Völkerrechtliche Empfehlungen der UNESCO können nur dann einen Unterschied machen, wenn sie durch die UNESCO-Mitgliedstaaten umgesetzt werden. Im Fall der UNESCO-Empfehlung zur Ethik der KI werden die Mitgliedstaaten ganz konkret dazu aufgerufen, deren Handlungsaufträge zur Sicherstellung ethischer KI-Systeme in nationale Maßnahmen zu umzusetzen:
Überschrift
"Diese Empfehlung richtet sich an die Mitgliedstaaten, (…), rechtliche und regulatorische Rahmenbedingungen für den gesamten Lebenszyklus von KI-Systemen zu entwickeln (…)."
Als Mittlerorganisation zwischen der UNESCO einerseits und der deutschen Regierung und Zivilgesellschaft andererseits setzt sich die Deutsche UNESCO-Kommission dafür ein, dass die Vorgaben der UNESCO-Empfehlung zur Ethik der KI in einer für den deutschen Kontext angemessenen Form umgesetzt werden. In einem ersten Schritt hat die Deutsche UNESCO-Kommission unmittelbar nach Verabschiedung der UNESCO-Empfehlung eine wissenschaftliche Studie zu den Bedingungen für deren Umsetzung in Deutschland in Auftrag gegeben. Die Studie zeigt, wo Deutschland in Bezug auf ethische KI steht und identifiziert zentrale Handlungsbedarfe und mögliche Lösungsansätze, unter anderem in den Feldern Geschlechtergerechtigkeit, Datenpolitik und internationale Zusammenarbeit.
Zur aktiven Umsetzung der UNESCO-Empfehlung zur Ethik der KI steht die Deutsche UNESCO-Kommission im regelmäßigen Austausch mit politischen Entscheidungsträgerinnen und -trägern, etwa mit Parlamentarierinnen und Parlamentariern in den zuständigen AusschüssenExterner Link: oder mit den betroffenen Fachministerien. Um die Umsetzung zu fördern, organisiert die Deutsche UNESCO-Kommission beispielsweise Workshops und Hintergrundgespräche zwischen Expertinnen und Experten und Vertreterinnen und Vertretern von Ministerien, Behörden und der Zivilgesellschaft. Dabei werden zentrale Themen der UNESCO-Empfehlung aufgegriffen und in konkrete Handlungsansätze für Deutschland übersetzt (z.B. für mehr Geschlechtergerechtigkeit und gegen DiskriminierungHerunterladen: (PDF, 109 KB) oder für eine verantwortliche KI-Nutzung in Kultur und Kreativwirtschaft). Hierbei wird auch das Zusammenspiel der UNESCO-Empfehlung mit anderen relevanten Regelwerken (etwa dem KI-Gesetz der Europäischen Union oder den KI-Initiativen des Europarats und der OECD) berücksichtigt. Darüber hinaus unterstützt die Deutsche UNESCO-Kommission die Erstellung regelmäßiger Staatenberichte zur Umsetzung der UNESCO-Empfehlung zur Ethik der KI in Deutschland.
Einbeziehung der Zivilgesellschaft
Die Förderung einer ethischen KI ist jedoch nicht allein Aufgabe der Politik. Die UNESCO-Empfehlung verpflichtet auch die Gesellschaft. Um das Bewusstsein dafür zu stärken, dass die Gestaltung einer Welt mit ethisch verantwortbarer KI eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist, die uns alle angeht, bezieht die Deutsche UNESCO-Kommission explizit auch Akteure aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen mit ein: von KI-Start-ups über zivilgesellschaftliche Organisationen bis hin zu Universitäten und Schulen. Dies geschieht unter anderem durch regelmäßige Vorträge vor Ort. Dabei werden zahlreiche ethische Fragen diskutiert, beispielsweise: Was muss sich in der Schul- und Berufsbildung ändern, um den Frauenanteil in der deutschen Digitalbranche zu erhöhen? Wie kann KI in der Kultur- und Kreativwirtschaft gewinnbringend für die dort Beschäftigten eingesetzt werden?
Welche Auswirkungen hat KI auf unsere Arbeitsplätze und die Gesellschaft?
Die Deutsche UNESCO-Kommission veröffentlicht auch regelmäßig eigene Publikationen zu ethischer KI, um möglichst breite und diverse Bevölkerungsschichten anzusprechen und eine bewusste und menschenzentrierte Anwendung dieser Technologie zu fördern. Die deutsche Übersetzung der UNESCO-Empfehlung zur Ethik der KI ist ein wichtiger Baustein, ebenso wie eine Broschüre zur UNESCO-Empfehlung, in der die wichtigsten Inhalte zusammengefasst sind. Die Broschüre macht deutlich, wo die ethischen Fallstricke von KI-Technologien in Schlüsselbereichen unserer Gesellschaft liegen, darunter Gesundheit, Kultur sowie Bildung und Forschung. Für ein junges Publikum hat die Deutsche UNESCO-Kommission den Comicroman Innerhalb der KI - Ein algorithmisches Abenteuer veröffentlicht. Im Roman folgen die Leserinnen und Leser vier Protagonisten in die algorithmische Galaxie “Plethor.A.I.” und erfahren dabei mehr über die sozialen, technischen, ethischen und menschenrechtlichen Auswirkungen von KI auf unsere Gesellschaft.










