Global Citizenship – Perspektiven einer Weltgemeinschaft

Ein Beitrag von Roland Bernecker, Generalsekretär der Deutschen UNESCO-Kommission und Ronald Grätz, Generalsekretär des Instituts für Auslandsbeziehungen

Wie ist es heute um das Gefühl bestellt, als Bürgerin und Bürger einer Gemeinschaft anzugehören? Wir leben in dörflichen oder städtischen Kommunen, die wir innerhalb unseres Landes je nach Lage der Dinge mit einiger Leichtigkeit wechseln können, so wie es die Lebensläufe mit sich bringen. Die Kontaktlisten unserer Smartphones ändern sich bei einem Umzug möglicherweise kaum, mehr schon die Kreise der Menschen, mit denen wir täglich Umgang haben: in Nachbarschaft, Vereinen, Schulen und am Arbeitsplatz. Zugleich sind wir mittels unserer Staatsbürgerschaft Angehörige eines geographischen Raumes, der sich scharf von allen anderen Räumen abgrenzt und in maßgeblicher Weise den kulturellen und rechtlichen Kontext unseres Lebensvollzugs bestimmt. Nicht erst seit dem britischen Votum für den Austritt aus der Europäischen Union erleben wir, wie schwierig es ist, so etwas wie bürgerschaftliche Zugehörigkeit zu Komplexen herzustellen, die das Staatliche transzendieren. Seien sie auch kulturell so eng verwoben wie im Fall der Europäischen Union. In einer Reihe von Ländern – nicht nur Europas – scheint zudem neu erwachender Nationalismus eine der möglichen Antworten auf die Zumutungen einer Globalisierung zu sein, die allerorten erheblichen Transformationsdruck auslöst. Neu sich vertiefende Grenzziehungen im Innern Europas als Reaktionen auf große Flucht- und Migrationsbewegungen werfen die Frage auf, wie es um das Fundament des europäischen Hauses bestellt ist.

Ist dies ein geeigneter Zeitpunkt, um über die Entwicklung eines weltbürgerlichen Bewusstseins nachzudenken?

Im September 2012 rief UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon eine weltweite Bildungsinitiative aus, die Global Education First Initiative. In dieser kommt – neben der Beschulung aller Kinder weltweit und der Verbesserung der Bildungsqualität – der Global Citizenship, also der Herausbildung eines weltbürgerschaftlichen Bewusstseins, die Rolle der übergreifenden programmatischen Zielsetzung zu. Damit nicht genug: im Herbst 2015 wurde die Global Citizenship als zentrales Bildungsziel in den formalen politischen Forderungskatalog der neuen UN-Entwicklungsagenda aufgenommen, die bis zum Jahr 2030 den strategischen Rahmen der gesamten Entwicklungspolitik der Vereinten Nationen und aller ihrer Mitgliedstaaten definiert.

Diese nur scheinbar widersprüchliche Konstellation ist der Ausgangspunkt für die Publikation "Global Citizenship - Perspektiven einer Weltgemeinschaft". Er greift eine Fragestellung von besonderer Aktualität auf: Welche Relevanz hat die globale Dimension für unser Selbstverständnis als wahrnehmende, als verstehende und fragende, als wollende und verantwortlich handelnde Subjekte? Der Begriff der Weltbürgerschaft vergrößert den Raum unserer emotional und lebensweltlich erfahrbaren Zugehörigkeit – zu einer dörflichen Gemeinschaft, einer Stadt, einem Staat oder einer beliebigen anderen Gruppierung – in die abstraktere Dimension des globalen menschlichen Lebensraums. Für den Global Citizen sind alle planetaren Zeitgenossen Mitbürgerinnen und Mitbürger. Ist dies heute, da wir die Menschheit als ökonomisch, sozial, ökologisch und kommunikativ vernetzt und interdependent beschreiben, vielleicht sogar die einzige noch angemessene Dimension von Bürgerlichkeit? Ist die Propagierung der Weltbürgerschaft gar eine ethische Notwendigkeit?

