Tatsächlich sind die Wildtierbestände weltweit seit 1970 um 73 Prozent zurückgegangen, während sie in den von der UNESCO geschützten Gebieten nahezu stabil geblieben sind. Der Bericht mit dem Titel „People and Nature in UNESCO-Designated Sites: Global and Local Contributions” erscheint am 21. April 2026.

Roman Luckscheiter, Generalsekretär der Deutschen UNESCO-Kommission, begrüßt den Bericht: „UNESCO-Stätten nützen Mensch und Natur zugleich. In einer Zeit, in der die biologische Vielfalt weltweit dramatisch schwindet, tragen sie dazu bei, sie zu bewahren. Von der UNESCO ausgezeichnete Stätten und Gebiete sichern nachhaltige Lebensgrundlagen für Menschen in einer gesunden Natur. Der Bericht ruft uns dazu auf, noch ehrgeizigere Ziele zu setzen und UNESCO-Stätten entschlossen als wichtige Ressourcen für den Klimaschutz und den Erhalt der biologischen Vielfalt zu nutzen."

Die 2.260 UNESCO-Stätten weltweit erstrecken sich über 13 Millionen Quadratkilometer, eine Fläche, die größer ist als China und Indien zusammen. Auf diesem Gebiet leben mit fast 900 Millionen Menschen rund 10 Prozent der Weltbevölkerung. Es werden dort mehr als 1.000 Sprachen gesprochen und etwa 10 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts erwirtschaftet.

Der Bericht zeigt die große Bedeutung dieser UNESCO-Gebiete für Mensch und Natur: Mehr als 60 Prozent der weltweit kartierten Arten kommen dort vor, rund 40 Prozent davon nirgendwo sonst auf der Erde. Zugleich speichern diese Gebiete schätzungsweise 240 Gigatonnen Kohlenstoff. Würde dieser freigesetzt, entspräche das fast zwei Jahrzehnten heutiger globaler Emissionen. Allein die Wälder dieser Regionen binden jedes Jahr etwa 15 Prozent des weltweit von Wäldern absorbierten Kohlenstoffs.

Gleichzeitig wächst der Druck. Fast 90 Prozent der Gebiete sind hohen Umweltbelastungen ausgesetzt, klimabedingte Gefahren haben in den vergangenen zehn Jahren um 40 Prozent zugenommen. Für mehr als jedes vierte von der UNESCO ausgewiesene Gebiet könnten bis 2050 kritische ökologische Kipppunkte erreicht werden, mit möglicherweise irreversiblen Folgen.

Mit jedem weiteren Grad Erderwärmung verdoppelt sich die Zahl der UNESCO-Stätten, die bis zum Ende des Jahrhunderts von erheblichen Störungen betroffen sind. Umso dringlicher ist es, UNESCO-Stätten systematisch in die Klimapolitik einzubeziehen: Während rund 80 Prozent der nationalen Biodiversitätspläne sie berücksichtigen, tun dies bislang nur 5 Prozent der nationalen Klimapläne.

Weitere Informationen

zum vollständigen Bericht auf unesco.orgExterner Link:

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