Auf der UNESCO-Generalkonferenz im November 2025 haben die 194 UNESCO-Mitgliedstaaten beschlossen, dem 200. Todestag ein UNESCO-Gedenkjahr zu widmen, und dadurch Fraunhofers herausragende weltweite Bedeutung unterstrichen. 

Seine Entdeckungen legten den Grundstein für die moderne Astrophysik und die stellare Spektroskopie. Seine Instrumente ermöglichten wissenschaftliche Durchbrüche von globaler Tragweite. Doch damit nicht genug – Fraunhofers Errungenschaften gingen weit über sein Wirken als Astronom hinaus; er war auch Wegbereiter der angewandten Forschung, der Verknüpfung von Theorie und Praxis. Er entwickelte systematische Methoden zur Glasherstellung und Maschinen zum Schleifen und Polieren von Linsen – und sorgte damit für einen Fortschritt, an dem möglichst viele teilhaben sollten. Sein Aufstieg vom verwaisten Lehrling zum international anerkannten Wissenschaftler und Unternehmer gehört zudem zu den wahrhaft inspirierenden Biografien der Wissenschaftsgeschichte.

Joseph von Fraunhofers Vermächtnis steht im Einklang mit dem Verfassungsziel der UNESCO, den technologischen Fortschritt in den Dienst der Menschheit zu stellen und nachhaltige Entwicklung durch umfassendes Wissen zu fördern. 

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Fraunhoferlinien

Sonnenlicht kann durch ein Prisma in ein Spektrum von Regenbogenfarben zerlegt werden. Um 1814 erforschte Fraunhofer dieses Phänomen mit einem selbst entwickelten Spektrometer. Dabei zählte er im Spektrum 574 dunkle Linien unterschiedlicher Stärke, ähnlich wie 12 Jahre früher der englische Wissenschaftler William Hyde Wollaston. Aber erst Fraunhofer erkannte, dass diese Linien kein Zufallsprodukt sind, sondern Rückschlüsse auf die Sonne als Quelle des Sonnenlichts geben. Fraunhofer vermaß die Linien mit erstaunlicher Genauigkeit - verstanden wurden diese “Absorptionslinien” als Indikator für die chemische Zusammensetzung und Temperatur der Gasatmosphäre der Sonne allerdings erst 50 Jahre später. Fraunhofer wiederum nutzte sie genialerweise als Werkzeug, um die Lichtbrechung verschiedener Gläser und damit deren Qualität zu bestimmen. 

Die Frauhofer-Gesellschaft, die größte europäische Organisation für angewandte Forschung, organisiert zum Jubiläum mehrere Veranstaltungen. Am 25. Februar wurde das Jubiläumsjahr eröffnet bei einem Festakt durch Dorothee Bär, Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt, und Prof. Holger Hanselka, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft. Prof. Maria Böhmer, Präsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission, steuerte eine Videobotschaft bei.

Mehrere Veranstaltungen sind 2026 bundesweit geplant, u.a. beim Münchener Science Communication Hub, bei Langen Nächten der Wissenschaft, in Schulen und verschiedenen Formaten der Wissenschaftskommunikation. In der historischen Glashütte in Benediktbeuern, in der Fraunhofer von 1807 bis 1819 Fernrohre, Mikroskope und optische Geräte für die Landvermessung herstellte, wird im September eine neue Ausstellung eröffnet.

Themenseite der Fraunhofer-Gesellschaft zum Jubiläumsjahr: www.fraunhofer.de/de/ueber-fraunhofer/profil-struktur/geschichte-fraunhofer/joseph-von-fraunhofer.html

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