Das UNESCO-Welterbekomitee hat heute bei seiner Sitzung in Busan, Südkorea, zwei weitere Stätten in die Liste des gefährdeten Welterbes aufgenommen. Die historische Innenstadt von Paramaribo in Suriname sowie die antike Stadt Chersones auf der von Russland besetzten Krim gelten als akut bedroht. Das Komitee fordert mehr Schutz für das Menschheitserbe. Bereits gestern wurden die Überreste des antiken Tyros im Libanon in die Notfall-Liste aufgenommen, die damit 56 Stätten umfasst.

Historische Innenstadt von Paramaribo (Suriname)

Die historische Innenstadt von Paramaribo wurde 2002 zum Welterbe erklärt. Die Altstadt von Surinames Hauptstadt gilt als einzigartiges Beispiel für die Verbindung niederländischer Kolonialarchitektur mit den lokalen Bauweisen und Materialien des südamerikanischen Landes. Im 17. und 18. Jahrhundert errichtet, sind zahlreiche Holzhäuser und mit ihnen das historische Straßenbild bis heute erhalten. Im vergangenen Jahr wurden mehrere Gebäude der Welterbestätte durch ein Feuer zerstört. Neben mangelndem Brandschutz gefährden umstrittene Neubauprojekte die Welterbestätte.

Taurisches Chersones: Antike Stadt und Chora (Ukraine)

Die antike Stadt Chersones auf der Krim und ihr Umland zählen zu den wichtigsten Zeugnissen der griechischen Besiedlung im nördlichen Schwarzmeerraum. Zum Welterbe gehören seit 2013 sowohl die Ruinen der antiken Polis als auch die Überreste ihrer Chora, einer landwirtschaftlich geprägten Kulturlandschaft, die über viele Jahrhunderte eng mit der Stadt verbunden war. Seit der Besetzung der Krim durch Russland im Jahr 2014 kann die Ukraine den Schutz der Stätte nicht mehr gewährleisten. Chersones wurde nun in die Liste des gefährdeten Welterbes aufgenommen. Satellitenaufnahmen legen nahe, dass umfangreiche Ausgrabungen sowie großflächige Entwicklungs- und Bauarbeiten die Authentizität der Stätte beeinträchtigen.

Hintergrund

Das UNESCO-Welterbekomitee tagt vom 19. bis 29. Juli in Busan, Südkorea. Es ist das wichtigste mit der Umsetzung der Welterbekonvention betraute Gremium. Es entscheidet in der Regel jährlich über die Einschreibung neuer Kultur- und Naturstätten in die Welterbeliste und befasst sich mit dem Erhaltungszustand eingeschriebener Stätten. Für die UNESCO-Liste des Kultur- und Naturerbes der Welt sind in diesem Jahr rund 30 Stätten nominiertExterner Link:. Derzeit vereint sie 1.248 Kultur- und NaturstättenExterner Link: in 170 Ländern. 56 davon gelten als bedrohtExterner Link:. Deutschland verzeichnet aktuell 55 WelterbestättenExterner Link:.

Weitere Informationen

Liste des gefährdeten Welterbes 

Historische Innenstadt von ParamariboExterner Link:

Taurisches Chersones: Antike Stadt und ChoraExterner Link:

Pressematerial zur 48. Sitzung des UNESCO-Welterbekomitees

Website zur 48. Sitzung des UNESCO-WelterbekomiteesExterner Link:

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