Wasser muss einen höheren Stellenwert bekommen. Das fordert der Weltwasserbericht 2021 „Wasser bewerten und wertschätzen“, den die UNESCO im Auftrag der Vereinten Nationen erstellt hat. Der Bericht zeigt, dass zwar ein weltweiter Konsens bestehe, dass Wasser überlebenswichtig und ein Menschenrecht sei, dass aber die praktische Umsetzung bei weitem nicht ausreiche. Der Weltwasserbericht wird am 22. März, dem Weltwassertag, veröffentlicht.

20 Neueinträge ins Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes: Die Deutsche Gebärdensprache, die Animationskunst der Demoszene, der Streuobstanbau und 15 weitere Kulturformen zählen jetzt zum Immateriellen Kulturerbe in Deutschland. Das beschloss die Kultusministerkonferenz im Frühjahr 2021 gemeinsam mit der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Zudem werden zwei Modellprogramme der Bau- und Erzählkunst gewürdigt. Sie zeigen beispielhaft, wie Immaterielles Kulturerbe erhalten werden kann. Damit zeugen nun insgesamt 126 Einträge im Bundesweiten Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes von der Vielfalt des kulturellen Lebens in Deutschland.

UNESCO-Weltkonferenz zu BNE: Mit der UNESCO-Weltkonferenz „Learn for our Planet. Act for sustainability” startet im Mai 2021 offziell das neue UNESCO-Programm „Bildung für nachhaltige Entwicklung: die globalen Nachhaltigkeitsziele verwirklichen ( 2030)”. Über 2800 Teilnehmende aus aller Welt diskutieren drei Tage lang über die Chancen und Herausforderungen der bis 2030 und verabschieden zum Abschluss der Konferenz die „Berliner Erklärung“Externer Link:. 

44. Sitzung des Welterbekomitees: Im Juli erklärt das Welterbekomitee 34 Kultur- und Naturstätten auf vier Kontinenten zum Erbe der Menschheit. Mit der maritimen Handelsstadt Liverpool wird zum dritten Mal eine Stätte von der Welterbeliste gestrichen. Fünf der neuen Welterbestätten liegen ganz oder in Teilen in Deutschland.

#SOSAfricanHeritage 2021: Auch im zweiten Pandemiejahr unterstützt die Deutsche UNESCO-Kommission zwölf Projekte von UNESCO-Welterbestätten und Biosphärenreservaten in Afrika bei der Bewältigung der Folgen der Covid-19-Pandemie. Bereits im Jahr 2020Externer Link: wurde das Sonderprogramm eingesetzt, um 22 UNESCO-Welterbestätten und Biosphärenreservate in Afrika schnell und gezielt dabei zu unterstützen, ihre Organisationsstrukturen zu erhalten und ihre Schutz- und Bildungsarbeit vor Ort zu stärken.

70 Jahre Deutsche UNESCO-Kommission – 70 Jahre Engagement für Bildung, Wissenschaft und Kultur. Am 11. Juli 1951 wird die Bundesrepublik Deutschland als 64. Mitgliedsstaat in die UNESCO aufgenommen. Der Beitritt der Bundesrepublik gilt als wichtiger Schritt für die Wiederaufnahme in die internationale Gemeinschaft. Als Schnittstelle zwischen der UN-Organisation, deutschen Zivilgesellschaft und Regierung folgt die Deutsche UNESCO-Kommission seither dem Gründungsgedanken der UNESCO: „den Frieden im Geist der Menschen zu verankern“. Zum 70-jährigen Jubiläum nimmt Präsidentin Maria Böhmer die Zukunft der Organisation in den Blick: „Kontinuität und Aufbruch - dieses Motto verbindet sich für die Zukunft mit drei Leitprinzipien für unser Handeln: nachhaltig, ganzheitlich und multilateral.“ 

Studie zur Lage des Internets in Deutschland: Wie geht's dem Internet?Externer Link: Das verrät eine Studie, die das Hans-Bredow-Institut im Auftrag der Deutschen UNESCO-Kommission erarbeitet hat und die im September im Rahmen des XIII. Deutschen Internet Governance Forums vorgestellt wurde. Aus dem Bericht geht hervor: die Sicherung einer chancengerechten Teilhabe aller an der digitalen Transformation und die Stärkung der dazu erforderlichen Kompetenzen gehören zu den zentralen Aufgaben von Politik und Zivilgesellschaft.

