#SOSAfricanHeritage

UNESCO-Biosphärenreservat Belo-sur-mer: Jugendliche Freiwillige gegen Waldbrände

Mit dem Engagement jugendlicher Freiwilliger konnte Madagascar National Parks durch die Mittel des Sonderprogramms #SOSAfricanHeritage gegen Waldbrände im UNESCO-Biosphärenreservat Belo-sur-mer – Kirindy-Mite vorgehen.

Das Sonderprogramm

Ziel des Sonderprogramms #SOSAfricanHeritage der Deutschen UNESCO-Kommission ist es, UNESCO-Welterbestätten und Biosphärenreservate in Ländern Afrikas bei der Bewältigung der Covid-19-Pandemie zu unterstützen. Dadurch trägt #SOSAfricanHeritage zum Erhalt selbstständiger und dauerhaft tragfähiger Organisationsstrukturen bei und sichert Räume, die der Bildung für Weltoffenheit und Nachhaltigkeit sowie der kulturellen Vielfalt gewidmet sind.

Alle 22 Förderprojekte

Das an der Westküste Madagaskars gelegene Biosphärenreservat Belo-sur-mer – Kirindy-Mite umfasst ein Mosaik reicher, aber empfindlicher Ökosysteme entlang einer Wasserscheide. Trockenwälder, Dickichte, Dornenwälder, Savannen, Mangroven, Korallenriffe und salzig-sumpfige Senken, die als „Tannes“ bekannt sind, stehen für die Vielfalt des Gebiets.

Nicht nur Walen, Delfinen, Seekühen und Meeresschildkröten dient das Riff als wertvolle Nahrungsquelle. Auch die Menschen sind für ihren Lebensunterhalt und ihr Einkommen auf die natürlichen Ressourcen angewiesen. Denn die Inseln und die zwei heiligen Salzseen mitsamt ihrer einzigartigen Meeresbiodiversität bilden eine wertvolle Grundlage für den Tourismus.

Einschränkungen durch Pandemie

Der Nationalpark Kirindy-Mite bildet die Kernzone des Biosphärenreservats Belo-sur-mer – Kirindy-Mite. Im Jahr 2020 begannen die Brände im Park bereits sehr früh und nahmen im April durch den ausgerufenen Covid-19- Notstand weiter zu. Denn die Pandemie verschärfte die wirtschaftliche Lage der lokalen Bevölkerung und veranlasste sie, verstärkt auf die natürlichen Ressourcen des Parks zurückzugreifen. Von Januar bis Juli 2020 wurden im Park 216 Brandpunkte per Satellit erfasst, im Vergleich zu nur 66 im gleichen Zeitraum 2019. Dies führte zu einem Verlust von etwa 60 Hektar Wald.

Abhilfe durch jugendliche Freiwillige

Durch das im Rahmen des #SOSAfricanHeritage-Programms geförderte Projekt wurden die Gemeinden aktiv in den Naturschutz, den Kampf gegen die Waldbrände und die Wiederaufforstung eingebunden. Junge Menschen ohne Arbeit aus der Region sowie Studierende aus den Städten engagierten sich als Freiwillige und wurden vom Park Management in Brandbekämpfungsmaßnahmen geschult. Dadurch verhinderten sie bereits während der Projektlaufzeit zahlreiche Brände: Von Oktober bis Dezember 2020 gingen die per Satellit erfassten Brände im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres um 61 Prozent zurück.

In Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung wurden im Rahmen des Projekts zudem 200 Hektar des brandgeschädigten Waldes sowie 20 Hektar Mangroven wieder aufgeforstet. Dafür wurden 50.000 Setzlinge heimischer Baumarten aus umliegenden Baumschulen sowie 100.000 Mangroven-Stecklinge gepflanzt. Die Einhaltung der Covid-19-Hygienemaßnahmen während der Gemeinschaftsaktivitäten konnte durch die Anschaffung erforderlicher Schutzmaterialien wie Masken, Fieberthermometer und Desinfektionsgels sichergestellt werden.

Das Konsortium

Mit dem Sonderporgramm beteiligt sich die Deutsche UNESCO-Kommission am Konsortium des Internationalen Hilfsfonds 2020, der auf Initiative des Auswärtigen Amtes und des Goethe-Instituts im Sommer 2020 eingerichtet wurde, um Organisationen aus Kultur und Bildung im Ausland schnell in der Corona-Pandemie zu unterstützen.

Website des Hilfsfonds

Das Förderprojekt

  • Geförderte Stätte: Belo-sur-Mer - Kirindy-Mite
  • Land: Madagaskar
  • Art der Stätte: UNESCO-Biosphärenreservat
  • Auszeichnungsjahr: 2016

 

Website des UNESCO Man and Biosphere Programms

#SOSAfricanHeritage Ergebnispublikation

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