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Fakten

  • Aufnahmejahr: 2014
  • Verbreitung: Oberammergau (Bayern)
  • Zentraler Termin: alle 10 Jahre (zuletzt 14. Mai bis 2. Oktober 2022)
  • Bereich: Darstellende Künste

1633, zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges, als in Oberammergau bereits 80 Menschen an der Pest verstorben waren, gelobten die Dorfbewohner, alle zehn Jahre Passionsspiele aufzuführen. Fortan starb niemand mehr an der Seuche. Ihrem Schwur sind die Oberammergauer seit 1634 inzwischen beinahe 400 Jahre lang treu geblieben. Vor allem im Laufe des 19. Jahrhunderts wurden die Passionsspiele zu einem gesellschaftlichen Ereignis mit Bedeutung über Bayern hinaus: König Maximilian II., König Ludwig II. und zahlreiche andere gekrönte Häupter Europas sowie berühmte Persönlichkeiten, u.a. Richard Wagner, der Chemiker Max von Pettenkofer und der amerikanische Automobilproduzent Henry Ford, ließen es sich nicht nehmen, Oberammergau zu besuchen. An der Passion 2010 nahmen über 500.000 Gäste aus aller Welt teil.

Nur Bürgerinnen und Bürger, die in Oberammergau geboren sind oder seit mehr als 20 Jahren in Oberammergau leben, dürfen teilnehmen. Alle Mitwirkenden, von den Schauspielern, über den Chor und das Orchester, bis hin zu den Platzeinweisern im Theater, sind Einheimische. In Oberammergau, einem Dorf von hervorragenden Schnitzer und Handwerkern, spielt die technische und handwerkliche Ausgestaltung einer großen Theateraufführung eine wichtige Rolle. In Gemeinschaftsleistung der Werkstätten entstehen annähernd 2000 Kostüme und 24 Szenenbilder. Schreiner, Bildhauer, Maler und Schneiderinnen arbeiten über ein Jahr vor der Premiere an der Umsetzung. 2010 beteiligten sich insgesamt 2.500 Personen, also die Hälfte der Bevölkerung Oberammergaus, an der Umsetzung.

Zitat Darsteller

"Oberammergau ist total geprägt von den Passionsspielen."

Frederik Mayet, Jesus-Darsteller bei den Passionsspielen Oberammergau

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, während der zwei Weltkriege, erlebten die Spiele die dunkelste Zeit ihrer Geschichte. Der Nationalsozialismus nutzte die Bekanntheit der Spiele zu Propagandazwecken. In den letzten Jahrzehnten wurde geschichtsbewusst daran gearbeitet, Antijudaismen aus dem Spiel herauszunehmen, was durch grundlegende Textänderungen gelang. In einem modernen Mysterienspiel um das Leiden, das Sterben und die Auferstehung Jesu Christi erlebt man nun Jesus als Menschen und sein Handeln als notwendige Folge der historischen Geschehnisse.

Kontakt

Gemeinde Oberammergau
Bürgermeister Andreas Rödl

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