Peter Martin
Stellvertretender Pressesprecher
Deutsche UNESCO-Kommission
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Das UNESCO-Welterbekomitee hat heute bei seiner Sitzung in Busan, Südkorea, zwei neue Stätten zum Menschheitserbe erklärt. Neben den Theatern der Amazonasregion in Brasilien gehört jetzt das Stadtzentrum von Gdynia an der polnischen Ostseeküste zum UNESCO-Welterbe. Damit beendet das Gremium seine Beratungen über die Aufnahme neuer Stätten in die Welterbeliste für dieses Jahr. Sie verzeichnet nun insgesamt 1.273 Einträge aus über 170 Ländern. Das Gremium tagt noch bis zum 29. Juli.
Als der Kautschukboom das Amazonasgebiet im späten 19. Jahrhundert zu einer der wichtigsten Wirtschaftsregionen der Welt machte, entstanden zwei außergewöhnliche Bauwerke: das Teatro Amazonas in Manaus und das Teatro da Paz in Belém. Finanziert durch den Reichtum des Kautschukhandels, verbanden die prachtvollen Opernhäuser europäische Architektur- und Kunsttraditionen mit Materialien und Motiven der Region. Bis heute sind sie wichtige Orte des kulturellen Lebens.
Das Stadtzentrum von Gdynia wurde zwischen 1926 und 1939 errichtet, als das frühere Fischerdorf innerhalb weniger Jahre zum wichtigsten Seehafen der Zweiten Polnischen Republik ausgebaut wurde und schnell auf über 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner anwuchs. Es gilt als eines der frühesten großflächigen Beispiele moderner Stadtplanung in Europa. Das Zentrum Gdynias zeichnet sich durch ein rechtwinkliges Straßennetz aus, das von Reihen moderner Stadthäuser gesäumt wird. Seine Architektur vereint unterschiedliche Strömungen der frühen Moderne zu einem außergewöhnlich geschlossenen Stadtbild. Zugleich prägen Bezüge zu Hafen, Meer und Küste das Erscheinungsbild der Stadt. Gdynia steht damit für einen grundlegenden Wandel des Städtebaus im frühen 20. Jahrhundert und für die Vorstellung einer modernen, gesunden und zukunftsorientierten Stadt.
Das UNESCO-Welterbekomitee tagt vom 19. bis 29. Juli in Busan, Südkorea. Es ist das wichtigste mit der Umsetzung der Welterbekonvention betraute Gremium. Es entscheidet in der Regel jährlich über die Einschreibung neuer Kultur- und Naturstätten in die Welterbeliste und befasst sich mit dem Erhaltungszustand eingeschriebener Stätten. Derzeit vereint sie 1.273 Kultur- und NaturstättenExterner Link: in über 170 Ländern. 58 davon gelten als bedrohtExterner Link:. Deutschland verzeichnet aktuell 55 WelterbestättenExterner Link:.
Pressematerial zur 48. Sitzung des UNESCO-Welterbekomitees
Website zur 48. Sitzung des UNESCO-WelterbekomiteesExterner Link:
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