Seit 2018 ist das Anlegen und Pflegen von Flechtenhecken Teil des Bundesweiten Verzeichnisses des Immateriellen Kulturerbes. Bei dieser Handwerkstechnik werden in den Wintermonaten lebende Haselnusstriebe in drei Etagen miteinander verflochten. Zum Festbinden dienen einjährige, biegsame Ruten von Kopfweiden und eine besondere Knotentechnik, die sich durch den Gegendruck der Hecke selbst festzieht. Früher wurden Flechthecken unter anderem als Landwehr und zur Einfriedung von Weideflächen genutzt. Gleichzeitig lieferten sie Nutz- und Brennholz sowie Viehfutter. Heute sind die Flechthecken auch ökologisch von großer Bedeutung. Ihre dichte Struktur bietet zahlreichen Tierarten Schutz und Lebensraum. Darüber hinaus binden die langlebigen Hecken CO₂, schützen vor Wind und Bodenerosion und können bei Starkregen Wasser zurückhalten.

An verschiedenen Orten in der Region kann die Tradition der Flechthecken erlebt werden: etwa in der Nieheimer „Lehmkuhle“ mit dem Klimapavillon als Informations- und Bildungszentrum, im Huxarium Gartenpark Höxter oder im LWL-Freilichtmuseum Detmold. Gleichzeitig wird die Tradition weiterentwickelt. Im neuen „Kreuzhecken-Labor“ arbeiten die „Nieheimer HeckenflechterExterner Link:“ gemeinsam mit der TH OWL an Kreuzhecken aus Weißdorn oder Buche. Durch ein rautenförmiges Muster entstehen schmale und stabile Hecken, die wenig Platz benötigen und künftig eine ökologische, langlebige Alternative zu Metall- und Industriezäunen im urbanen Raum bieten sollen.

Ort der Jubiläumsfeier: Klimapavillon im Heilklimapark, Lehmkuhle 5,
33039 Nieheim
Programm: ab 13:00 Uhr Führungen durch die Heckenlandschaft in der Lehmkuhle

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Arbeitskreis Nieheimer Flechtenhecken
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