UNESCO-Welterbe Wallfahrtskirche „Die Wies“

Harmonie von Kunst und Landschaft im Rokoko-Stil

Die außergewöhnlich gut erhaltene Wallfahrtskirche „Die Wies“ in Bayern ist eine glänzende Schöpfung des bayerischen Rokoko und Zeugnis lebendiger religiöser Traditionen.

Illustration Welerbestätten

1738 sah eine Bäuerin in den Augen einer hölzernen Christusfigur, dem Gegeißelten Heiland, Tränen. Dieses Tränenwunder war Anlass, ein glanzvolles Wallfahrtsheiligtum zu errichten: Die Wieskirche. Sie steht zu Füßen der Alpen bei Steingaden.

Die Kirche wurde durch die Prämonstratenser-Mönche in Auftrag gegeben und ab 1745 durch den gefeierten Architekten Dominikus Zimmermann erschaffen. Dank Zimmermann ist sie ein Meisterwerk des Rokoko geworden (Aufnahmekriterium i) und zugleich Zeugnis der Pilgertradition (Aufnahmekriterium iii). Der Chor wurde 1749 geweiht, die Kirche 1754 fertig gestellt. Die Harmonie zwischen Kunst und Landschaft ist eine einzigartige Besonderheit. Alle verwendeten Kunstformen und Techniken – Architektur, Bildhauerei, Malerei, Stuckarbeiten, Schnitzereien, Schmiedearbeiten – wurden vom Architekten zu einem perfekten Ganzen geschmolzen, um eine leicht anmutende Struktur aus Form und Licht zu erschaffen. Die üppige Innendekoration ist in ihrer Fülle und Feinheit unerreicht. Die opulenten Stuckelemente wurden von Dominikus Zimmermann, die Deckenfresken von seinem Bruder Johann Baptist Zimmermann, dem Hofmaler der bayerischen Kurfürsten, ausgeführt. Die vergoldeten Stuckgirlanden und das komplizierte Trompe-l’oeil-Fresko an der Kuppeldecke sind Meisterwerke menschlicher Kreativität und ein bewegendes Zeugnis tiefen Glaubens. Seit 1983 gehört die Wallfahrtskirche zum UNESCO-Welterbe.

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