41. UNESCO-Generalkonferenz: Im November verabschiedete das wichtigste Entscheidungsgremium der UNESCO unter anderem Empfehlungen zu ethischen Fragen Künstlicher Intelligenz (KI)Externer Link: und Open Science. Der Weltbericht zu Meinungsfreiheit und MedienentwicklungExterner Link: stellt fest, dass die freie Berichterstattung weiter unter Druck gerät. Mit der Verabschiedung der „Paris Declaration on Education“ und der Veröffentlichung des Abschlussberichts der UNESCO-Initiative „Futures of Education“ wurden auf dem WeltbildungstreffenExterner Link: im Rahmen der Generalkonferenz neue Prioritäten für die Zukunft der Bildung gesetzt. Von Erfolg gekrönt war auch die Wiederwahl der UNESCO-Generaldirektorin Audrey Azoulay, die von einer großen Mehrheit für eine zweite Amtszeit bestätigt wurde. Das 75-jährige Jubiläum der UNESCO wurde mit einer feierlichen Zeremonie begangen.

Weltbildungsbericht 2021: Im neuen WeltbildungsberichtExterner Link: warnt die UNESCO vor zunehmender Ungleichheit durch hohe Kosten und unzureichende staatliche Regulierung im privaten Bildungssektor. Der Bericht, den die UN-Organisation unter dem Titel „Die Rolle nicht-staatlicher Akteure in der Bildung“ am 10. Dezember vorgelegt hat, präsentiert fünf Empfehlungen für qualitativ hochwertige Bildung für alle Menschen.

Foto von Teilnehmenden der MONDIACULT-Weltkulturkonferenz 2022
Die Weltkulturkonferenz MONDIACULT fand 2022 zum dritten Mal statt. | © UNESCO / Carlos Villavicencio

2022

UNESCO-Empfehlung zur Ethik der KI im Bundestag vorgestellt: Der erste global gültige Völkerrechtstext zur Ethik Künstlicher Intelligenz, der 2021 von der UNESCO verabschiedet wurde, bietet die völkerrechtliche Basis für eine KI-Nutzung, die Menschenrechte und Grundfreiheiten nicht nur achtet, sondern auch verteidigt und fördert. Eine im Folgejahr von der Deutschen UNESCO-Kommission in Auftrag gegebene Studie zur Implementierung der Empfehlungen in Deutschland wurde im September 2022 dem Ausschuss für Digitales im Deutschen Bundestag vorgestellt.

Globaler Bericht zur Pressefreiheit: Die Ergebnisse des UNESCO-Berichts zu Welttrends in der Meinungsfreiheit und Medienentwicklung 2021/2022 zeigen, dass 85 Prozent der Weltbevölkerung einen Rückgang der Pressefreiheit in ihrem Land erleben. Die rasche Erosion der Geschäftsmodelle, die einer vielfältigen Medienlandschaft zugrunde liegen, hat die Krise der Freiheit und Sicherheit von Medienschaffenden auf der ganzen Welt verschärft.

30 Jahre Weltdokumentenerbe: Das UNESCO-Weltdokumentenerbe “Memory of the World” umfasst dokumentarische Zeugnisse von außergewöhnlichem Wert für die Menschheitsgeschichte. Diese Dokumente in Archiven, Bibliotheken und Museen zu sichern, zugänglich zu machen und das Bewusstsein für ihre Bedeutung zu erhöhen, ist seit 1992 die Zielsetzung des UNESCO-Programms „Gedächtnis der Menschheit“. Ein im Dezember 2017 von der damaligen UNESCO-Generaldirektorin Azoulay beschlossenes Moratorium des Internationalen Registers “Memory of the World” wurde im Herbst 2021 nach einer umfassenden Reform des Verfahrenswegs für Neueinträge aufgehoben, so dass in den Folgejahren zahlreiche Neuaufnahmen verzeichnet wurden.

