"DemokratICH. Demokratiebildung in einer Welt der Umbrüche" Fachtagung der UNESCO-Projektschulen 2019

Übersicht Workshops und Exkursionen

Workshop 1: Das Potential von Märchen im Umgang mit heutigen Konflikten

18. September 2019, 09:15 – 12:30 Uhr, GRIMMWELT Kassel
19. September 2019, 10:00 – 17:30 Uhr, Trendelburg

Märchen faszinieren die Menschen weltweit. Auf allen Kontinenten hat das Märchenerzählen eine lange Tradition und ist eine Kunst, die alle Altersgruppen, Bevölkerungsschichten und Kulturen kennen. So bieten die Märchen eine ideale Möglichkeit, miteinander in Kontakt und ins Gespräch zu kommen und auch gesellschaftliche Konflikte zu reflektieren.

Unter dem Titel „Erzähl mir Deine Geschichte/n“ hat die GRIMMWELT in Kassel ein zweijähriges Modellprojekt durchgeführt und eine multimediale Box mit einem Märchenbuch in 13 Sprachen und vielfältigen Materialien entwickelt. Im Workshop der UNESCO-Fachtagung werden wir am ersten Tag in der GRIMMWELT dieses Projekt und seine Materialien näher kennenlernen und auch Gelegenheit haben, die Ausstellung mit dem Original der Kinder- und Hausmärchen der Gebrüder Grimm – Teil des UNESCO-Weltdokumentenerbes – zu besichtigen. Am zweiten Tag werden wir die in der Nähe Kassels gelegene Trendelburg mit einer fachkundigen Führung besuchen und uns dort weiter mit den Aspekten Märchen, Sagen, Geschichte, Kultur und Natur befassen.

Gemeinsam soll im Kreis der Teilnehmenden die Leistungsfähigkeit von Märchen bei der Darstellung und Bearbeitung gesellschaftlicher Konflikte und als Medium des Austauschs über diese Konstellationen diskutiert und untersucht werden und für die Unterrichtspraxis verschiedener Schulstufen und -fächer fruchtbar gemacht werden.

Exkursion an außerschulischen Lernort

GRIMMWELT Kassel und Trendelburg

Mindest- und Maximalanzahl der Workshop-TNs

5-15 TNs

Referentinnen und Referenten

Julia Ronge, Vermittlung und Didaktik der GRIMMWELT sowie das Team des Museums; Dieter Uffelmann, Führung in der Trendelburg

Workshopverantwortliche

Gabriele Laas, Giuseppina Santoro, Beate Swoboda, Kerstin Wehlmann (Team der hessischen UNESCO-Projektschulen)

Workshop 2 - Demokratielernen in der Schule nachhaltig und systemisch verankern – Wie geht das?

18. September 2019, 09:15 – 12:30 Uhr, Universität Kassel
19. September 2019, 10:00 – 17:30 Uhr, Dr. Georg-August Zinn Schule in Gudensberg

Schulisches Demokratielernen kann durch geeignete Beratungs-, Fortbildungs- und Veranstaltungsformate präziser wahrgenommen, unterstützt und – vor allem mit Blick auf die konkrete Verankerung im gesamten System Schule – gestärkt und weiterentwickelt werden. Das seit 2007 bestehende Projekt des Hessischen Kultusministeriums (HKM) „Gewaltprävention und Demokratielernen“ führt in diesem Workshop u.a. in die Bereiche demokratiepädagogische Schulentwicklung, den auf Schüler*innenpartizipation angelegten Klassenrat, das Konzept eines jährlich stattfindenden landesweiten Demokratietags sowie die Teilnahme an demokratiepädagogischen Wettbewerben ein.

Durch den Besuch in einer profilierten Klassenratsschule in der Nähe Kassels besteht die Möglichkeit zur Hospitation in einer Klassenratsstunde und einem anschließenden gemeinsamen Gespräch mit den beteiligten Schülerinnen und Schülern sowie den Lehrkräften.

