In Bonn stellen die Deutsche UNESCO-Kommission, das Jüdische Museum Frankfurt und die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb heute die Neuausgabe der Bilderkarten zur Gegenwart und Geschichte jüdischen Lebens in DeutschlandExterner Link: vor. Das interaktive Bildungsmaterial verbindet Fotografien, Dokumente und Gemälde mit Informationen und Anhaltspunkten für weitere Recherchen zu jüdischer Gegenwart und Geschichte. Die Bilderkarten sind kostenlos im Shop der bpb unter www.bpb.de/581107Externer Link: erhältlich.

Die Neuausgabe wurde vor dem Hintergrund zunehmender antisemitischer Vorfälle und gesellschaftlicher Auseinandersetzungen über Vielfalt und Zugehörigkeit gestaltet. Sie umfasst insgesamt 44 Karten, darunter mehrere neue Themenkarten, und einen zusätzlichen Abschnitt zur aktuellen Bedrohung jüdischen Lebens in Deutschland.

Serap Güler, Staatsministerin im Auswärtigen Amt, erklärt: „Wir müssen mit der Antisemitismusbekämpfung schon an den Schulen beginnen. Die frühe Beschäftigung mit jüdischem Leben entzieht Vorurteilen schnell den Boden. Ich halte die Bilderkarten für ein wegweisendes Projekt und danke der Deutschen UNESCO-Kommission, dem Jüdischen Museum Frankfurt, der Bundeszentrale für politische Bildung und den Autorinnen und Autoren für ihren Beitrag.“

„Jüdisches Leben in Deutschland ist vielfältig und facettenreich“, so die Präsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission Maria Böhmer. „Unsere neu gestalteten Bilderkarten rücken diese Vielfalt in den Blick, vermitteln Wissen und laden zum Perspektivwechsel ein. Das ist besonders wichtig, da Antisemitismus immer offener zutage tritt und jüdisches Leben bedroht. Ich bin der Bundeszentrale für politische Bildung und dem Jüdischen Museum Frankfurt sehr dankbar für diese gemeinsame Neuausgabe.“

Mirjam Wenzel, Direktorin des Jüdischen Museums Frankfurt, unterstreicht: „Mit der Beteiligung an diesen Bilderkarten möchte das Jüdische Museum Frankfurt die Resilienz der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland stärken und weithin sichtbar machen. Die Bilderkarten sind Bestandteil unserer Bildungsoffensive gegen den geschichtsrevisionistischen Rechtspopulismus und ansteigenden Antisemitismus in Deutschland.“

„Die Bilderkarten bieten historische Zugänge und zeigen die persönlichen Erfahrungen, Geschichten und den mitunter bedrohten Alltag von Jüdinnen und Juden heute“, betont bpb-Vizepräsident Volker Ullrich. „Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag zu einer politischen Bildung, die für eine offene Gesellschaft eintritt und jüdisches Leben als selbstverständlichen Teil unseres Miteinanders begreift.“

Nordrhein-Westfalen wird die Neuausgabe allen 2.600 weiterführenden Schulen des Bundeslands zur Verfügung stellen. Auch Brandenburg und Rheinland-Pfalz stärken die Bildungsarbeit gegen Antisemitismus und machen das Material Schulen und Lehrkräften zugänglich. Insgesamt sind die Bilderkarten deutschlandweit bereits an über 5.000 Bildungseinrichtungen im Einsatz. 

Hintergrund

Die Bilderkarten zur Gegenwart und Geschichte jüdischen Lebens in Deutschland wurden 2021 von der Deutschen UNESCO-Kommission und dem Jüdischen Museum Frankfurt anlässlich des Jubiläumsjahres „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ entwickelt und durch das Auswärtige Amt gefördert. Das interaktiv und niedrigschwellig einsetzbare Bildungsmaterial weitet den Blick auf das Judentum und jüdische Identitäten in Deutschland, setzt Impulse für eigene Projekte und regt Begegnungen an.

Weitere Informationen

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Gemeinsame Pressemitteilung der Deutschen UNESCO-Kommission, des Jüdischen Museums Frankfurt und der Bundeszentrale für politische Bildung

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