BNE Online-Workshop-Reihe

Bildung für nachhaltige Entwicklung und die Klima-Krise: 'Flatten the curve' für den Klimawandel

Die Februar-Ausgabe der UNESCO-Online-Workshop-Reihe konzentrierte sich auf Parallelen zwischen der Pandemie und der Klima-Krise und wie BNE hilft, dem Klimawandel zu begegnen. Die Ergebnisse in der Zusammenfassung.

Seit dem Ausbruch von Covid-19 konzentriert sich die Aufmerksamkeit weltweit auf die Pandemie und die akute Bewältigung der Krise. Wichtige Herausforderungen der nachhaltigen Entwicklung, einschließlich der größten Herausforderung unserer Zeit – dem Klimawandel –, bleiben ungelöst.

Während das Jahr 2020 eines der heißesten Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnungen war, bietet uns 2021 eine einzigartige Gelegenheit, Klimabildung zu stärken und auf eine ganzheitliche Nachhaltigkeit hinzuwirken. Im Mai 2021 wird die UNESCO-Weltkonferenz zu Bildung für nachhaltige Entwicklung Länder zusammenbringen, um Unterstützung für "BNE 2030", den neuen globalen Rahmen für Bildung für nachhaltige Entwicklung, zu mobilisieren. Im November wird auf der COP 26 voraussichtlich ein neues Arbeitsprogramm zu Bildung zum Klimawandel und verwandten Bereichen verabschiedet werden.

Während der Eröffnungsrede erläuterte Vibeke Jensen, Direktorin der Abteilung für Frieden und nachhaltige Entwicklung der UNESCO, ihre Hoffnungen für die COP 26: "Wir hoffen, dass die Regierungen anlässlich der COP 26 bereit sein werden, sich zu verstärkten Maßnahmen im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung zu verpflichten und die Zusammenarbeit zwischen dem Bildungs- und dem Umweltsektor zu stärken".

In dem Workshop sprachen die Referierenden über den Zusammenhang zwischen Bildung und Klimaschutz aus verschiedenen Perspektiven, darunter die internationale Agenda Action for Climate Empowerment, klimafreundliche Schulen, Gleichstellung der Geschlechter und Lehrpläne.

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Bildung als Schlüsselelement für Klimaschutz

Fleur Newman, Leitung der Abteilung Action Empowerment, UNFCCC, teilte mit, dass Bildung von der internationalen Gemeinschaft als entscheidendes Element anerkannt wurde, um dem Klimawandel zu begegnen. Sie betonte, dass die Erholung von der Covid-19-Krise eine Chance eröffnet, sich besser wiederaufzustellen, indem wir unsere sozialen und wirtschaftlichen Modelle in Richtung einer fairen, inklusiven und nachhaltigen Entwicklung verändern:

"Während Covid-19 eine der größten Herausforderungen für die Weltwirtschaft in der Neuzeit darstellt, eröffnet die Erholung auch ein beispielloses Fenster der Hoffnung und eine Chance für die Nationen, die Wirtschaft des 21. Jahrhunderts auf eine Weise zu gestalten, die sauber, grün, gesund, sicher und gerecht ist - für alle Menschen, insbesondere in den entlegensten und verletzlichsten Teilen der Welt."

Als Verantwortliche für Umweltbildungsprojekte am Hassan II International Center for Environmental Training, der akademischen Einrichtung der Mohammed VI Stiftung für Umweltschutz, berichtete Meryem Khorari von ihren Erfahrungen mit dem Eco-Schools-Programm, mit dem die Stiftung zur Entwicklung klimafreundlicher Schulen in Marokko beiträgt. Über die Bewusstseinsbildung hinaus zielt das Programm darauf ab, das von klein auf erworbene Wissen von Schulkindern zu stärken, indem ein gesamtschulischer Ansatz verfolgt wird, der über die Aufnahme des Klimawandels in den Lehrplan hinausgeht und ihn als Überlegung in die Gestaltung der Bildungsinfrastruktur einbezieht, wie z.B. Energie- und Wasserressourcenmanagement, gesunde Ernährung und Erhaltung der biologischen Vielfalt.

Klimawandel und die Rolle von Jugend und Geschlechtergleichstellung

Bildung zum Thema Klimawandel findet auch außerhalb von Schulen statt, durch Jugendnetzwerke und Organisationen der Zivilgesellschaft.Menna Mosbah, eine junge Aktivistin aus Ägypten, arbeitet mit Jugendlichen und klärt sie über das Konzept von Ökofeminismus und Klimawandel auf. Als Gründerin der Young Egyptian Feminists League (YEFL) und Mitglied des BNE-Netzwerks für die arabische Jugend organisiert sie Workshops zu Gender- und Klima-Ungleichheiten.

Um die Integration der Gender-Perspektive in der Klimabildung zu gewährleisten, empfahl Menna, dass die Bildung zu den globalen Nachhaltigkeitszielen in die formalen Bildungssysteme und Schulinfrastrukturen integriert werden sollte. Sie wies auch darauf hin, wie wichtig es ist, die Führungsrolle von Frauen in grünen Ökonomien zu fördern und sich gegen klimabedingte Ungleichheiten wie Gewalt und Vertreibung einzusetzen.

 

Wo wir stehen und wohin wir wollen: Aktuelle Daten zur Klimabildung

Um den Klimaschutz zu fördern, sollten Bildungssysteme die Bildung zum Klimawandel in den Lehrplan aufnehmen. Auf der Veranstaltung präsentierte Marcia McKenzie, Forscherin der Universität von Saskatchewan in Kanada, Ergebnisse aus zwei kürzlich von der UNESCO in Auftrag gegebenen Studien zur Stärkung von Bildungsinitiativen als Antwort auf den Klimawandel.

Marcia McKenzie betonte die Notwendigkeit für Länder, Klimawandel und Bildungspolitik zusammen zu denken, indem die Zusammenarbeit zwischen dem Bildungs- und dem Klimasektor verstärkt wird. Sie betonte auch, dass der Whole-School-Approach der Schlüssel für Klimaschutz ist und dass der Unterricht zum Thema Klimawandel über die kognitiven, naturwissenschaftlichen Aspekte hinausgehen sollte, um sozial-emotionale und verhaltensbezogene Aspekte zu integrieren und die Lernenden zu unterstützen, aktiv zu werden.

Weitere Informationen

Der Online-Workshop „Bildung für nachhaltige Entwicklung und die Klima-Krise: 'Flatten the curve' für den Klimawandel“ war Teil der Online-Workshop-Reihe, die die UNESCO in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung und der Deutschen UNESCO-Kommission zur Vorbereitung der UNESCO-Weltkonferenz zu BNE organisiert. Weitere Informationen zu dieser Reihe finden Sie auch hier: en.unesco.org/themes/education-sustainable-development/ESDfor2030-workshops.

BNE 2030 & Covid-19

BNE Online-Workshop-Reihe
9. September 2020 – 14. April 2021

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