Zudem wird auch die Frage der inhaltlichen und konzeptionellen Anschlussfähigkeit der Gewaltprävention / des Demokratielernens an die Bildungsagenda 2030 der UNESCO (vor allem Kinder- und Menschenrechtsbildung; Global Citizenship Education) in den Blick genommen.

Exkursion an außerschulischen Lernort

Klassenratsschule in Gudensberg bei Kassel

Mindest- und Maximalanzahl der Workshop-TNs

8-25 TNs

Referentinnen und Referenten

Dr. Birte Friedrichs, Autorin und Fortbildnerin; Dr. Bernt Gebauer, Leiter des HKM-Projekts "Gewaltprävention und Demokratielernen"; Angela Winderlich, stellvertretende Leiterin des HKM-Projekts "Gewaltprävention und Demokratielernen" (GuD)

Workshopverantwortliche

Angela Winderlich, stellvertretende Leiterin des HKM-Projekts GuD

Workshop 3 - Digital – kreativ: Mit Tablets im Bergpark Wilhelmshöhe

18. September 2019, 09:15 – 12:30 Uhr, Museumslandschaft Hessen Kassel
19. September 2019, 10:00 – 17:30 Uhr, Bergpark / Schloss Wilhelmshöhe

Der Bergpark mit seinen Wasserspielen und dem Herkules ist seit 2013 UNESCO-Weltkulturerbe. Dieser Workshop versucht neue Zugänge zu seiner Bedeutung für Jugendliche zu erschließen. Die Frage nach einer zeitgemäßen Welterbebildung im Kontext der gegenwärtigen gesellschaftlichen und politischen Veränderungen soll dabei natürlich auch aufgegriffen und in konkreten Projekten fruchtbar gemacht werden.

Anstelle einer stark gelenkten Vermittlung von Hintergrundwissen zum Bergpark wird ein selbstständiges, spielerisches und entdeckendes Lernen mittels Tablets gefördert. So können selbsterstellte Fotos bearbeitet und überzeichnet werden, kleine Präsentationen erstellt oder Filme gedreht werden.

Exkursion an außerschulischen Lernort

Bergpark Wilhelmshöhe, Museumslandschaft Hessen Kassel

Mindest- und Maximalanzahl der Workshop-TNs

Max. 20 TNs

Referentinnen und Referenten

Sabine Buchholz (Leitung Bildung & Vermittlung der Museumslandschaft Hessen Kassel), Max Holicki (Filmstudent), Barbara von Lucadou (Kunstlehrerin), Florian Winkler (Volontär Bildung & Vermittlung der Museumslandschaft Hessen Kassel)

Workshopverantwortliche

Sabine Buchholz (Museumslandschaft Hessen Kassel)

Workshop 4: Ideenwerkstatt zum Internationalen UNESCO-Projekttag 2020 zum Themenschwerpunkt „Demokratie“

18. September 2019, 09:15 – 12:30 Uhr, Universität Kassel
19. September 2019, 10:00 – 17:30 Uhr, Universität Kassel

„Demokrat’ICH. Demokratie in einer Welt der Umbrüche“ wurde als nächstes Thema des internationalen Projekttags der UNESCO-Projektschulen 2020 gewählt.

In dieser Ideenwerkstatt tragen wir die Ideen der Teilnehmer für einzelne Unterrichtsphasen und -einheiten, fächerübergreifende Projekte, Projektwochen oder schulübergreifende Aktionen oder Tagungen zusammen.

Das Ergebnis soll eine digitale Ideenkiste sein, die Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler inspiriert und ihnen hilft, Erfolge und Ergebnisse im gewünschten Zeitrahmen zu erreichen.

Unsere Vorschläge richten sich an Akteure an Grundschulen, Sekundar- und Oberstufen sowie an altersgemischte und schulartübergreifende Gruppen mit und ohne Erwachsene. Darum freuen wir uns über Teilnehmer aus allen Schularten und schulischen Einrichtungen.