Verstärkt wird die Wahrnehmung einer Emergenz der globalen Dimension durch konkrete Veränderungen der Lebenswirklichkeit. Um nur ein naheliegendes Beispiel zu nehmen: Mit Hilfe der digitalen Netze ist das Bewusstsein einer globalen Synchronizität von Kommunikation entstanden. In elektronische Signale übersetzte Sprechakte können an beliebig vielen Orten nahezu überall auf der Erde zeitgleich aufscheinen. Wenn man Kommunikation als eine besonders relevante Dimension bürgerlicher Selbstvergewisserung anerkennt, ist die Tatsache, dass wir im Weltmaßstab Nachrichten empfangen und senden, durchaus von Bedeutung. Wir gewöhnen uns daran, dass Motivationen und Wirkungsabsichten vom Erleben in räumlicher Nähe ablösbar sind. Dies ist wiederum von hoher Relevanz für Geheimdienste, die das umfassende Sammeln oder wenigstens das Mitlesen von Datenströmen in allen Weltregionen mit der Begründung rechtfertigen, dies wäre notwendig für die jeweilige nationale Sicherheit. Als Nutzer eines weltweiten Netzes,die immer größere Portionen ihrer Kommunikation in den digitalen Raum verlegen, ist mit Blick auf die globale Erhebung und Verwertung unserer digitalen Daten eine weltbürgerschaftliche Dimension unserer Existenz gewissermaßen bereits eingelöst, ohne dass es dazu eines Bildungsprogramms der Vereinten Nationen bedurft hätte.

Niemand, der die zunehmende Relevanz globaler Zusammenhänge für eine Realität hält, kann der Frage ausweichen, welche Form der Repräsentanz des Globalen in unseren handlungsleitenden Prämissen und in den verschiedenen Dimensionen unseres Lebensvollzugs angemessen wäre. Es ist dies die Frage nach der Notwendigkeit einer weltbürgerlichen Haltung. Zur Terminologie sei angemerkt, dass der englische Ausdruck Global Citizenship uns glücklicher erscheint, da er unmittelbar den Bezug zur planetaren Globalität und zur transformatorischen Dynamik der Globalisierung herstellt. Zudem hängen ihm nicht die historischen Bedeutungsebenen des Weltbürgerlichen an. Dieses steht begriffsgeschichtlich nicht zuletzt für den Anspruch einer Bildungselite, sich über ein als zu eng empfundenes Umfeld zu erheben. Ein Weltbürger (meist männlichen Geschlechts) in diesem Verständnis bewohnte die Gelehrtenrepublik der wenigen Auserwählten, die auch über die Distanz von Jahrhunderten, über Raum- und Sprachgrenzen hinweg als Geistesverwandte kommunizierten, etwa in dem Medium einer Weltliteratur. Dieser Kosmopolitismus ist voraussetzungsreich und insbesondere um Schaffung von Distanz zur direkten Umgebung bemüht. Bei einer kritischen Würdigung dieses weltbürgerlichen Habitus wäre auch darauf zu verweisen, dass er vielfach Ausdruck der Suche nach einem Essenziellen war, nach einer Überwindung sozial eingeübter Reflexe und nach dem – lebenspraktischen und intellektuellen – Erschließen von Wahrnehmungen mit universeller Geltung. In dieser Tradition stehen beispielsweise der stoische Kosmopolitismus, die cartesianische Methode und die kosmopolitische Ethik Kants. In diesem Sinne ist jede philosophische Arbeit auch ein Beitrag zur Entwicklung eines weltbürgerschaftlichen Bewusstseins.

Es ist hier nicht der Ort für einen differenzierenden begriffsgeschichtlichen Exkurs, in dem auch von der Verachtung zu sprechen wäre, welche die patriotische Erregung für diese weltbürgerliche Distanzierung stets bereithält. Jüngst gewinnen regionale und nationalstaatliche Kommunitarismen als politischer Gegenpol zum Kosmopolitischen stark an Bedeutung. Uns erscheint es auch in diesem Zusammenhang notwendig, mit der Global Citizenship das Konzept der Weltbürgerschaft unter völlig neuen Vorzeichen zu betrachten. Dies hängt mit tiefgreifenden Entwicklungen der letzten Jahrzehnte zusammen, die nahelegen, dass Global Citizenship in einem modernen Verständnis nichts weniger als ein neues ethisches Paradigma einfordert. Weltbürgerschaft in diesem Verständnis geht mit Herausforderungen einher, die auch politische Implikationen haben. Dafür spricht jedenfalls, dass sie 2015 als zentrales Element eines Bildungskonzepts in der formalen politischen Agenda der Vereinten Nationen angekommen ist.

