Timm Nikolaus Schulze
Pressesprecher
Deutsche UNESCO-Kommission
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Der Kultursektor ist weltweit von strukturellen Ungleichheiten geprägt. Kreative, Kulturtätige, Künstlerinnen und Künstler stehen vor wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen. Dabei spielt Kultur eine zentrale Rolle für das Streben nach sozialer Gerechtigkeit und den Aufbau friedlicher und nachhaltiger Gesellschaften. Das UNESCO-Übereinkommen zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen von 2005 unterstreicht diese Bedeutung.
Mit dem vierten UNESCO-Weltbericht „Politik für Kreativität neu gestalten“Herunterladen: (PDF, 6,48 MB) legt die UNESCO eine umfassende Bestandsaufnahme globaler kulturpolitischer Entwicklungen vor. Anhand von Daten aus über 120 Staaten wird nachvollziehbar, wie sich kulturpolitische Rahmenbedingungen in den vergangenen vier Jahren weltweit entwickelt haben und wo strukturelle Defizite bestehen. So liegt etwa die öffentliche Kulturfinanzierung im globalen Durchschnitt bei lediglich 0,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Darüber hinaus macht der Bericht deutlich, dass technologische Innovation nicht losgelöst von kulturpolitischer Verantwortung gedacht werden kann. Neben klaren regulatorischen und institutionellen Rahmenbedingungen für den digitalen Raum, braucht es geschlechtergerechte kulturpolitische Ansätze und faire Bedingungen für internationalen kulturellen Austausch.
Die UNESCO-Kommissionen Deutschlands und Österreichs stellen den Bericht erstmals gemeinsam im deutschsprachigen Raum vor. In einem digitalen Fachgespräch bringen sie Expertinnen und Experten aus Zivilgesellschaft und Politik mit Fachöffentlichkeit und Medien ins Gespräch über aktuelle Perspektiven und Herausforderungen kulturpolitischer Praxis und Forschung.
Dienstag, 19. Mai 2026 | 12.00 bis 13.30 Uhr
Die Veranstaltung findet online via Zoom statt.
Das Fachgespräch ist presseöffentlich. Medienvertretende werden gebeten, sich bis zum 18.5. auf der Website der Österreichischen UNESCO-KommissionExterner Link: anzumelden.
Deutschsprachiger Launch des UNESCO-Weltberichts
12.00 Uhr
Begrüßung und Moderation
Claudia Isep, stellvertretende Generalsekretärin der Österreichischen UNESCO-Kommission
12.10 Uhr
Präsentation des Berichts
Dr. Roman Luckscheiter, Generalsekretär der Deutschen UNESCO-Kommission
12.20 Uhr
Diskussion des Berichts
Dr. Anke Schad-Spindler, Vorsitzende des Fachbeirats Kulturelle Vielfalt, Österreich
Rana Yazaji, Geschäftsführerin der Schweizer Stiftung artasfoundation und Ko-Autorin des UNESCO-Weltberichts
Prof. Christian Höppner, Präsident des Deutschen Kulturrats
Sven Lehmann MdB, Vorsitzender des Ausschusses für Kultur und Medien des Deutschen Bundestages
Anschließend Q&A
Der UNESCO-Weltbericht „Re|Shaping Policies for Creativity“Externer Link: ist Teil des globalen Monitorings zur Umsetzung des UNESCO-Übereinkommens zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen. Das Übereinkommen wurde 2005 verabschiedet und ist das einzige völkerrechtlich bindende Dokument der internationalen Kulturpolitik, das sich auf zeitgenössische Kultur- und Kunstproduktion bezieht. Es sichert das Recht der Vertragsstaaten auf eigenständige Kulturpolitik und öffentliche Kulturförderung – auch unter den Bedingungen von Globalisierung und Handelsliberalisierung. Deutschland gehörte zu den Mitinitiatoren des Übereinkommens und wirkte engagiert an dessen Verhandlung und Ausgestaltung mit.
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UNESCO-Übereinkommen zur Vielfalt kultureller Ausdrucksformen
Pressesprecher
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