Bitte bringen Sie, soweit vorhanden, digitale Arbeitsmittel wie Laptop, Handy, usb-Stick, Überspielkabel, Kopfhörer und Ihre Zugangsdaten zu Cloud-Diensten usw. mit, damit wir mit den Möglichkeiten der modernen Medien spielen können.

Mindest- und Maximalanzahl der Workshop-TNs

4-16 TNs

Referentinnen und Referenten

Karl Hußmann, Landeskoordinator der UNESCO-Projektschulen in NRW; Kathrin Peters, Landeskoordinatorin der UNESCO-Projektschulen in SH

Workshopverantwortliche

Mitglied des Teams der hessischen UNESCO-Projektschulen

Workshop 5: Lernen zwischen Populismus und Migration

18. September 2019, 09:15 – 12:30 Uhr, Universität Kassel
19. September 2019, 10:00 – 17:30 Uhr, Rassismuskritischer Stadtrundgang

Spätestens seit dem „Langen Sommer der Migration“ 2015 und 2016 wird Migration als Dauerthema mindestens kontrovers, teils polarisierend diskutiert. Die politischen Entwicklungen in Deutschland und vielen Ländern Europas sind Ausdruck davon. Dabei sind sowohl in der Öffentlichen Meinung als auch in der politischen Arena – national wie europäisch – migrationskritische bis -feindliche Akteure dominant.

Schule, die immer auch Spiegel der Gesellschaft ist, bleibt von diesen Entwicklungen keinesfalls unberührt. Sei es etwa durch die Einrichtung von Integrations- und Sprachlerner*innenklassen für geflüchtete Schüler*innen oder dem Auftreten rechtspopulistischer Handlungen innerhalb der Schüler*innenschaft.

In unserem Workshop werden wir uns aus der Perspektive der schulischen Politikdidaktik den Themenkomplexen Migration und Populismus annähern. Dabei werden wir einführend, aus fachwissenschaftlicher Perspektive, versuchen, die politischen Entwicklungen der letzten Jahre schlaglichtartig zu beleuchten und einzuordnen sowie aktuelle Tendenzen zu betrachten. Im zweiten Schritt lernen wir anhand von Praxismethoden Möglichkeiten kennen, wie diese Themen im schulischen Politik- und Wirtschaftsunterricht bearbeitet werden können und diskutieren dabei mögliche Herausforderungen in Konzeption und Umsetzung.

Exkursion an außerschulischen Lernort

Rassismuskritischer Stadtrundgang Kassel (Die Stadtrundgangster – Politisches Spazierengehen in Theorie und Praxis)

Mindest- und Maximalanzahl der Workshop-TNs

10-15 TNs

Referentinnen und Referenten

Nicholas Henkel, Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Kassel (FB 05, Didaktik der Politischen Bildung); Mitglied im Verein „Die Kopiloten e.V. – gemeinsam. politisch. bilden.“

Workshopverantwortlicher

Nicholas Henkel (Uni Kassel)

Workshop 6: Lieder von der Sehnsucht nach Demokratie und Freiheit

18. September 2019, 09:15 – 12:30 Uhr, Universität Kassel
19. September 2019, 10:00 – 17:30 Uhr, Musikprojekt "Palaver Rhababa"

Viele Lieder und Songs unserer Gegenwart sind von einer unmittelbaren Sehnsucht nach Freiheit geprägt und haben es damit geschafft, zu weltweiten Hits zu werden. Andere Lieder und Songs sind im Kontext von Bewegungen für Demokratie und Freiheit entstanden und berühmt geworden – von den Liedern des Vormärz des 19. Jahrhunderts über die Protestsongs der US-amerikanischen Bürgerrechtsbewegung der 1950er und 60er Jahre bis zu den Gesängen, die die Revolution im Sudan im Frühjahr dieses Jahres begleitet haben.