Die sukzessive Herstellung eines neuen globalen ethischen Bewusstseins und eines darin gründenden Handelns ist auch eine Aufgabe der Vereinten Nationen, da dieses Bewusstsein als Fundament benötigt wird für eine Entwicklung zu mehr Frieden, sozialer Gerechtigkeit und nicht zuletzt für das ökologische Überleben der Menschheit.

Die diesem Bildungsprogramm bisher am nächsten kommende UN-Initiative war die von der UNESCO koordinierte Dekade für eine »Bildung für nachhaltige Entwicklung« (BNE) in den Jahren 2005–2014, die seit 2015 in ein Weltaktionsprogrammüberführt wurde. Das in diesem Rahmen entwickelte Bildungskonzept setzt vor allem auf die Stärkung von Gestaltungskompetenzen gegenüber dem Erlernen tradierter Wissensbestände. Die BNE zielt auf Kompetenzen im Umgang mit Ungewissheit, auf die Festigung des Vertrauens in die eigene Handlungsfähigkeit angesichts erdrückend wirkender Komplexitäten, auf soziale und kulturelle Offenheit sowie insbesondere auf eine Wertorientierung, die sich aus der gemeinsamen menschlichen Verantwortung für globale Entwicklungen speist. Das im Rahmen der BNE entwickelte Instrumentarium stellt also bereits zu weiten Teilen die Elemente für eine konkrete Ausgestaltung eines weltbürgerschaftlichen Bildungskonzepts zur Verfügung.

Parallel hatte 2012 der UN-Generalsekretär die bereits erwähnte Global Education First Initiative gestartet, mit der eine »weltbürgerschaftliche Bildung« als globale Leitidee etabliert werden sollte. Global Citizenship steht für eine ethische Haltung und eine lebenspraktische Orientierung, die den einzelnen Menschen zum Protagonisten einer nachhaltigen Entwicklung macht. Sie soll die Reflexion auf den globalen Horizont fest im individuellen Bewusstsein verankern. Ihr besonderer Anspruch liegt darin, dass das soziale Bewusstsein und die ethische Haltung des Individuums sich nunmehr auf den Lebensraum Erde und die Menschheit in ihrer Gesamtheit beziehen.

Wir wagen an dieser Stelle den Ausblick, dass Global Citizenship als grundlegendes programmatisches Leitbild mehr und mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen wird. Bei genauerer Betrachtung ist das Konzept der Global Citizenship jedoch auch eine notwendige Ergänzung zur BNE, da sie dieselbe Zielstellung in einer völlig anderen Perspektive entwickelt. Sie geht nicht vom (ökologischen, ökonomischen und sozialen) systemischen Ganzen aus, um daraus den Bildungsrahmen abzuleiten, mit dem der Einzelne zu konfrontieren ist. Sie geht unmittelbar vom Selbstverständnis des Einzelnen aus, in seiner konkreten und aktuellen Zugehörigkeit zu einem System. Die Citizenship oder Bürgerschaft spricht unmittelbar die politische, kulturelle und soziale Verantwortung des politischen Subjekts an, aus der heraus es sein Selbstverständnis und seine Lebenspraxis reflektieren muss.

Das Konzept der Citizenship aktiviert zwei grundlegende Bedeutungsebenen.

Eine davon ist die Staatsbürgerschaft. Als rechtlicher Status hat diese sehr weitreichende Implikationen, z. B. hinsichtlich der Frage, ob ich mich in einem Land überhaupt aufhalten und welche sozialen Rechte ich in Anspruch nehmen darf. Darüber hinaus bezeichnet Bürgerschaft in einer ideellen Dimension auch die vom rechtlichen Status unabhängige Zugehörigkeit zu einem Kollektiv. In dieser konnotieren wir Bürgerschaft als gewollte und erlebte soziale Partizipation und politische Teilhabe. Das Bürgerschaftliche kann sich dabei ausdrücklich in Distanz zu den mit Regierungsgewalt ausgestatteten staatlichen Instanzen verstehen, wie in pointierter Form in Gestalt des Wutbürgers.

