UNESCO-Projektschule Leibnitz-Gymnasium St. Ingbert

Über Jahrzehnte kultivierter UNESCO-Geist

Das Leitziel der UNESCO-Projektschulen – die Förderung einer Kultur des Friedens – ist am Leibniz-Gymnasium von besonderer Bedeutung. Das mit 700 Schülerinnen und Schülern größte Gymnasium St. Ingberts ist seit vielen Jahrzehnten Mitglied im Netzwerk der UNESCO-Projektschulen. Das vielfältige Engagement im UNESCO-Kontext wird nicht als Traditionspflege, sondern als fortwährender Arbeitsauftrag verstanden.

Illustration UNESCO-Projektschulen

Fakten

  • Aufnahmejahr: 1990
  • Bundesland: Saarland
  • Schulform: Gymnasium
  • Webseite: www.leibniz-igb.de  

Frische Ansätze in der UNESCO-Arbeit

Seit 1990 ist das Leibniz-Gymnasium UNESCO-Projektschule. Es gibt kaum noch Lehrer und schon gar keine Schüler, die bereits dabei waren, als das Leibniz-Gymnasium UNESCO-Projektschule wurde. Aber jede Generation findet ihren eigenen Weg, die UNESCO-Ideen umzusetzen. So ist der UNESCO-Geist über die Jahrzehnte hinweg nicht bloß präsent geblieben, sondern stimuliert zu immer neuen Ansätzen, um den Herausforderungen der Zeit verantwortungsvoll gerecht zu werden.

Bildung für Nachhaltige Entwicklung

Die vielfältige Projektarbeit des Leibniz-Gymnasiums ist besonders durch den Schwerpunktbereich „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) gekennzeichnet. Die Schule liegt in der Region des UNESCO-Biosphärenreservats Bliesgau und arbeitet mit den dortigen Bildungspartnern intensiv an der Vermittlung der globalen Nachhaltigkeitsziele.

Um den Einflussradius im Kontext der Nachhaltigkeitsziele zu erhöhen, hat das Leibniz-Gymnasium die nachhaltige Schülergenossenschaft „InnoGrün eSG“ gegründet. Seit dem Schuljahr 2012/13 bietet diese nachhaltige Produkte an – regional, saisonal, ökologisch und fair –, die oftmals von der Schulgemeinschaft produziert werden. Auf diesem Wege entstand ein breites Angebot: nachhaltige Schul-T-Shirts, ökologische Schulmaterialien bis hin zu individuell gestalteten Trinkflaschen aus Edelstahl. Gleichzeitig pflegt die Schule mit der Schülergenossenschaft auch das Immaterielle Kulturerbe, denn die Genossenschaftsidee und -praxis wurde 2016 von der UNESCO als Immaterielles Kulturerbe der Menschheit anerkannt.

Fairtrade-Standards haben sich fest am Leibniz-Gymnasium etabliert und zu zahlreichen Projekten inspiriert. Beispiele dafür sind der Fairtrade-Milchshake-Wettbewerb oder das Fairtrade-Frühstück. Darüber hinaus können die Schüler Fairtrade-Produkte in der Schulmensa kaufen.  

Die Partizipation am Climate-Action-Project-Netzwerks, in dem sich die teilnehmenden Schulen zu modellhaften Vorbildern des Klimaschutzes transformieren, sowie die offizielle Auszeichnung als Fairtrade-School ergänzen die Arbeit im Bereich der BNE.

„Bildung für nachhaltige Entwicklung als ganzheitlicher Ansatz ist an unserer Schule ein seit mehreren Jahren gewachsener Schwerpunkt. Dies wurde durch das Engagement von Schülern, Eltern und Lehrern, die Unterstützung des Schulträgers sowie unserer Lage im UNESCO-Biosphärenreservat Bliesgau ermöglicht. Viele Aktivitäten und Projekte werden durch Schüler initiiert, so dass die Akzeptanz und Motivation der ganzen Schulgemeinschaft täglich spürbar ist. Das UNESCO-Projektschul-Netzwerk bietet tolle Austauschmöglichkeiten, um diesen Ansatz weiter zu verfolgen.“

Erik Brill, Schulleiter des Leibniz-Gymnasiums St. Ingbert

Die Begegnung der Generationen

Ein weiteres Beispiel für die UNESCO-Arbeit des Leibniz-Gymnasium St. Ingbert ist die AG „Begegnung der Generationen“. Generationenübergreifendes Zusammenleben ist ein schwieriges, aber sehr zukunftsrelevantes Thema in einer alternden Gesellschaft. Die Zusammenarbeit mit den örtlichen Seniorenheimen motiviert die Schülergruppen zu vielfältigen Aktivitäten. Das ruft große Begeisterung bei den Bewohnern der Einrichtungen hervor, baut Berührungsängste ab und animiert zum gemeinsamen intergenerativen Lernen.

„Wir denken fühlen und handeln weltoffen und solidarisch, um das interkulturelle Lernen zu fördern."

Schulmotto

Internationale Partnerschaften

Im Rahmen der internationalen Zusammenarbeit pflegt das Leibniz-Gymnasium St. Ingbert traditionell eine Partnerschaft mit der bulgarischen Geo-Milev-Schule. Die Unterstützung benachteiligter Gruppierungen, vor allem im globalen Süden, ist der Schule ein wichtiges Anliegen. So ist die Patenschaft mit der Rio Tinto High School Mubayira in Simbabwe eine Herzensangelegenheit der ganzen Schulgemeinschaft. Darüber hinaus bestehen jährliche Austauschprogramme mit Schulen in Frankreich, Spanien und Chile. Die Jahrgansstufe 8 fährt regelmäßig nach England.

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