Neben der Auseinandersetzung mit dem historischen Kontext einzelner besonderer Lieder sollen v.a. das gemeinsame Singen und die Freude am Ausprobieren verschiedener Lieder im Mittelpunkt stehen. Unter Anleitung eines erfahrenen Chorleiters werden wir miteinander singen und evtl. auch beim Fest des Kulturellen Abend gemeinsam auftreten.

Im Workshop ist jede und jeder willkommen, die / der Spaß am gemeinsamen Singen hat bzw. neugierig hierauf ist. Eine musikalische Vorbildung wird nicht vorausgesetzt.

Exkursion an außerschulischen Lernort

Am Donnerstagnachmittag treffen wir Musiker des Kasseler Musikprojekts „Palaver Rhababa“, die uns von der Bedeutung der Musik und des gemeinsamen Musizierens für ihr Leben erzählen. Im Projekt „Palaver Rhababa“ kommen Menschen unterschiedlicher Herkunft miteinander zusammen, um miteinander zu musizieren – Geflüchtete, Migranten, Einheimische – und so etwas Neues auf die Bühne zu bringen.

Mindest- und Maximalanzahl der Workshop-TNs

7-20 TNs

Referentinnen und Referenten

Peter Anders, Chorleiter und Musiklehrer der IGS Nordend (Frankfurt am Main); Mitglieder von Palaver Rhababa (Kassel); Klaus Schilling, UNESCO-Koordinator der Humboldtschule (Bad Homburg)

Workshopverantwortliche

Mitglied des Teams der hessischen UNESCO-Projektschulen

Workshop 7: Menschenbilder - der Umgang mit Randgruppen im Wandel der Zeit am Beispiel des ehemaligen Arbeitshauses Breitenau

18. September 2019, 09:15 – 12:30 Uhr, Universität Kassel
19. September 2019, 10:00 – 17:30 Uhr, KZ-Gedenkstätte Breitenau

„Arbeitsscheue“, „Gemeinschaftsfremde“, „Sozialschmarotzer“ – diese auch heute noch bekannten Begriffe dienen seit langer Zeit der Ausgrenzung und Stigmatisierung bestimmter Bevölkerungsgruppen. Beginnend mit der sprachlichen Ausgrenzung über die Einweisung ins Arbeitshaus, die Korrigendenanstalt bis hin zum KZ - in der Gedenkstätte Breitenau zeigen sich alle Facetten der Diskriminierung von Randgruppen von der Kaiserzeit bis zum Nationalsozialismus.

Im Rahmen des Workshops werden wir uns am ersten Tag mit bis heute wirksamen Strategien der Ausgrenzung bestimmter Bevölkerungsgruppen befassen und dabei insbesondere die Sprache und Rhetorik der Ausgrenzung in den Blick nehmen. In einem zweiten Schritt werden wir dabei auch selbst aktiv, indem wir wirksame Elemente für die Gegenrede und Widerlegung solcher Aussagen und Parolen kennenlernen und erproben.

Am zweiten Tag des Workshops steht zunächst die Gedenkstätte Breitenau im Zentrum der Aufmerksamkeit. Gemeinsam mit dem Leiter der Gedenkstätte werden wir diesen besonderen Lernort und seine Geschichte im Wandel der Zeit erkunden und die Ausstellung besichtigen. Zudem besteht auch die Möglichkeit zur Besichtigung der bundesweiten Wanderausstellung „Wohnungslose im Nationalsozialismus“, die einen zusätzlichen Fokus ermöglicht.

Exkursion an außerschulischen Lernort

Gedenkstätte Breitenau. Breitenau liegt in der unmittelbaren Nähe Kassels und weist eine besondere Geschichte auf, die in der Gedenkstätte erforscht und erinnert wird. Im 19. Jahrhundert wurde dort ein Arbeitshaus als sog. „Besserungsanstalt“ eingerichtet, das bis 1949 bestand. 1933 entstand zusätzlich ein Konzentrationslager zur Inhaftierung der politischen Gegner des Nationalsozialismus, ab 1940 wurden insbesondere ausländische Zwangsarbeiter in Breitenau gefangen gehalten.