Global Citizenship bezieht sich vorerst ausschließlich auf die ideelle Dimension. Die in dieser Begrifflichkeit auch mithörbare Forderung nach Aufweichung des diskriminatorischen Konzepts der Staatsbürgerschaft ruft bei Innenministerien regelmäßig heftige Reaktionen hervor. Im völkerrechtlichen Rahmen der Vereinten Nationen wird streng darauf geachtet, dass es auch in rein deklaratorischen Bestimmungen des ideellen Konzepts der Weltbürgerschaft nicht zu tendenziellen Infragestellungen der Legitimität nationaler Reglementierungen von Staatsbürgerrechten und Aufenthaltsregimen kommt. Aus Sicht der Regierungen gilt es zu vermeiden, dass die Propagierung des ethischen Prinzips der Weltbürgerschaft zu einer Berufungsgrundlage werden könnte, gegen im rechtlichen Kontext kodifizierte Festlegungen hinsichtlich der Inanspruchnahme oder der Verweigerung staatsbürgerlicher Rechte wie Aufenthalt, Arbeit und Sozialleistungen. Es ist von zentraler Bedeutung, diese konkreten Grenzen einer Global Citizenship stets mitzudenken und die Dynamik einer sich globalisierenden Welt nicht in naiver Weise als einen zunehmend schrankenlosen Weltinnenraum misszuverstehen. Die Verwendung des Begriffs der Weltinnenpolitik für die verschiedenen Ebenen der Koordinierung und Abstimmung außenpolitischen Handelns birgt die Gefahr eines grundlegenden Missverständnisses: Eine Phänomenologie der Außenpolitiken dürfte eher das Bild vermitteln, dass die Weltinnenpolitik – auch über dafür geschaffene Strukturen wie die Vereinten Nationen – im wesentlichen nichts anderes ist als eine Fortschreibung der Innenpolitik der jeweiligen Staaten. Der weltbürgerschaftliche Erfahrungsraum unserer Zeit ist von Grenzziehungen geprägt.
Daher ist es nicht verwunderlich, dass die Definition der UNESCO dafür, was eigentlich unter Global Citizenship zu verstehen sei, einen auf den ersten Blick überraschenden Begriff verwendet, nämlich den des Gefühls:

»… la citoyenneté mondiale: un sentiment d’appartenance a une grande communauté humaine … elle met l’accent sur l’interdépendance politique, économique, sociale et culturelle et sur l’interconnexion entre le local, le national et le mondial …«. (Weltbürgerschaft ist das Gefühl einer Zugehörigkeit zu einer großen menschlichen Gemeinschaft. Sie betont dabei insbesondere die wechselseitige politische, ökonomische, soziale und kulturelle Abhängigkeit und die Wechselwirkungen zwischen dem Lokalen, dem Nationalen und dem Globalen.)

Mit dem Rekurs auf die Kategorie des Gefühls, also des Emotionalen, werden die für ein Element der UN-Agenda durchaus erwünschten politischen Implikationen des Konzepts der Weltbürgerschaft scheinbar stark abgeschwächt. Bei näherer Betrachtung erweist sich dies jedoch unseres Erachtens als der richtige Zugang. Denn angesichts der unausweichlichen Relevanz und Härte der staatlichen Struktur der Weltgemeinschaft ist die konsequente Freilegung und Mobilisierung des sentiment d’appartenance à une grande communauté humaine langfristig vielleicht die wichtigste Kraftquelle, auf die wir für weitreichende Veränderungen einer sich perpetuierenden globalen Krise der Menschheit setzen können, ganz im Sinne der berühmten Präambel der UNESCO:

»Ein ausschließlich auf politischen und wirtschaftlichen Abmachungen von Regierungen beruhender Friede kann die einmütige, dauernde und aufrichtige Zustimmung der Völker der Welt nichtfinden. Friede muss – wenn er nicht scheitern soll – in der geistigen und moralischen Solidarität der Menschheit verankert werden.«

Wenn wir heute ein solches Gefühl der »Zugehörigkeit zu einer großen menschheitlichen Gemeinschaft« ins Spiel bringen, so darf der Hinweis nicht unterbleiben, dass dieses im 20. Jahrhundert eine dramatische Verdichtung erfahren hat. Die Bilder, die uns die Raumfahrt von einer Außenperspektive auf die Erde vermittelte, haben die Vorstellung eines – vor dem Hintergrund der dunklen Tiefe des Universums – doch recht überschaubaren planetarischen Ganzen fest in unserem Bewusstsein verankert. Die erste bemannte Mondlandung im Juni 1969 war zugleich einer der ersten global inszenierten Medienevents. In dieselbe Epoche fiel im Übrigen das nukleare Bedrohungsszenario eines Kalten Krieges, der in Berechnungen von x-fachen Auslöschungen der Menschheit das Potenzial seiner Rüstungsarsenale maß. Die Frage, wie es nach einem mit Atomwaffen geführten weiteren Weltkrieg um das Überleben der Menschheit bestellt sein würde, war nicht nur ein Thema der Science-Fiction, wie ein Gang durch den inzwischen stillgelegten Regierungsbunker bei Ahrweiler veranschaulicht. Ein weiteres dynamisches Element der Konstituierung eines neuen Menschheitsgefühls vollzog sich durch die sich verdichtende Erkenntnis, dass der Raubbau an den natürlichen Ressourcen und die Umweltzerstörung begannen, ein Problem von planetarischer Dimension zu werden. Im Frühjahr 1972 fand in Stockholm die erste Weltumweltkonferenz der Vereinten Nationen statt, die zur Gründung des Weltumweltprogramms UNEP führte. Die von Buckminster-Fuller Ende der 1960er Jahre popularisierte Metapher vom Raumschiff Erde, in dem die gesamte Menschheit als Besatzung unterwegs ist, ist vielleicht die prägnanteste Fassung eines Begriffs des Weltbürgerlichen, der sich weit entfernt hat vom Konzept einer »ort- und zeitentbundenen Humanität« der im wesentlichen europäischen Eliten (Raimar Zons).

Ein Motiv für die breit angelegte Stärkung eines weltbürgerlichen Bewusstseins ist die durchaus ernstzunehmende Befürchtung, dass von seiner angemessenen Umsetzung in die Lebenspraxis die mittelfristige Überlebensfähigkeit des Menschen auf der Erde abhängen könnte. Die kritische und substanzielle Grundlegung und die effektive Vermittlung einer weltbürgerlichen Gesinnungerscheinen vor diesem Hintergrund als der nächste große Bildungsschritt, der im Sinne einer politischen und zivilisatorischen Entwicklung einzulösen bleibt.

Ronald Grätz, geboren 1958 in São Paulo, studierte  Germanistik, katholische  Theologie und Philosophie in Tübingen und Frankfurt am Main. Seit 2008 ist er Generalsekretär des Instituts für Auslandsbeziehungen e. V. (ifa) und Herausgeber der Zeitschrift KULTURAUSTAUSCH.

Dr. Roland Bernecker, geboren 1961 in Bendorf am Rhein, ist Generalsekretär der Deutschen UNESCO-Kommission. Im Anschluss an das Studium der Literaturwissenschaft und Philosophie in Frankfurt am Main wurde er dort mit einer Arbeit über die europäische Aufklärung  promoviert. Nach Forschungs- und Lehrtätigkeiten in Deutschland, Italien und Frankreich war er Direktor des deutsch-französischen Kulturinstituts in Nantes. 1998 wurde er Kulturreferent der Deutschen UNESCO-Kommission. Von 2002 bis 2004  war er im Auswärtigen  Amt in Berlin tätig.

Dieser Text ist dem Buch "Global Citizenship - Perspektiven einer Weltgemeinschaft", Roland Bernecker/ Ronald Grätz (Hg.), Steidl entnommen.