Schulpartnerschaften während Covid-19

Brüssel – Berlin

Im Rahmen ihrer Partnerschaft war für April 2020 der zweite Austausch zwischen dem Berliner Marie-Curie-Gymnasium (MCG) und dem Atheneum UNESCO Koekelberg (KAK) geplant, der aufgrund der Corona-Krise nicht stattfinden konnte. Inspiriert durch den Aufruf „We Are All Global Citizens“ haben Schülerinnen und Schüler der Oberstufen beider Schulen stattdessen auf virtuellem Wege Fotos, Gedanken und Informationen über die aktuelle Situation in Schule und Alltag ausgetauscht.

Schulpartnerschaft

Die Partnerschaft zwischen dem Berliner Marie-Curie-Gymnasium und dem Atheneum UNESCO Koekelberg in Brüssel befindet sich im Aufbau. Im Rahmen einer Kursfahrt von belgischen Schülerinnen und Schülern nach Berlin fand im April 2019 ein erster eintägiger Austausch zwischen den Schulen statt.

Publikation

We Are All Global Citizens.
Deutsche UNESCO-Kommission, 2020

KAK: „Hallo aus Brüssel. Wie du weißt, hat das Corona-Virus unser Leben verändert. In der Schule befinden sich nicht viele Menschen, nur die Schüler der Abschlussjahrgänge. Wir gehen nur zwei Tage pro Woche zur Schule. Und wenn wir zur Schule müssen, ist es nur ein halber Tag. In den Klassenräumen sind nur zehn Schüler. Sie sitzen alle entfernt voneinander wegen des Virus, das seit langer Zeit in Belgien ist. Alle müssen Masken tragen, um sich zu schützen und alle müssen einen Meter Abstand halten. Und auch der Lehrer muss eine Maske tragen. Es ist eine sehr schwierige Zeit für alle. Jetzt habe ich auch eine Frage: Habt ihr Abschlussprüfungen? Und wie ist es in der Schule? Gibt es so viele Regeln wie in Belgien oder weniger?“

MCG: „Hi, ich gehe auf das Marie-Curie-Gymnasium in Berlin-Wilmersdorf. Wir haben nicht so viel Glück wie ihr und gehen fünfmal pro Woche ab 8:30 Uhr, manchmal bis 16:00 Uhr, zur Schule. Wir müssen 1,5 Meter Abstand voneinander halten, aber in den Pausen ist das fast unmöglich. In den Klassenräumen dürfen sich maximal 15 Schülerinnen und Schüler aufhalten. Es gibt Desinfektionsmittelspender in der Schule, die wir benutzen müssen, wenn wir die Schule betreten oder Dinge in der Schule angefasst haben. Am interessantesten für euch ist vielleicht, dass wir unsere Abiturprüfungen dieses Jahr trotzdem ganz normal schreiben müssen, Corona ist keine Entschuldigung.“

 

KAK: „Hallo! Hier seht ihr zwei Pfeile auf dem Boden. Sie sind mit Tape angebracht und sie erinnern mich an eine Autobahn, aber eine Autobahn innerhalb der Schule. Ich finde sie ein bisschen eigenartig, aber die Schule musste sie nutzen, um die neuen Corona-Regeln durchzusetzen. Habt ihr etwas Ähnliches, um euch zu zeigen, wie ihr laufen sollt?“

MCG: „Hallo, ihr habt gefragt, ob wir ein ähnliches System wie eure Pfeile, die an eine Autobahn erinnern, haben. Wir haben stattdessen überall in unserer Schule Schilder, die zeigen, ob wir eine Treppe zum Hoch- oder Runtergehen nutzen sollen, damit sich unsere Wege nicht kreuzen. Es fällt aber nicht immer leicht, diesen Wegweisern zu folgen; manchmal ist es einfacher, eine Treppe in die andere Richtung zu nutzen.“

 

KAK: „Hallo, ich bin 18 Jahre alt und ich studiere in der KA Koekelberg in Brüssel. Unsere Schule ist sehr sportlich orientiert, wir haben sogar eine Sporthalle! Aber seit Corona ist unsere Sporthalle leer. Normalerweise ist die Sporthalle der Schüler immer voll. Habt ihr Sportunterricht an eurer Schule oder müsst ihr selbst Sport treiben?“

MCG: „Hallo, wir beide sind 17 Jahre alt und in der 12. Klasse des MCG. Wir haben zwei Sporthallen, die auch in normalen Zeiten fast nur für den Unterricht genutzt werden. Wenn man richtig Sport machen möchte, sollte man besser einem Sportverein außerhalb der Schule beitreten. Zurzeit ist Indoor-Sport aber nicht erlaubt und die Fitnessstudios und Sporthallen sind in Berlin leer. Deshalb machen die Leute draußen Sport, zum Beispiel im Park oder auf der Tartanbahn. Wir hoffen, dass ihr bald Möglichkeiten zum Sporttreiben findet!“

 

KAK: „Hallo, ich bin vom KA Koekelberg, ich studiere „Wirtschaft“ und „Moderne Sprachen“ im sechsten Studienjahr. Wir sind jetzt seit zwei Wochen zurück in der Schule und ich bin sehr froh, weil ich meine Freunde wiedersehen kann. Dank der sozialen Medien blieben wir zwei Monate lang in Kontakt. Ich habe die dummen Witze meiner Freunde in der Klasse vermisst und finde es jetzt besser.“

MCG: „Hi, ich bin 16 und gehe in die 11. Klasse des MCG. Meine besten Freundinnen und Freunde während des Lockdowns für so lange Zeit nicht zu treffen, war sehr hart für mich, denn vorher habe ich sie jeden Tag gesehen. Die dummen Witze meiner Freundinnen und Freunde während der Unterrichtsstunden habe ich ehrlich gesagt auch vermisst. Als die Schule wieder begann, wurden wir in Gruppen aufgeteilt und zu Anfang war es sehr langweilig, da ich nicht mit meinen Freundinnen und Freunden in einer Gruppe war. Jetzt habe ich zumindest den Englischunterricht wieder gemeinsam mit zwei Freundinnen.“

Nachrichten vom 29. Mai bis 5. Juni 2020

Publikation

We Are All Global Citizens. Plakat.
Deutsche UNESCO-Kommission, 2020

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