Mindest- und Maximalanzahl der Workshop-TNs

8-18 TNs

Referentinnen und Referenten

Kirsten Quass, Geschichtslehrerin der Clemens-Brentano-Europaschule Lollar (UPS); Dr. Gunnar Richter, Leiter der Gedenkstätte Breitenau

Workshopverantwortliche

Agnes Adamietz und Kirsten Quass (Team der hessischen UNESCO-Projektschulen)

Workshop 8: Mitreden, mitentscheiden - Demokratie braucht Mitstreiter!

18. September 2019, 09:15 – 12:30 Uhr, Universität Kassel
19. September 2019, 10:00 – 17:30 Uhr, Die Kopiloten e.V.

Eine Demokratie braucht Bürgerinnen und Bürger, die kritische Fragen stellen, die ihre Meinung sagen und sich mit den Meinungen anderer fair und sachlich auseinandersetzen, die zuhören und über den eigenen Horizont hinausblicken. Diese Schlüsselkompetenzen für mündige Bürger*innen sollten früh erworben und trainiert werden.  

In dem Workshop „Mitreden, mitentscheiden – Demokratie braucht Mitstreiter!“ werden zwei Zugänge zur Thematik näher beleuchtet: zum einen wird das Projekt „Jugend debattiert“ vorgestellt und praxisorientiert erprobt, zum anderen werden zwei Kasseler Medienprojekte von und für Kinder und Jugendliche des Vereins „Die Kopiloten e.V. – gemeinsam.politisch.bilden“ besucht und vorgestellt.

„Jugend debattiert“ ist ein Projekt, das Jugendlichen Spaß am Debattieren vermittelt. Alltagsnah verknüpft es Sprachförderung, politische Bildung und kompetenzorientiertes Lernen. Klare Regeln ermöglichen allen, zu Wort zu kommen. Die strukturierte Debatte übt den Perspektivwechsel und schult die Auseinandersetzung mit anderen Meinungen. Dies fördert die Persönlichkeitsentwicklung und vermittelt Schülerinnen und Schülern Fähigkeiten, die sie in der Schule und für ihren Abschluss, beim Übergang ins Berufsleben oder Studium benötigen, zum Beispiel Auftreten, Argumentationsfertigkeit und Teamfähigkeit. Der Workshop vermittelt einen Einblick in die Planung und Durchführung einer Unterrichtsreihe zum Thema „Debattieren“. Die Teilnehmenden sollen selbst Debattieren nach dem vorgestellten Konzept probieren (www.jugend-debattiert.de). 

Das Projekt "#hatebreach – Hass im Netz begegnen" ist eine von vielen Antworten auf das zunehmend normal erscheinende Phänomen, gegen andere Menschen zu hetzen, sie zu diffamieren, sie zu verunglimpfen. In der Anonymität des Netzes und der sozialen Medien im Speziellen sind vermehrt Tendenzen zu beobachten, die Rassismus, Homophobie, Sexismus, Antisemitismus und weitere Phänomene Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit normalisieren und reproduzieren. Allen gemein ist, dass sie eine Gefahr für das demokratische Miteinander darstellen, digital und analog (www.hatebreach.net).

"Punkt" ist ein stadtweites Jugendmagazin, mit dem sich junge Menschen über den eigenen Schulhof hinaus austauschen und informieren, mit dem sie Ihre Interessen lautstark in die Öffentlichkeit tragen und artikulieren (www.punktmagazin.de).

