UNESCO-Creative City Potsdam

Die Wiege der deutschen Filmindustrie

Potsdam ist die erste UNESCO Creative City of Film in Deutschland. Der Bau der renommierten Babelsberger Studios wurde bereits im Jahr 1911 begonnen. Nirgendwo sonst entstehen in Deutschland so viele nationale und internationale Filme.

 

Fakten

Die Tradition der Filmstadt Potsdam begann vor mehr als hundert Jahren im Jahr 1911 mit dem Bau des heute renommierten Babelsberger Studios. Hier drehte Fritz Lang sein Meisterwerk „Metropolis“ – der erste Film, der von der UNESCO 2001 in die Liste des Weltdokumentenerbes aufgenommen wurde. Als Wiege der deutschen Filmindustrie hat Potsdam-Babelsberg die Entwicklung der internationalen Filmwirtschaft geprägt und war Vorreiter bei technischen Innovationen. So befindet sich hier das erste volumetrische Studio auf dem europäischen Festland.

Die Medienstadt Babelsberg ist heute Sitz zahlreicher Filmfirmen und Dienstleister, der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF und des Deutschen Filmorchester Babelsberg. Auf dem 46 Hektar großen Gelände der Medienstadt arbeiten mehr als 3.500 Menschen in 16 Filmstudios und rund 130 Medienunternehmen. Die „Neue Berliner Straße" ist eine der größten und modernsten Außenkulissen für Film, Fernsehen und Werbung in Europa. Im Jahr 2017 wurde Potsdam als eines von zwölf digitalen Hubs in Deutschland ausgezeichnet. Als Media Tech Hub ist die Stadt ein Kompetenzzentrum im Bereich der Medientechnologie. Es verbindet kreative Bereiche der Film- und Medienkunst.

Die Netzwerke und Kooperationen der Potsdamer Firmen erstrecken sich über den ganzen Globus. Das Studio Babelsberg arbeitet unter anderem mit Hollywood-Produktionen zusammen. In Potsdam werden jährlich mehr als hundert Drehgenehmigungen für Aufnahmen im gesamten Stadtgebiet außerhalb der Studios erteilt. Die Außenaufnahmen schaffen einen lokalen Mehrwert für Unternehmen, Gastronomie und Hotellerie. Auch der Tourismus- und Freizeitsektor profitiert vom Film.

Der Filmpark Babelsberg zieht jedes Jahr mehr als 300.000 Besucher an, das Filmmuseum Potsdam zählt 22.500 Besucher. Die Filmfestivals der Stadt ziehen jährlich 10.000 Gäste an. Folgende Veranstaltungen finden in regelmäßigen Abständen in der Landeshauptstadt statt:

  • Das Internationale Studierendenfestival Sehsüchte findet jährlich an der Filmhochschule statt, wird ausschließlich von Studenten organisiert und ist das größte seiner Art in Europa.
  • Moving History findet seit 2017 statt und ist das erste Festival in Deutschland, das Dokumentar- und Spielfilme mit historischen Themen aus der aktuellen und vergangenen Kino- und Fernsehproduktion präsentiert.
  • Das Jüdische Filmfestival Berlin Brandenburg bietet seit über zwei Jahrzehnten ein Forum für den jüdischen und israelischen Film in Deutschland.
  • Eine mehr als zehnjährige Tradition haben auch die Brandenburger Festspiele für Umwelt- und Naturfilme, die Film und das Thema Nachhaltigkeit miteinander verbinden.
  • Seit 2018 findet im Kunst- und Kulturbezirk Potsdam Schiffbauergasse das Medienfestival Prix Europa statt, das jährlich den Preis für das beste europäische Fernseh-, Radio- und Onlineprogramm vergibt.
  • Die Dauerausstellung "Traumfabrik - 100 Jahre Film in Babelsberg" im Filmmuseum Babelsberg präsentiert umfangreich die Produktionsgeschichte von Filmen, die in den letzten hundert Jahren in Babelsberg entstanden sind.

Mit der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF, dem Filmgymnasium und der ersten Kinderfilmuniversität Europas engagiert sich die UNESCO Creative City of Film zudem in der Lehre und Forschung. An der Filmuniversität lernen Studierende alles rund um die Filmproduktion: vom Drehbuch über das Schauspiel bis hin zu allen Berufen, die in die Postproduktion gehen. Die Universität hat mehrere Partner, darunter das Filmorchester. Es gibt zahlreiche Ausbildungseinrichtungen wie das Filmhaus Babelsberg, das Medieninnovationszentrum Babelsberg, die Electronic Media School und das Erich-Pommer-Institut. Auch in Zukunft werden Lehre und Forschung eine zentrale Stellung einnehmen.

„Das Creative Cities Büro wird an der Filmuniversität angesiedelt werden. So können wir mit Lehre und Forschung unmittelbar zu den Aktivitäten im Creative Cities Network beitragen und einen Anlaufpunkt im Herzen der Medienstadt anbieten."

Professorin Susanne Stürmer, Präsidentin der Filmuniversität

Wie fördert die Stadt die Kreativwirtschaft?

Die Stadt Potsdam steht im Dialog mit der Kultur- und Kreativindustrie. Drei Themen werden hervorgehoben: die autonome Aufsicht über die Kreativzentren, die Schaffung von Möglichkeiten zur Vernetzung und die Sichtbarkeit der Kreativszene. Im Jahr 2015 wurde ein ehemaliges Verwaltungsgebäude mit knapp 5000 m² Büro- und Tätigkeitsfläche zu erschwinglichen Mieten der Kultur- und Kreativszene, zu der auch die Filmindustrie gehört, zur Verfügung gestellt.

Internationale Partnerschaften und weitere Projekte

Seit 2017 besteht zwischen Potsdam und Sansibar eine Städtepartnerschaft. Sansibar ist Gastgeber des „Zanzibar Film Festival“, eines der wichtigsten afrikanischen Filmfestivals. Die Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF und ihre Studierenden sind an dieser Veranstaltung beteiligt. Weitere Partnerschaften bestehen mit den Städten Städten Luzern und Perugia. Die Freundeskreise Potsdam-Luzern und Potsdam-Perugia organisieren in regelmäßigen Abständen mit Partnern wie dem Thalia Kino Potsdam oder dem Filmmuseum Veranstaltungen, bei denen Filme aus der Schweiz und Italien aufgeführt werden.

Jedes Jahr laden das Filmmuseum und der Studiengang Filmkulturerbe alle Altersgruppen zum Home Movie Day und zum UNESCO-Welttag des audiovisuellen Erbes ein, um ein besseres Verständnis des Films zu fördern.

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