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Hessischer Kratzputz

(Aufnahmejahr: 2016)

Hauslandschaften der beiden in Hessen gelegenen Regionen „Schwalm“ und „Hessisches Hinterland“ sind vielerorts durch historische Fachwerkhäuser geprägt, die mit aufwändigen Gefacheputzen gestaltet sind. Der „hessische Kratzputz“ ist eine umgangssprachliche Bezeichnung für eine historische Putzweise in der ländlichen Bautradition, die bis in das 17. Jahrhundert zurückgeht. Diese handwerkliche und gestalterische Technik beschreibt die Verzierung von Fachwerkfassaden mit ornamentierten Putzen, die insbesondere in Hessen bis heute lebendig praktiziert wird. Mit Gefacheputzen verzierte Fachwerkhäuser finden sich jedoch auch in Unterfranken, Thüringen und im Gebiet Vierlanden bei Hamburg.

Gefacheputze sind durch Figuren, Blumen, Symbole und einfache grafische Formen gestaltet. Sie weisen eine reliefartige, flächige Struktur auf, die die Oberfläche eines Hauses lebendig erscheinen lassen. Die Darstellungen werden entweder eingeritzt, durch Stempel, Nagelbretter oder Reisigbündel auf vorher geglätteten, frischen Putzgrund eingeprägt, oder mit glättenden Werkzeugen aus Holz oder Eisen einmodelliert. Träger ist ein auf das Lehmgefach aufgetragener Kalkputz, dem Tierhaare oder pflanzliche Fasern beigemengt wurden.

Heutzutage widmen sich nur vereinzelte Betriebe der Technik des Kratzputzes. Zudem befassen und engagieren sich verschiedene Einrichtungen wie z.B. das Landesamt für Denkmalpflege Hessen, das Freilichtmuseum Hessenpark oder eine Grundschule für die Erhaltung dieser Handwerkstechnik. In diesem Rahmen wurde beispielsweise ein 30-minütiger Film „Kratzputz in Hessen“ produziert. Praxisseminare sollen zudem die Techniken des hessischen Kratzputzes vermitteln und die Bedeutung sowie Möglichkeiten der Konservierung und Restaurierung gefährdeter historischer Putzbestände aufzeigen.

Kontakt

Beratungsstelle für Handwerk und Denkmalpflege
Propstei Johannesberg
Gerwin Stein
36041 Fulda
E-Mail: gerwin.stein@denkmalpflegeberatung.de
Internet: www.denkmalpflegeberatung.de

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