Exkursion an außerschulischen Lernort

Medienprojekte mit Kasseler Kindern und Jugendlichen des Vereins „Die Kopiloten e.V. – gemeinsam.politisch.bilden.“

Mindest- und Maximalanzahl der Workshop-TNs

8-16 TNs

Referentinnen und Referenten

Claudia Weiß, Lehrertrainerin im Projekt „Jugend debattiert“ und Fachbereichsleiterin am Gustav-Stresemann-Gymnasium Bad Wildungen; Maria Grüning, Koordinatorin „Die Kopiloten e.V.“ und Projektleiterin „#hatebreach – Hass im Netz begegnen“ und Markus Mengel, Projektleiter „PUNKT – Dein Leben, Deine Stimme!“

Workshopverantwortlicher

Dr. Johannes Salzig (Landeskoordinator der hessischen UNESCO-Projektschulen)

Workshop 9: Nachhaltige Entwicklung und Demokratie

18. September 2019, 09:15 – 12:30 Uhr, Universität Kassel
19. September 2019, 10:00 – 17:30 Uhr, Wassererlebnishaus Fuldatal (tbc)

Demokratische Teilhabe ist eine Grundvoraussetzung für nachhaltige Entwicklung. Diese Prämisse macht auch vor dem schulischen Kontext keinen Halt. Partizipation und die Einbindung der verschiedenen Ebenen der Schulgemeinschaft sind daher essentiell, um nachhaltige Entwicklung im Schulalltag und darüber hinaus in der Gesellschaft zu verankern und im Sinne eines Whole School Approaches zu institutionalisieren.

Ziel des Workshops ist es, vom Climate Action Projekt, als Klimaschutzprojekt und Umsetzungsmoment des Whole School Approaches, zu lernen. Am Beispiel des Projektes soll einerseits erläutert und diskutiert werden, wie wichtig partizipatorische Elemente sind, um den Schulalltag an nachhaltiger Entwicklung auszurichten. Andererseits soll erarbeitet werden, welche Möglichkeiten einer stärkeren Partizipation aller Ebenen der Schulgemeinschaft im Sinne eines Whole School Approaches bestehen und genutzt werden können. Die aktuellen Demonstrationen von „Fridays for Future“ verdeutlichen dabei die gesellschaftliche Relevanz einer partizipatorischen Umwelt- und Demokratiebildung.

Aufgrund der inhaltlichen Ausrichtung des Climate Action Projekts auf Umweltbildung besuchen wir am zweiten Tag des Workshops einen außerschulischen Lernort, der dieses Thema aufgreift. Dazu ist ein Besuch des Wassererlebnishauses Fuldatal (zertifizierter Bildungsträger für nachhaltige Entwicklung) geplant. Dieses versteht sich als Partner von Kindergärten, Schulen und Familien für Naturerlebnis, Umweltbildung und Nachhaltigkeit. Angebote des Wassererlebnishauses Fuldatal beinhalten verschiedene altersgerechte Lernangebote zu den Themen Wasser, Energie, Natur und Umwelttechnik. Neben einer Führung soll verdeutlicht werden wie es gelingt, Kindern und Jugendlichen Wege aufzuzeigen, Umwelt- und Zukunftsfragen konstruktiv anzugehen und sie damit zu mündigen, demokratischen Bürgerinnen und Bürgern zu erziehen.

Exkursion an außerschulischen Lernort

Wassererlebnishaus Fuldatal (tbc)

Mindest- und Maximalanzahl der Workshop-TNs

max. 12 TNs

Referentinnen und Referenten

Martina Graw, BNE-Fachberaterin (tbc)

Workshopverantwortlicher

t.b.a.

Workshop 10: (Post-)Koloniale Geschichte vor Ort erkunden - das Beispiel Witzenhausen

18. September 2019, 09:15 – 12:30 Uhr, Universität Kassel
19. September 2019, 10:00 – 17:30 Uhr, WeltGarten Witzenhausen, Tropengewächshaus und DITSL

Für das Globale Lernen spielen Fragen der Demokratie und Menschenrechte im internationalen Kontext eine wichtige Rolle (z.B. Ernährung, Fairer Handel, Globalisierung, Kinderrechte, UNO etc.). UNESCO-Projektschulen pflegen oftmals aktive Schul- und Lernpartnerschaften mit Schulen und Lernorten des Globalen Südens. Durch öffentliche Diskussionen und Auseinandersetzungen hat sich in den letzten Jahren das Bewusstsein für die Zeit des deutschen Kolonialismus geschärft – hieraus entstehen neue Fragestellungen und Lernchancen für das Globale Lernen allgemein wie auch für mögliche besondere Projekte.