50 Jahre Welterbe: Am 16. November 1972 wurde die UNESCO-Welterbekonvention verabschiedet. Den Anstoß dafür gab der Bau des ägyptischen Assuan-Staudamms in den 1960er Jahren, der den Tempel von Abu Simbel bedrohte. Um zu verhindern, dass der Felsentempel überflutet wird, rief die UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation eine bis dahin beispiellose Hilfsaktion ins Leben. Das Übereinkommen ist noch heute das wichtigste internationale Schutzinstrument für das Natur- und Kulturerbe der Welt. Anlässlich des Jubiläums richtete die UNESCO gemeinsam mit Griechenland am 17. und 18. November eine internationale Konferenz in Delphi aus, auf der Bilanz gezogen und über die Zukunft der Konvention beraten wurde.

Die Welterbekomitee‑Sitzung wird abgesagt: Ursprünglich sollte die Sitzung im Juni 2022 in Russland stattfinden. Das Treffen wurde jedoch infolge des russischen Angriffs auf die Ukraine verschoben und im Folgejahr in Riad, Saudi-Arabien nachgeholt. Aufgrund der russischen Invasion im Februar 2022 gab es zudem eine gemeinsame Äußerung europäischer UNESCO-Kommissionen zur Tagespolitik und eine internationale Debatte um den russischen Vorsitz im Welterbekomitee.

Start des “Recreation”-Projekts: Das von der Deutschen UNESCO-Kommission mit Unterstützung des Auswärtigen Amts und der Hertie-Stiftung gegründete Recreation-Projekt ermöglicht dreiwöchige Erholungsaufenthalte für ukrainische Jugendliche an deutschen UNESCO-Projektschulen. Es begann 2022 mit dem Pilotaufenthalt einer Gruppe von 14 Schülerinnen und Schülern sowie zwei Lehrerinnen aus der bei einem russischen Angriff zerstörten UNESCO-Projektschule in Zhytomyr, die zu Gast am Burghardt-Gymnasium in Buchen im Odenwald waren.

Dritte Weltkulturkonferenz MONDIACULT: 40 Jahre nach der epochalen UNESCO-Weltkulturkonferenz von 1982 und der zweiten Weltkulturkonferenz 1998 in Stockholm organisierte die UNESCO 2022 in Mexiko-Stadt die dritte Weltkonferenz MONDIACULT zu Kulturpolitik und nachhaltiger Entwicklung. 2022 forderte die Weltgemeinschaft erstmals gemeinsam die Anerkennung von Kultur als globales öffentliches Gut. Die Konferenzen gehen jeweils einher mit der Vorstellung eines neuen UNESCO-Weltkulturberichts, der alle kulturbezogenen Arbeitsbereiche der UNESCO umfasst. Die nächste Konferenz findet im Jahr 2024 und nachfolgend in einem verbindlichen Vierjahreszyklus statt.

UN “Transforming Education Summit”: Vom 16.-19. September 2022 fand bei den Vereinten Nationen in New York der Transforming Education Summit statt. Erklärtes Ziel des von der UNESCO vorbereiteten Gipfels war es, Bildung ganz oben auf die politische Agenda zu setzen. Teilnehmende aus 130 Ländern diskutierten die chancengerechte Gestaltung der Digitalisierung, die Rolle von Lehrkräften, Bildung für nachhaltige Entwicklung sowie die Bildungsfinanzierung. 

Einführung Nationaler Preis BNE: Das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) und die Deutsche UNESCO-Kommission fördern herausragendes Engagement im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung mit dem „Nationalen Preis – Bildung für nachhaltige Entwicklung“. Geehrt werden außergewöhnliche Lernorte, engagierte Bildungslandschaften, wirkungsvolle Multiplikator*innen sowie ein vielversprechender Newcomer. Der Preis wurde 2022 ins Leben gerufen und wird nun alle zwei Jahre vergeben.

Beginn der Robert Bosch-Kooperation: Die Deutsche UNESCO-Kommission setzt sich seit vielen Jahren für die Umsetzung inklusiver Bildung in Deutschland ein. In 2022 ist sie eine strategische Partnerschaft mit der Robert Bosch StiftungExterner Link: eingegangen, um die Förderung inklusiver Bildung in Deutschland weiter voranzubringen. Grundlage ist das weite Inklusionsverständnis, wie es in allen UN- und UNESCO-Dokumenten beschrieben wird, d.h. unter Einschluss aller Menschen, die aufgrund von „Behinderung, Geschlecht, Alter, Wohnort, Armut, ethnischer Zugehörigkeit, Indigenität, Sprache, Religion, Migrationsstatus, sexueller Orientierung, oder geschlechtlicher Identität, Haft, Überzeugungen und Einstellungen“ benachteiligt werden (zitiert aus UNESCO-Weltbildungsbericht 2020).

