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Fakten

  • Aufnahmejahr: 2026
  • Verbreitung: Ostseeküste und Boddengewässer Mecklenburg-Vorpommerns
  • Zentraler Termin: ganzjährig (mit saisonalen Schwerpunkten)
  • Bereich: Wissen und Bräuche in Bezug auf die Natur und das Universum; traditionelle Handwerkstechniken

Die Traditionelle Kleine Küstenfischerei umfasst die handwerkliche Fischerei mit kleinen Booten in den küstennahen Gewässern der Ostsee und den Bodden Mecklenburg‑Vorpommerns. Sie wird von Einzelpersonen oder kleinen Besatzungen ausgeübt und orientiert sich an regionalen und jahreszeitlichen Fischvorkommen. Zum Einsatz kommen überwiegend ortsfeste, selektive Fanggeräte wie Stellnetze, Reusen oder Langleinen. Die Ausübung erfordert ein umfangreiches, vor allem mündlich überliefertes Wissen über Fischarten, Fangplätze, Wetter, Gewässer und handwerkliche Techniken.

Die Kleine Küstenfischerei beruht auf spezialisiertem Wissen und handwerklichem Können, das über Generationen hinweg weitergegeben wird und eng mit den lokalen Küstengemeinschaften verbunden ist. Kenntnisse über Ökosysteme, Fischverhalten, Fanggeräte und deren Instandhaltung prägen die Praxis ebenso wie eine fischereispezifische Sprache und Arbeitsweise. Als identitätsstiftende Kulturform hat die Kleine Küstenfischerei das Leben, die Wirtschaftsweisen und das Selbstverständnis der Küstenregionen nachhaltig geprägt. Zugleich ist sie eine dynamische Praxis, die sich kontinuierlich an ökologische, klimatische und gesellschaftliche Veränderungen anpasst.

Der Zugang zur Kleinen Küstenfischerei erfolgt in der Regel über die duale Ausbildung zum Fischwirt bzw. zur Fischwirtin sowie über die Mitarbeit in Familienbetrieben, Genossenschaften oder Erzeugerorganisationen. Zentrale Anlässe wie regionale Fischereifeste, gemeinschaftliche Fangformen oder besondere saisonale Fischereien strukturieren den Jahreslauf. Die Erhaltung der Kulturform erfolgt vor allem durch die praktische Weitergabe von Wissen im Arbeitsalltag, durch kollektive Organisationsformen, den Austausch zwischen den Generationen sowie durch die Einbindung in Bildungs‑, Museums‑ und Vermittlungsprojekte. Neue Ansätze, etwa in der Verbindung von Fischerei, Umweltbildung und nachhaltiger Nutzung mariner Lebensräume, tragen dazu bei, die Kleine Küstenfischerei als lebendige Praxis fortzuführen.

Nachhaltige Entwicklung und ökologische Verantwortung

Die Traditionelle Kleine Küstenfischerei richtet sich nach jahreszeitlichen Abläufen, Fischwanderungen und Laichzeiten und passt Fang und Nutzung an natürliche Bedingungen an. Ortsgebundene und selektive Fangmethoden sowie kurze Fangzeiten tragen dazu bei, Belastungen für die gefangenen Tiere und für das marine Ökosystem zu begrenzen. Die Praxis beruht auf detaillierten Kenntnissen zu Fischverhalten, Wetter und Gewässern und wird fortlaufend an neue ökologische Erkenntnisse angepasst. Auf diese Weise leistet die Kleine Küstenfischerei einen Beitrag zu einer langfristig tragfähigen Nutzung mariner Lebensräume und zur verantwortungsvollen Weiterentwicklung der Kulturform.

Kontakt

Interessensgemeinschaft Traditionelle Küstenfischerei
Martin Schlockwerder 

Zentrale Absatzgenossenschaft-Erzeugerorganisation-Rügenfang e. G.

ERZEUGERORGANISATION „USEDOMFISCH“ e. G.

Erzeugerorganisation Fischfang- und Fischverwertung Stralsund und Umgebung GmbH

Fischereigenossenschaft Wismarbucht e. G.

 

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