In Witzenhausen bei Kassel wurden von 1898 – 1944 in der Deutschen Kolonialschule Landwirte für den Einsatz als Kolonial- und Tropenlandwirt ausgebildet. Das Archiv ihrer Dozenten- und Schülerakten sowie eine historische Fachbibliothek finden sich bis heute im Rahmen des dort jetzt existierenden Deutschen Instituts für tropische und subtropische Landwirtschaft (DITSL) vor Ort und können besichtigt und erforscht werden.

Mit dem WeltGarten Witzenhausen existiert ein mehrfach ausgezeichneter besonderer Lernort vor Ort mit besonderer Expertise im Feld des Globalen Lernens und der Bildung für nachhaltige Entwicklung.

In dem Workshop sollen die verschiedenen Perspektiven und Orte wie natürlich auch die Ideen und Fragen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer miteinander verbunden und produktiv aufeinander bezogen werden, indem

  • grundlegende Aspekte des globalen Lernens und der Werkzeuge einer postkolonialen Perspektive erarbeitet werden,
  • das Tropengewächshaus mit einem Workshop zur Thematik der Biodiversität, der tropischen Landwirtschaft und Ernährung erkundet wird,
  • die Bibliothek und das Gebäude der vormaligen Deutschen Kolonialschule wie auch die heutige Arbeitsweise der DITSL durch die Bibliothekarin vorgestellt werden,
  • ein im Rahmen eines Studierendenprojekts entwickelter Rundgang zur kritischen Auseinandersetzung mit der (post-)kolonialen Geschichte Witzenhausens ausprobiert wird,
  • der Erfahrungsaustausch und eigene Überlegungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zur Gestaltung eigener Projekte und Recherchen produktiv angeregt werden.

Exkursion an außerschulischen Lernort

WeltGarten Witzenhausen

Mindest- und Maximalanzahl der Workshop-TNs

5-20

Referentinnen und Referenten

Dr. Philippe Kersting (ebasa); Ines Fehrmann (Tropengewächshaus); Claudia Blaue (Bibliothekarin der DITSL); Mathilda Fuhrmeister (Postkolonialer Rundgang der Studierenden)

Workshopverantwortlicher

Björn Oesterheld (Team der hessischen UNESCO-Projektschulen)

Workshop 11: Von der documenta lernen - Demokratische Perspektiven der Kunst

18. September 2019, 09:15 – 12:30 Uhr, Universität Kassel
19. September 2019, 10:00 – 17:30 Uhr, Stadt Kassel

Die alle fünf Jahre stattfindende documenta ist eine der weltweit wichtigsten Großausstellungen zeitgenössischer Kunst, die unterschiedliche künstlerische wie gesellschaftliche Zeitströmungen widerspiegelt. Die documenta hat nicht nur die Kunstwelt immer wieder beschäftigt, auch kann die documenta als Verhandlungsort politischer Fragen betrachtet werden: Von der ersten Ausstellung 1955, die den Besuchern vor allem die Arbeiten derjenigen Künstler nahebringen wollte, die während der NS-Zeit unter der Bezeichnung „Entartete Kunst“ in Deutschland verfemt wurden, bis zur jüngsten Diskussion um den Verbleib des monumentalen Obelisken mit der viersprachigen Inschrift „Ich war ein Fremdling und ihr habt mich beherbergt“ auf dem Kasseler Königsplatz.