Die Gruppe steht und sitz für ein Foto auf der Brücke vor dem Rathaus in Tübingen.
Teilnehmende des Recreation-Projekts an einer UNESCO-Projektschule in Tübingen besuchen das Rathaus. | © Julia Murken

2023

„Internet for Trust“: UNESCO-Konferenz zur Regulierung digitaler Plattformen: Die UNESCO veranstaltete vom 21. bis 23. Februar eine internationale Konferenz, um globale Mindeststandards für die Regulierung digitaler Plattformen zu erörtern. Dazu rief die Organisation Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Justiz, Zivilgesellschaft und dem privaten Sektor zusammen. Die Deutsche UNESCO-Kommission beteiligte sich an einer offiziellen Begleitveranstaltung, die gemeinsam mit dem Hans-Bredow-Institut, dem Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft und dem Institut für Theorie und Zukunft des Rechts an der Universität Innsbruck ausgerichtet wurde.

Rückkehr der USA in die UNESCO: Die Vereinigten Staaten waren ein zentraler Fürsprecher für die Gründung der UNESCO gewesen und über Jahrzehnte hinweg größter Beitragszahler. 1984 waren die USA wegen der „New World Information and Communication Order“ ausgetreten und erst im Jahr 2002 wieder zurückgekehrt. Die Aufnahme Palästinas als Mitgliedstaat in die UNESCO führte 2011 zur Beendigung der US-Beitragszahlungen. 2018 folgte dann der zweite Austritt. Präsident Trump nannte als Gründe den wachsenden Schuldenstand, Reformbedarf und eine „anti-israelische Ausrichtung“. Präsident Biden trat im Juli 2023 wieder in die UNESCO ein. 

UNESCO-Empfehlung zu Bildung für Frieden, Menschenrechte und nachhaltige Entwicklung aktualisiert: Im November 2023 verabschiedete die UNESCO-Generalkonferenz einstimmig die Empfehlung zu Bildung für Frieden, Menschenrechte und nachhaltige Entwicklung. Damit brachte die internationale Gemeinschaft nach zwei Jahren intensiver Verhandlungen ein weltweit einzigartiges Völkerrecht für eine zeitgemäße Bildung auf den Weg. Der neue Völkerrechtstext basiert auf der Weltbildungsempfehlung der UNESCO aus dem Jahr 1974, die erstmals den Beitrag von Bildung zu Frieden, internationaler Verständigung und Gerechtigkeit systematisch erfasst hat. Um eine zeitgemäße Aktualisierung vorzunehmen, beschloss die UNESCO 2021, diesen Text zu überarbeiten. 

Recreation-Projekt an UNESCO-Projektschulen begonnen: Die Kurzzeitaufenthalte von ukrainischen Jugendlichen in Deutschland im Rahmen des Recreation-Projekts der Deutschen UNESCO-Kommission hat 2023 regulär begonnen. Es ermöglicht Jugendlichen aus der Ukraine dreiwöchige Aufenthalte an deutschen UNESCO-Projektschulen. An dem vom Auswärtigen Amt und der Hertie-Stiftung geförderten Programm nehmen 13 deutsche UNESCO-Projektschulen teil. Die ersten beiden Gruppen waren am Hainberg-Gymnasium in Göttingen und dem Marie-Curie-Gymnasium in Dresden zu Gast. Bis zum Jahresende 2023 haben über 200 ukrainische Jugendliche mit ihren Lehrkräften an dem Projekt der Deutschen UNESCO-Kommission teilgenommen.

