Bildung

Learning Cities

Wie können Städte die Herausforderungen meistern, die weltweit in Bezug auf soziale Inklusion, kulturelle Diversität und ökologische Nachhaltigkeit bestehen? Und welche Rolle spielt Bildung dabei?

Die Globale Nachhaltigkeitsagenda weist der Bildung eine zentrale Rolle für eine nachhaltige Entwicklung zu. Zudem erkennt sie die immer größer werdende Bedeutung von Städten an, in denen im Jahr 2050 die Mehrheit der Menschen leben wird. Um die beiden Ziele zusammenzubringen, hat Lernen einen großen Stellenwert. Von frühkindlicher Bildung über Sekundarbildung bis zur Weiterbildung und non-formalen Bildung – alle Bewohner von Städten sollen die Möglichkeit haben, lebenslang zu lernen. Insbesondere sozial Benachteiligte sollen eine Zukunftsperspektive durch Bildung erhalten. Dabei geht es nicht ausschließlich um institutionelle, staatlich organisierte Bildungsangebote, sondern auch um solche, die in Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft und der Wirtschaft durchgeführt werden.

Die Stadt selber soll ein lernender Organismus sein mit demokratiefähigen Bürgern, die nachhaltig handeln. Grundprinzipien wie Gleichberechtigung, offener Zugang zu Bildung, keine Diskriminierung von Geschlechtern oder Minderheiten sind hierfür zentrale Voraussetzungen.

Learning Cities

Das Konzept der "Learning Cities" wurde vom UNESCO-Institut für Lebenslanges Lernen, das seinen Sitz in Hamburg hat, entwickelt. Es soll eine Antwort geben auf die großen Herausforderungen, vor denen Städte weltweit stehen. Im globalen Austausch werden innovative Strategien entwickelt, die Stadtbewohnern jeglichen Alters den lebenslangen Erwerb von Fähigkeiten und Kompetenzen ermöglichen. Das Netzwerk der Lernenden Städte unterstützt die Verwirklichung aller siebzehn Ziele der Globalen Nachhaltigkeitsagenda, insbesondere des SDG 4 ("Für alle Menschen inklusive, chancengerechte und hochwertige Bildung sowie Möglichkeiten zum lebenslangen Lernen sicherstellen") und des SDG 11 ("Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig machen"). Dem Netzwerk gehören mehr als 100 Städte aus 28 Ländern weltweit an.

Video des UNESCO-Instituts für Lebenslanges Lernen zu dem Global Network of Learning Cities

Gelsenkirchen erhält UNESCO Learning City Award

2017 erhielt Gelsenkirchen als erste deutsche Stadt den UNESCO Learning City Award. Gelsenkirchen habe sich vor allem durch die Einbindung von Akteuren, die vielseitigen Projekte zur Förderung des Zugangs zu Bildung und die Einrichtung eines Monitoring-Verfahrens hervorgetan, so die Jury.

Gelsenkirchen war bereits 2016 von der Deutschen UNESCO-Kommission und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung für seine herausragenden Programme im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung ausgezeichnet worden. Seit 1997 engagiert sich Gelsenkirchen dafür, mit Hilfe von Stadtverwaltung, Stadtgesellschaft, Organisationen und Vereinen, Kindern und Jugendlichen den Zugang zu Bildung zu ermöglichen und den Gedanken der Nachhaltigkeit zu vermitteln. Die Vision von Gelsenkirchen: Einen Ort, eine Stadt, einen Lebensraum entwickeln, in dem die Menschen sich wohl fühlen, den sie beleben und mitgestalten können. Heimat als Ort, der in Verbindung mit der Außenwelt steht und den Bewohnern einen neuen Begriff von Zukunft vermittelt. Bildung für nachhaltige Entwicklung soll dabei helfen, diese Vision zur Realität werden zu lassen.

Der UNESCO Learning City Award wird alle zwei Jahre von dem UNESCO Institute for Lifelong Learning vergeben.

„Die Stadt Gelsenkirchen zeigt in herausragender Weise, wie durch die Verankerung von Nachhaltigkeit als Leitbild aller Bildungsstrukturen eine zukunftsfähige Stadtentwicklung gelingen kann. Von der Kindertagesstätte über die Schulen bis hin zu Angeboten in der Volkshochschule – Nachhaltigkeit wird in Gelsenkirchen gelebt."