UNESCO-Projektschule Institut für Heilpädagogik und Erziehungshilfe

Mit inklusivem Konzept die Werte der UNESCO leben

Das Institut für Heilpädagogik und Erziehungshilfe in Heidelberg betreut Schülerinnen und Schüler, die als „unbeschulbar“ gelten. Das Angebot richtet sich an Kinder ab dem Vorschulalter, die vorübergehend oder dauerhaft in schwere Entwicklungskrisen geraten sind oder sich in akuten Notsituationen befinden. Mit seinem ganzheitlichen Konzept bereitet das Institut die Kinder auf eine Reintegration in das öffentliche Bildungs- und Schulsystem vor.

Illustration UNESCO-Projektschulen

Fakten

  • Aufnahmejahr: 2013
  • Bundesland: Baden-Württemberg
  • Schulform: Bildungseinrichtung der Jugendhilfe, Beschulung für Schulverdrossene und Schulverweigerer sämtlicher Schularten 
  • Webseite: www.insti-tut.de 

Ein umfassendes und vielseitiges Angebot

Das 1992 gegründete Institut für Heilpädagogik und Erziehungshilfe bietet vielfältige Formen der Unterstützung für „unbeschulbare“ Kinder und Jugendlicher an. Diese reichen von niederschwelligen ambulanten, über teilstationäre bis hin zu Betreuungen über Tag und Nacht. Das Angebot richtet sich an Kinder ab dem Vorschulalter, die vorübergehend oder dauerhaft in schwere Entwicklungskrisen geraten sind oder die sich in akuten Notsituationen befinden, an junge Menschen mit schweren Verhaltens- und emotionalen Auffälligkeiten und an Schulverweigerer. Das Institut bereitet die Schüler auf eine Reintegration in das öffentliche Bildungs- und Schulsystem sowie für die Erlangung unterschiedlichster Schulabschlüsse vor. Seine Richtlinien hat es an die Werte der UNESCO-Projektschulen gekoppelt, deren Netzwerk es seit 2013 angehört.

Bildung für nachhaltige Entwicklung

Das Institut für Heilpädagogik und Erziehungshilfe engagiert sich mit Blick auf die Bildung für nachhaltige Entwicklung sowohl im Nah- als auch im Fernraum, gemäß dem Leitsatz „Global denken – lokal handeln!“. Neben vielfältigen und wechselseitigen Angeboten im Bereich der Erlebnispädagogik und der künstlerisch-ästhetischen Bildung existiert seit einigen Jahren der Zweig der „Tiergestützten Pädagogik“. Hier werden Zugänge zu Natur und Mensch über die Beschäftigung mit Tieren erschlossen.

Interkulturelles Lernen

Mindestens zweimal pro Kalenderjahr findet ein Austausch mit einer UNESCO-Partnerschule in Kolumbien statt, in dessen Rahmen sich die jungen Menschen beider Länder wechselseitig besuchen. Ferner existiert eine Patenschaft zu einer kenianischen Schule, in deren Region das Institut vielfältige Kontakte aufgebaut hat und einzelne Familien und Schüler unterstützt. Eine weitere Patenschaft besteht zu einer Blindenschule in Uganda.

UNESCO-Welterbevermittlung

In den Schulferien bietet das Institut Ferienreisen an, die unter anderem zu UNESCO-Welterbestätten in Deutschland und im Ausland führen.

Zusammenleben in Vielfalt

Die Erhaltung des kulturellen Erbes ist eine wichtige Leitidee, die im Alltag repräsentiert wird. So hat sich eine Gruppe Jugendlicher gebildet, um einen traditionsreichen Ort in der Gemeinde Heidelberg-Schlierbach zu pflegen. Dieser gehört zu dem historischen Wolfsbrunnen, einem Restaurant mit parkähnlicher Umgebung. Auch einstige Kurfürsten oder renommierte Persönlichkeiten, wie der Schriftsteller Mark Twain, besuchten den traditionsreichen Ort. Auf diese Weise ist das Institut stark mit dem Gemeinwesen des Stadtteils verbunden.

Außerdem engagieren sich die jungen Menschen bei den ortsüblichen Aktivitäten, angefangen bei der Ausrichtung des jährlichen „Sommertageszuges“ über verschiedene Stadtteilfeste bis hin zum herbstlichen Seniorennachmittag. Hier erfahren die in ihrem Selbstwertgefühl beeinträchtigten Jugendlichen Anerkennung und die Bedeutung von Gemeinschaft im erweiterten Sinn.

Menschenrechtsbildung und Demokratieerziehung

Sowohl Jugendliche als auch Mitarbeitende engagieren sich aktiv in der Arbeit mit Geflüchteten und pflegen den Umgang mit der jüngeren deutschen Geschichte, beispielsweise durch einer Ausstellung zum deutschen Widerstand von Jugendlichen in der Zeit zwischen 1933 und 1945.

Im Rahmen der Mitarbeit bei ‚Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage‘ beschäftigt sich das Institut immer wieder mit Menschrechts-, Demokratie- und Friedensbildungsfragen. Intern wird die Partizipation durch eine zum großen Anteil von den Jugendlichen selbstorganisierte wöchentliche Vollversammlung und andere Gremien gestärkt.

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