Sechs Personen auf einer Bühne sprechen miteinander, an der Wand dahinter ist 15 Jahre Freiwilligendienst kulturweit projeziert.
Freiwilligenempfang im Auswärtigen Amt Berlin anlässlich des 15-jährigen kulturweit Jubiläums. © Till Budde, Deutsche UNESCO-Kommission

2024

70 Jahre Haager Konvention: Die Haager Konvention für den Schutz von Kulturgut in bewaffneten Konflikten wurde am 14. Mai 1954 im Friedenspalast von Den Haag verabschiedet. Die Konvention wurde von 135 Staaten ratifiziert, ist heute Teil des humanitären Völkerrechts und trägt in vielfältiger Weise dazu bei, das kulturelle Erbe zu schützen und zu bewahren. Das 70. Jubiläum fand unter dem Eindruck statt, dass die Konvention von bedrückender Aktualität ist. Die Deutsche UNESCO-Kommission hat sie 2024 in den Mittelpunkt zweier internationaler Konferenzen gestellt: im Rathaus von Lwiw, gemeinsam mit den Nationalkommissionen der Ukraine, Polens und Österreichs, und in der James-Simon-Galerie Berlin, gemeinsam mit Blue Shield, dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe und weiteren Partnern.

Globales Bündnis stellt Fair-Culture-Charta vor: Am 10. September 2024 stellt die Deutsche UNESCO-Kommission gemeinsam mit einem Bündnis von Institutionen aus allen Weltregionen bei einer digitalen Veranstaltung die Fair-Culture-Charta der internationalen Öffentlichkeit vor. Das Grundlagendokument wurde seit Anfang 2023 in einem partizipativen Prozess von Expertinnen und Experten aus aller Welt erstellt. Die Charta überträgt die aus dem Handel mit Schokolade oder Kaffee bekannten Fairtrade-Prinzipien auf die Kultur und Kreativwirtschaft. Damit soll für menschenwürdige Arbeitsbedingungen für alle Künstlerinnen und Künstler, Kreative und andere Kulturtätige gesorgt werden.

15 Jahre kulturweit: Der Freiwilligendienst kulturweit feierte sein 15-jähriges Bestehen. In Berlin blickten anlässlich des Jubiläums die Staatsministerin im Auswärtigen Amt und die Präsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission gemeinsam mit ehemaligen, aktuellen und zukünftigen kulturweit-Freiwilligen bei einem Empfang auf anderthalb Jahrzehnte internationale Jugend- und Kulturarbeit zurück. Seit 2009 unterstützen junge Menschen mit dem Freiwilligendienst die Arbeit von Bildungs- und Kultureinrichtungen, von UNESCO-Biosphärenreservaten, Welterbestätten und Geoparks rund um den Globus: Menschen aus Deutschland leisten mit kulturweit-Outgoing ein Freiwilliges Soziales Jahr im Ausland. Engagierte aus Afrika und dem Nahen Osten lernen mit kulturweit-Incoming Deutschland kennen. Rund 6.000 kulturweit-Freiwillige haben sich bis dahin bereits in aller Welt für Kultur, Natur, Bildung und Sport stark gemacht.

EuroMAB‑Tagung in Deutschland: Vom 3. bis 7. Juni veranstalteten das deutsche MAB-Nationalkomitee, das Bundesland Sachsen-Anhalt und das UNESCO-Biosphärenreservat "Elbelandschaft" die zweijährliche viertägige Konferenz EuroMAB 2024 für Interessengruppen aus mehr als 300 UNESCO-Biosphärenreservaten in 41 Ländern Europas und Nordamerikas. Die EuroMAB findet alle zwei Jahre statt und wurde zum ersten Mal in Deutschland ausgerichtet, in der Lutherstadt Wittenberg, gelegen im UNESCO-Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe. Die Teilnehmenden tauschten sich unter anderem über konkrete Maßnahmen zum Schutz der biologischen Vielfalt, die Förderung nachhaltigen Wirtschaftens, die Rolle von Biosphärenreservaten bei der Bewältigung von Naturkatastrophen oder naturbasierte Lösungen zum Umgang mit dem Klimawandel aus.

Runder Tisch Sudan: Im Sudan herrscht ein brutaler Krieg, es droht an vielen Orten eine Hungersnot, rund 13 Millionen Menschen sind auf der Flucht, über 90 % der Bildungsinfrastruktur ist zerstört oder unzugänglich, das kulturelle Erbe ist Plünderungen und Zerstörung ausgesetzt. Am 13. Dezember 2024 fand auf Einladung der Deutschen UNESCO-Kommission ein Runder Tisch zur Lage im Sudan im Berliner Wissenschaftsforum statt. Die 25 Teilnehmenden, die unterschiedliche Organisationen und Expertise aus Deutschland und dem Sudan vertraten, verständigten sich über Möglichkeiten, gemeinsame Unterstützungsangebote für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation zu schaffen. 

