Die Burgen des Jabal Amel im Süden des Libanon und Sebastia in den Palästinensischen Gebieten zählen seit heute zum UNESCO-Welterbe. Das entschied das zuständige Komitee der Weltorganisation bei seiner aktuellen Sitzung in Busan, Südkorea. Die beiden Stätten wurden zugleich in die Liste des gefährdeten Welterbes aufgenommen, die nun 58 Einträge verzeichnet.

Burgen des Jabal Amel (Libanon)  

Die fünf Burgen des Jabal Amel – Beaufort, Toron, Dubieh, Maron und Chama – bilden ein zusammenhängendes Verteidigungssystem, das die militärische, politische und architektonische Entwicklung des südlichen Libanon von der Antike bis ins Mittelalter widerspiegelt. Vorwiegend während der Kreuzfahrerzeit errichtet, wurden die Festungen später von Ayyubiden, Mamluken und anderen Mächten angepasst. Strategisch günstig auf Höhenzügen und an wichtigen Routen gelegen, zeigen sie, wie Macht, Verteidigung und Verwaltung in der Levante über Jahrhunderte organisiert waren. Aufgrund von Kampfhandlungen im Südlibanon werden die Burgen auf der Liste des gefährdeten Welterbes geführt.  

Sebastia (Palästinensische Gebiete)

Nördlich von Nablus bewahrt Sebastia die Überreste einer mehr als zweitausendjährigen Siedlungsgeschichte. Archäologische Funde zeugen von zahlreichen Epochen: von der antiken Stadt Samaria aus der Eisenzeit über hellenistische, römische und byzantinische Einflüsse bis hin zu den Kreuzfahrern und Osmanen. Diese verschiedenen Schichten sind bis heute klar erkennbar und machen die politische, religiöse und städtebauliche Entwicklung eines der bedeutendsten Orte der Region sichtbar. Sebastia bietet somit einen einzigartigen Einblick in die Geschichte der Region und zählt zu den wichtigsten archäologischen Stätten der Levante. Gleichzeitig wurde Sebastia in die Liste des gefährdeten Welterbes aufgenommen. Das Welterbekomitee verweist dabei auf Pläne zur Umgestaltung von Teilen der Stätte sowie auf die Auswirkungen des anhaltenden israelisch-palästinensischen Konflikts. 

Hintergrund

Das UNESCO-Welterbekomitee tagt vom 19. bis 29. Juli in Busan, Südkorea. Es ist das wichtigste mit der Umsetzung der Welterbekonvention betraute Gremium. Es entscheidet in der Regel jährlich über die Einschreibung neuer Kultur- und Naturstätten in die Welterbeliste und befasst sich mit dem Erhaltungszustand eingeschriebener Stätten. Für die UNESCO-Liste des Kultur- und Naturerbes der Welt sind in diesem Jahr rund 30 Stätten nominiertExterner Link:. Derzeit vereint sie 1.250 Kultur- und NaturstättenExterner Link: in 170 Ländern. 58 davon gelten als bedrohtExterner Link:. Deutschland verzeichnet aktuell 55 WelterbestättenExterner Link:.

Weitere Informationen

Liste des gefährdeten Welterbes 

Neue Welterbestätten 2026

Pressematerial zur 48. Sitzung des UNESCO-Welterbekomitees

Website zur 48. Sitzung des UNESCO-WelterbekomiteesExterner Link:

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