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Fakten

  • Aufnahmejahr: 2026
  • Verbreitung: Rheinland; weitere Martinsbräuche deutschlandweit verbreitet
  • Zentraler Termin: um den 11. November
  • Bereich: Gesellschaftliche Bräuche, (jahreszeitliche) Feste und Rituale

Die Martinstradition im Rheinland umfasst Bräuche rund um den Martinstag, den Gedenktag Sankt Martins. Charakteristisch sind Laternenumzüge, Martinslieder und die nachgestellte Mantelteilung. Ein reitender Martinsdarsteller führt den Umzug an, begleitet von Kinder‑ und Jugendgruppen mit selbstgebastelten Laternen und Fackeln. Der Zug endet üblicherweise an einem Feuer, vor dem die Mantelteilung nachgespielt wird. Anschließend erhalten die teilnehmenden Kinder Gebäck oder Süßigkeiten. Organisiert wird das Fest von lokalen Martinsvereinen, Schulen und Kindertageseinrichtungen, die Vorbereitung, Ablauf und Ausstattung gemeinschaftlich gestalten. Die Martinstradition ist heute ein fest verankerter Bestandteil des öffentlichen und kulturellen Lebens vieler Orte im Rheinland.

Die Martinstradition verbindet gemeinschaftliche Bräuche wie Laternenumzüge, Martinslieder und die Darstellung der Mantelteilung zu einem festen kulturellen Ereignis im Jahreslauf. Sie beruht auf lokal verankertem Wissen zur Organisation der Umzüge, zur Gestaltung von Laternen und Liedern sowie zur Durchführung der Aufführungen am Martinstag. Der Brauch fördert Zugehörigkeit und ein solidarisches Miteinander über Glaubenszugehörigkeiten und Weltanschauungen hinweg und wird kontinuierlich an aktuelle gesellschaftliche Bedingungen angepasst – etwa durch konfessionsübergreifende Öffnung, inklusive Teilnahme und neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Vereinen, Schulen und Kindertageseinrichtungen.

Die Teilnahme an den Umzügen und Aktivitäten der Martinstradition steht allen Menschen offen. Ortsvereine, Schulen und Kindertageseinrichtungen bereiten Laternen, Lieder und Mantelteilung gemeinsam vor. Viele Orte pflegen zudem Heischebräuche, bei denen Kinder von Haus zu Haus gehen, ein Lied singen oder einen kurzen Spruch aufsagen und dafür kleine Gaben erhalten. Martinsvereine organisieren die Umzüge, führen Haustürsammlungen durch, stellen Ausstattung bereit und tragen das praktische Wissen rund um Ablauf, Sicherheit, Musikkapellen und Logistik weiter. Eltern und Vereinsmitglieder übernehmen ehrenamtliche Aufgaben, unterstützen organisatorisch oder beteiligen sich an Sammlungen für Gabentüten. Der Martinsbund unterstützt darüber hinaus Dokumentation, Vernetzung und organisatorische Zusammenarbeit, um die Tradition langfristig lebendig zu erhalten.

Martinstraditionen über das Rheinland hinaus

Obwohl die Einschreibung sich auf die Martinstradition im Rheinland konzentriert, bestehen in Deutschland und Europa zahlreiche weitere Martinsbräuche, die in anderen Formen praktiziert werden. Die Aufnahme versteht sich daher auch als Impuls zur Vernetzung mit weiteren aktiven Trägergruppen, die ähnliche Traditionen leben und den fachlichen Austausch suchen.

Kontakt

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