Timm Nikolaus Schulze
Pressesprecher
Deutsche UNESCO-Kommission
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Die Kulturministerinnen und -minister der 16 Bundesländer setzen sich dafür ein, Kultur als eigenständiges Ziel in eine künftige Nachhaltigkeitsagenda der Vereinten Nationen nach 2030 aufzunehmen. Das teilte das Sekretariat der Kultusministerkonferenz mit.
Maria Böhmer, Präsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission, begrüßt diesen Beschluss als bedeutenden Schritt für die anstehenden internationalen Beratungen:
„Nachhaltigkeit braucht Kultur. Dass sich die Kulturministerkonferenz klar für ein eigenständiges Kulturziel der Vereinten Nationen ausspricht, ist ein wichtiges Signal, für das ich sehr dankbar bin. Kultur prägt, wie Menschen Wandel verstehen und gestalten, und sie schafft gesellschaftliche Räume für Teilhabe, Zusammenhalt und Verständigung. Ein Kulturziel würde deutlich machen: Kultur ist keine Ergänzung nachhaltiger Entwicklung, sondern eine ihrer Grundlagen.“
Die Agenda 2030 der Vereinten Nationen hat 2015 erstmals gemeinsame Ziele für eine nachhaltige Entwicklung der ganzen Welt formuliert. Sie hat wichtige Fortschritte ermöglicht: Globale Herausforderungen werden heute stärker zusammengedacht, Zielkonflikte sichtbarer und Fortschritte fakten- und indikatorenbasiert bewertet. Auch wenn es herausfordernd bleibt, einzelne Ziele bis 2030 zu erreichen, hat sich die Agenda als gemeinsamer Orientierungsrahmen der internationalen Gemeinschaft bewährt. Zugleich bleibt eine zentrale Lücke: die Rolle von Alltagskultur, Kulturerbe, Kulturpolitik und Kulturgüterschutz ist in den bisherigen Nachhaltigkeitszielen zu wenig berücksichtigt.
Die Agenda 2030 bildet bis Ende 2030 den globalen Rahmen für nachhaltige Entwicklung. Voraussichtlich 2027 wird die internationale Gemeinschaft eine erste Festlegung treffen, wie die Agenda danach weitergeführt wird. Die UNESCO wirbt seit Langem dafür, Kultur darin strukturell mit einem eigenständigen Ziel zu verankern. Vor diesem Hintergrund kommt der Beschluss der Kulturministerkonferenz zur richtigen Zeit. Die klare Positionierung der Länder ist ein wichtiger Schritt hin zu einer gemeinsamen deutschen Haltung und unterstreicht die Bedeutung von Kultur für die internationale Nachhaltigkeitspolitik.
Die Agenda 2030 wurde 2015 von den Vereinten Nationen beschlossen. Mit ihr hat sich die Weltgemeinschaft erstmals auf einen gemeinsamen, ehrgeizigen Rahmen für nachhaltige Entwicklung verständigt. Kern sind 17 globale Nachhaltigkeitsziele, die Sustainable Development Goals (SDGs). Sie reichen von Armutsbekämpfung, Bildung und Gesundheit über Klima- und Umweltschutz bis hin zu Frieden, Gerechtigkeit und internationalen Partnerschaften. Die Agenda 2030 verfolgt einen integrierten Ansatz: Globale Herausforderungen sollen nicht isoliert betrachtet werden, sondern in ihren Zusammenhängen. Damit macht die Agenda sichtbar, dass soziale, ökologische, wirtschaftliche und politische Fragen eng miteinander verbunden sind. Zugleich schafft sie mit messbaren Indikatoren einen gemeinsamen Maßstab, anhand dessen Fortschritte weltweit vergleichbar und faktenbasiert bewertet werden.
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