Positionspapier „National Commissions for Renewed Multilateralism“: Im Frühjahr 2024 hat die UNESCO den Prozess zur Ausarbeitung ihrer Strategie für den Zeitraum 2026 bis 2029 gestartet. Die Deutsche UNESCO-Kommission hat sich in diesen Prozess in enger Abstimmung mit den europäischen und afrikanischen Nationalkommissionen umfassend eingebracht. Die Deutsche UNESCO-Kommission hat dazu das Positionspapier „National Commissions for Renewed Multilateralism“ aktualisiert, das erstmals 2021 publiziert worden war. Auf zehn Seiten legt das Positionspapier die Bedeutung der Nationalkommissionen und der UNESCO-Netzwerke dar. 

„Erfurter Erklärung“ der Deutschen UNESCO-Kommission: Mit dem Ziel, die Demokratie zu verteidigen, hat die Deutsche UNESCO-Kommission anlässlich der Mitgliederversammlung in Erfurt zum Schutz der Demokratie und einem entschlossenen Eintreten für die Menschenrechte aufgerufen. Bei der 84. Mitgliederversammlung am 21. Juni 2024 verabschiedete die Organisation in Thüringens Landeshauptstadt eine entsprechende ErklärungHerunterladen: (PDF, 39 KB).

Bildung und Zukunftskompetenzen an UNESCO-Stätten: Im Verbund mit der Fritz-Henkel-Stiftung und Henkel werden seit 2024 mehrere UNESCO-Stätten weltweit dabei unterstützt, innovative Bildungsprogramme für nachhaltige Entwicklung für neue Zielgruppen Externer Link:zu entwickeln. Fünf UNESCO-Stätten erarbeiten derzeit die Grundlagen für ambitionierte Bildungsmaterialien und -angebote zur Förderung von Nachhaltigkeit, Innovation und/oder Digitalisierung für und an ihren Stätten, um Fördermittel von Dritten (z.B. Stiftungen) einzuwerben. Ermöglicht wird dies durch die Initiative und Unterstützung der Deutschen UNESCO-Kommission, der Henkel AG & Co. KGaA und der Fritz-Henkel-Stiftung.

STEP-Projekt Student Training for Entrepreneurial Promotion beendet: Die Deutsche UNESCO-Kommission setzte sich von 2010-2024 in ihrer Kooperation mit anderen UNESCO-Kommissionen und der Leuphana-Univerität Lüneburg dafür ein, jungen Menschen in Ländern des Globalen Südens eine neue Zukunftsoption aufzuzeigen: ein eigenes Unternehmen zu gründen. Abgeschlossen wurden die Kooperationen unter anderem mit Kenia, Lesotho, Liberia und Mexiko und finanziert durch die BASF-Stiftung. In den 14 Jahren Projektlaufzeit Student Training for Entrepreneurial Promotion – STEPExterner Link: hat sich die Deutsche UNESCO-Kommission erfolgreich für die Reduzierung der Jugendarbeitslosigkeit durch die Stärkung des Unternehmergeistes von Studierenden eingesetzt.

Teaser andere Jahrzehnte

Teaser-Karussell
Historisches Foto einer Konferenz

1945 bis 1954

Gründung der UNESCO und Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg

Transport einer altägyptischen Statue

1955 bis 1964

Erste wissenschaftliche Langzeitprogramme und Beginn der Nubienkampagne

Kampf gegen Analphabetismus, die Gründung des Internationalen Bildungsbüros, ein Programm für Sonderpädagogik: Bildung ist ein bestimmendes Thema der Dekade.
Morgenstimmung über der Elbe
Schulkinder im Unterricht

1985 bis 1994

Aktionsprogramm für Afrika und bildungspolitische Reformen

Das philharmonische Orchester von Sarajevo spielt am 28. Mai 1997 in Paris.
Die UNESCO-Welterbestätte Palmyra in der syrischen Wüste

2005 bis 2014

Bildung für nachhaltige Entwicklung, Inklusion und bedrohtes Kulturerbe

Verhandlungen zur Ethik der Neurotechnologie bei UNESCO Paris

2025 bis heute

Ethische Innovationen und Perspektiven für den Multilateralismus.