Kulturerbestätten
Kulturerbestätten sind Orte, die aufgrund ihrer historischen, kulturellen, künstlerischen, wissenschaftlichen oder sozialen Bedeutung für die Menschheit von besonderem Wert sind. Sie können Denkmäler, Stätten, Gebäude, Kulturlandschaften oder auch ganze Ensembles umfassen.

Burgen des Jabal Amel (Libanon)
Die fünf Burgen des Jabal Amel – Beaufort, Toron, Dubieh, Maron und Chama – bilden ein zusammenhängendes Verteidigungssystem, das die militärische, politische und architektonische Entwicklung des südlichen Libanon von der Antike bis ins Mittelalter widerspiegelt. Vorwiegend während der Kreuzfahrerzeit errichtet, wurden die Festungen später von Ayyubiden, Mamluken und anderen Mächten angepasst. Strategisch günstig auf Höhenzügen und an wichtigen Routen gelegen, zeigen sie wie Macht, Verteidigung und Verwaltung in der Levante über Jahrhunderte organisiert waren. Aufgrund von Kampfhandlungen im Südlibanon, werden die Burgen auf der Liste des gefährdeten Welterbes geführt.

Sebastia (Palästinensische Gebiete)
Nördlich von Nablus bewahrt Sebastia die Überreste einer mehr als zweitausendjährigen Siedlungsgeschichte. Archäologische Funde zeugen von zahlreichen Epochen: von der antiken Stadt Samaria aus der Eisenzeit über hellenistische, römische und byzantinische Einflüsse bis hin zu den Kreuzfahrern und Osmanen. Diese verschiedenen Schichten sind bis heute klar erkennbar und machen die politische, religiöse und städtebauliche Entwicklung eines der bedeutendsten Orte der Region sichtbar. Sebastia bietet somit einen einzigartigen Einblick in die Geschichte der Region und zählt zu den wichtigsten archäologischen Stätten der Levante. Gleichzeitig wurde Sebastia in die Liste des gefährdeten Welterbes aufgenommen. Das Welterbekomitee verweist dabei auf Pläne zur Umgestaltung von Teilen der Stätte sowie auf die Auswirkungen des anhaltenden israelisch-palästinensischen Konflikts.