Mit welchen gesellschaftlichen und politischen Themen setzen sich die künstlerischen Arbeiten auseinander? Wo werden politische Fragen während der documenta verarbeitet und wie? Wie wirkt die Kunstausstellung in den Stadtraum Kassel hinein und zurück? Wo finden sich Kristallisationspunkte der Demokratie? Wie kann Kunst vermittelt und Wissensräume gestaltet werden? Wir werden versuchen, uns diesen Fragen in dem Workshop zu nähern.

Ayşe Güleç, Kunstvermittlerin, Pädagogin und Aktivistin war mehrfach für die documenta tätig, wird uns mit der Geschichte und Relevanz der documenta zu lokalen Kontexten vertraut machen und in einem Rundgang Bezüge zu den in Kassel verbliebenen Kunstwerken herstellen. In einem zweiten Teil wird Gila Kolb, forschende Kunstpädagogin und Kunstvermittlerin, uns einladen das „Verlernen“ zu erlernen, das zentrales Prinzip des Ausstellungs- und Vermittlungskonzepts der documenta 14 war. Wie also kann Kunst mit ihren Fragen vermittelt werden, wenn nicht von dem einen, gesicherten Wissen ausgegangen werden kann? Im Workshop werden Vermittlungstools aus der und für die Hosentasche entwickelt und erprobt.

Exkursion an außerschulischen Lernort

Entdeckungen im öffentlichen Raum Kassels

Mindest- und Maximalanzahl der Workshop-TNs

8-20

Referentinnen und Referenten

Ayşe Güleç, Kunstvermittlerin und Pädagogin, Gila Kolb, Kunstpädagogin und Kunstvermittlerin

Workshopverantwortliche

Dr. Simone Twiehaus, Kunsthistorikerin und Kunstpädagogin

Workshop 12: Widerstand und Demokratie - Beispiele aus Nationalsozialismus und DDR

18. September 2019, 09:15 – 12:30 Uhr, Universität Kassel
19. September 2019, 10:00 – 17:30 Uhr, Stiftung Adam von Trott, Imshausen e.V.

Möglichkeiten und Grenzen zum Widerstand in einem totalitären Staat sollen am Beispiel der beiden deutschen Diktaturen im 20. Jahrhundert mit Blick auf einzelne Biographien konkret verdeutlicht werden. Hierzu sollen ein Zeitzeugengespräch mit einer Akteurin der Friedlichen Revolution des Jahres 1989 in der DDR und eine Führung und Archivarbeit an der historischen Stätte in Imshausen stattfinden. Im Rahmen des Workshops wird dabei auch über die einzelnen Beispiele hinaus, das Phänomen des Widerstands gegen den Nationalsozialismus wie auch der Friedlichen Revolution in der DDR in den Blick genommen.

Ausgehend von diesen historischen Beispielen und Erkenntnissen soll die Frage nach der Bedeutung und Möglichkeit von Protest und Widerstand auch in unserer Gegenwart gemeinsam diskutiert werden.

Exkursion an außerschulischen Lernort

Stiftung Adam von Trott, Imshausen e.V., 1986 errichtet zum Gedenken an den NS-Widerstandskämpfer Adam von Trott zu Solz, bietet einen Ort für Dialog und Reflexion. Sie verfolgt das Ziel, den geschichtlich bedeutsamen, in der Mitte Deutschlands – zwischen Kassel, Fulda und Eisenach – gelegenen Ort Imshausen als Zentrum für die Begegnung von Menschen verschiedenster Herkunft und Prägung zu erhalten und weiter zu entwickeln.

Mindest- und Maximalanzahl der Workshop-TNs

7-18 TNs

Referentinnen und Referenten

Bettina Fügemann (Schriftstellerin und Runder Tisch Ballenstedt, ehemalige DDR), Ute Jansen (Bildungsreferentin der Stiftung Adam von Trott, Imshausen e.V.), Andreas Winterhalder (UNESCO-Schulkoordinator der Heinrich-Böll-Schule Rodgau)

Workshopverantwortlicher

Andreas Winterhalder (Team der hessischen UNESCO-Projektschulen)