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21. Februar: Welttag der Muttersprache

Der Welttag der Muttersprache am 21. Februar 2022 rückt die Bedeutung von Technologie und digitalen Medien für mehrsprachige Bildung in den Fokus.

Sprache ist Mittel zum Ausdruck, Instrument zur Weitergabe von Informationen, Wissen und Kulturen. Damit ist sie Schlüssel zum Verstehen und zu gesellschaftlicher Teilhabe. Eine entsprechende Ausbildung in einer Sprache, die Menschen selbst sprechen und verstehen, erhalten hingegen nur 60 Prozent der Weltbevölkung. 40 Prozent bleibt eine solche Ausbildung verwehrt.

Einsatz von Technologien beim mehrsprachigen Lernen

Unter dem Motto „Einsatz von Technologie für mehrsprachiges Lernen: Herausforderungen und Chancen“ beleuchtet der diesjährige Welttag der Muttersprache die Rolle und das Potential von Technologie zur Förderung der mehrsprachigen Bildung und zur Entwicklung eines qualitativ hochwertigen Unterrichts für alle.  

Die UNESCO lädt daher am 21. Februar 2022 zu einem Webinar ein, um mit allen Interessierten über die Rolle der Technologie und der Lehrenden bei der Förderung und Unterstützung von mehrsprachigem Lernen zu diskutieren.

In Deutschland wird in einer Reihe von Lesungen, Vorträgen, Theater-, Musik- und Filmvorführungen in verschiedenen Sprachen, Beratungsangeboten, Fachdiskursen und Podiumsdiskussionen die Bedeutung der Mehrsprachigkeit hervorgehoben. Beteiligt sind Schulen, Kultur- und Schulämter, Volkshochschulen, Bibliotheken, Vereine und weitere Kultur- und Bildungsinstitutionen.  

Lernen während der Covid-19-Pandemie

Während der Covid-19-Pandemie mussten Schulen weltweit schließen. Dank technologiegestützter Lösungen konnte die Kontinuität des Lernens in vielen Teilen der Welt aufrechterhalten werden. Länder mit niedrigem Einkommensniveau konnten im Vergleich zu Industriestaaten jedoch im Schnitt um 40 Prozent seltener Fernunterricht über Online-Kanäle anbieten, so eine Umfrage zu den Reaktionen des nationalen Bildungswesens auf COVID-19-Schulschließungen von UNESCO, UNICEF, Weltbank und OECD. 

Vielen Lernenden und Lehrenden fehlte es an notwendiger Ausrüstung, Zugang zum Internet, Wissen und Unterstützung, um Fernunterricht zu nutzen. Darüber hinaus wurden die Lehr- und Lernmittel, Programme und Inhalte des Fernunterrichts größtenteils in den offiziellen beziehungsweise dominanten nationalen oder internationalen Sprachen angeboten.

Bewahrung sprachlicher Vielfalt  

Die UNESCO glaubt an die Bedeutung der kulturellen und sprachlichen Vielfalt für nachhaltige Gesellschaften. Im Rahmen ihres Mandats für den Frieden setzt sie sich für die Bewahrung der Unterschiede in den Kulturen und Sprachen ein, die die Toleranz und den Respekt gegenüber anderen fördern.    

Viele Sprachen verschwinden oder werden bald verschwinden. Um den Status dieser bedrohten Sprachen zu überwachen, sammelt die UNESCO in einem interaktiven Online-Atlas Daten zu Sprachen, die vom Aussterben bedroht sind. Auch deutsche Mundarten wie das Sorbische, Jiddische oder Rhein- und Moselfränkische stehen auf der UNESCO-Liste der bedrohten Sprachen. 

Um die weltweite Aufmerksamkeit auf die kritische Situation vieler indigener Sprachen zu lenken und Akteure und Ressourcen für ihre Erhaltung, Wiederbelebung und Förderung zu mobilisieren, erklärte die Generalversammlung der Vereinten Nationen 2019 die Jahre 2022 bis 2032 zur Internationalen Dekade der indigenen Sprachen.  

Hintergrund 

Die Idee, den Internationalen Tag der Muttersprache zu begehen, geht auf eine Initiative Bangladeschs zurück. Er wurde auf der UNESCO-Generalkonferenz 1999 beschlossen und wird seit 2000 weltweit begangen. Seit 2003 gibt es zudem die UNESCO-Empfehlung zur Förderung und Nutzung der Mehrsprachigkeit

Digitale Sammlung zur Sprachenvielfalt  

Digitale Sammlung zur Sprachenvielfalt
Kunstwerk aus Worten

UNESCO-Weltdokumentenerbe

Digitale Sammlung zur Sprachenvielfalt

Die Sammlung zur Sprachenvielfalt im Sprachenarchiv „The Language Archive“ (TLA) des Max-Planck-Instituts für Psycholinguistik in den Niederlanden umfasst 64 digitale Kollektionen. Die audio-, visuellen- und Textquellen zu 102 Sprachen und Kulturen aus der ganzen Welt stellen einen Meilenstein der internationalen Sprachdokumentation und Sprachwissenschaft dar.
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