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Dezember 2015

Gemeinsam Welterbe bewahren

Heritage Heroes in Mali

Auf der ganzen Welt gibt es couragierte Menschen, die Kultur- und Naturschätze vor der Vernichtung schützen und dabei sogar Risiken für Leib und Leben auf sich nehmen. Abdel Kader Haïdara, Abdoulaye Boncana und Aldiouma Yattara setzen sich für die Erhaltung der UNESCO-Welterbestätten in Timbuktu und Gao ein.

Abdel Kader Haïdara
Abdel Kader Haïdara in Bamako. Fotografie: Albrecht Fuchs

Aldiouma Yattara, Direktor des Sahel-Museums von Gao, Abdoulaye Boncana, Präsident des Kulturvereins Alanga, und Dr. Abdel Kader Haïdara, Direktor und Gründer der Gedenkbibliothek Mamma Haïdara, bewiesen 2012 außergewöhnliches Engagement, als Gao und Timbuktu schweren Angriffen durch bewaffnete Extremisten ausgesetzt waren, die auch wertvolle Kulturstätten zerstören wollten.

Haïdara startete eine beispiellose Rettungsaktion für den Schutz der Bibliothek Timbuktus und ihrer über 500-jährigen Sammlung bedeutender Werke der westafrikanischen Literaturgeschichte. Die Dokumente wurden in Metallkisten versteckt und mit der Hilfe von Hunderten wagemutiger Unterstützer aus dem In- und Ausland nach Bamako geschmuggelt.

Aldiouma Yattara mobilisierte die lokale Bevölkerung von Gao, um das Grabmal von Askia zu schützen. In einer großen Rettungsaktion schützte er außerdem die Kunstwerke aus dem Sahel-Museum vor Plünderungen und Zerstörung.

Abdoulaye Boncana und Aldiouma Yattara
Abdoulaye Boncana und Aldiouma Yattara im Parc National du Mali, Bamako. Fotografie: Albrecht Fuchs

Abdoulaye Boncana gründete die Bewegung "Junge Patrioten Gaos", um jungen Menschen eine Stimme im Kampf gegen Unterdrückung und für die Verteidigung ihres kulturellen Erbes zu geben.

Alle Akteure konnten durch die strategische Koordination der lokalen Gemeinden und internationaler Unterstützer wichtige Elemente der Kultur Westafrikas retten.

Die Moscheen, Mausoleen und Friedhöfe von Timbuktu zählen seit 1988 zum Weltkulturerbe der UNESCO. Das Grabmal von Askia in der Stadt Gao wurde 2004 als Welterbe anerkannt. Beide Stätten wurden aufgrund der bewaffneten Konflikte in Mali 2012 in die Liste des gefährdeten Welterbes eingeschrieben. Angesichts der zerstörerischen Anschläge auf das Welterbe scheint der einzelne Mensch machtlos. Das Engagement der "Heritage Heroes" ermutigt dazu, nicht hilflos zuzuschauen, sondern sich gemeinsam aktiv für den Schutz des Welterbes einzusetzen, auch wenn es Risiken birgt.

Aldiouma Yattara sagt: "Das Welterbe ist ein Ort der Wissensvermittlung, es ist also eine Schule, allerdings nicht im klassischen Wortsinn."

Die "Heritage Heroes" wurden im Zeitraum vom 29. April bis 1. Juni 2015 an den Stätten ihres Wirkens interviewt und fotografiert. Ihre Porträts werden in einer Ausstellung der Deutschen UNESCO-Kommission in Kooperation mit dem Auswärtigen Amt gezeigt, die erstmals im Sommer 2015 anlässlich der 39. Tagung des UNESCO-Welterbekomitees in Bonn präsentiert wurde. Die Ausstellung kann interessierten Institutionen zur Verfügung gestellt werden. Bei Interesse wenden Sich sich bitte an Frau Anna Steinkamp (steinkamp(at)unesco.de).

 
Weitere Informationen:

Online-Präsentation der Ausstellung "Heritage Heroes"

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