UNESCO-Welterbe Kofun-Gruppe von Mozu-Furuichi: Hügelgräber aus Alt-Japan

Hügelgräber aus Alt-Japan

Die Hügelgräber aus Alt-Japan zeugen von dem ausdifferenzierten Gesellschaftsgefüge, das seinen Ausdruck in einem komplexen Bestattungssystem fand. Als herausragendes Zeugnis der Kofun-Zeit wurden die Hügelgräber auf der 43. Sitzung des Welterbekomitees in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen.

Auf einem Plateau über der Ebene von Osaka gelegen, umfasst die serielle Welterbestätte der Kofun-Gruppe von Mozu-Furuichi 45 Teilgebiete mit insgesamt 49 Hügelgräbern aus der Kofun-Zeit zwischen dem 3. Und 6. Jahrhundert n. Chr. Die Hügelgräber waren Begräbnisstätte der gesellschaftlichen Elite und wurden in vielen Formen errichtet. Neben kreisförmigen Kofun gibt es rechteckige und quadratische Formen, die bekanntesten Kofun haben eine schlüssellochähnliche Form. Als Grabbeigaben finden sich Waffen, Rüstungen sowie Schmuck. Keramikfiguren – genannt Haniwa – schmücken die Hügel. Einige der Gräber sind kaiserliche Mausoleen, sie unterstehen heute dem Kaiserlichen Hofamt.

Die Mozu-Furuichi Kofun-Gruppe wurde aus über 160.000 noch vorhandenen Kofun in Japan ausgewählt. Sie repräsentiert in außergewöhnlicher Weise die Blütezeit der Kofun-Periode vom späten 4. bis späten 5. Jahrhundert n. Chr. Die 45 Teilgebiete sind Zeugnis der gesellschaftspolitischen Strukturen und verdeutlichen die Klassenunterschiede der damaligen Zeit. Die ausgewählten Gräber gelten als herausragendes Beispiel dieses höchst komplexen Bestattungssystems (Auswahlkriterium iii). 

Die Rolle der Kofun bei der Etablierung einer Gesellschaftsordnung innerhalb dieser bedeutenden historischen Periode sowie auch die Attribute der Gräber, wie Grabfiguren, Wassergräben und geometrische, terrassenförmig angelegte und mit Steinen befestigte Hügel sind weltweit einzigartig (Auswahlkriterium iv).

Illustration Welerbestätten

Faktenbox

Auszug aus der Erklärung zum Außergewöhnlichen Universellen Wert (OUV)

The Mozu-Furuichi Kofun Group demonstrates an outstanding type of ancient East Asian burial mound construction.

Die Kofun-Gruppe von Mozu-Furuichi repräsentiert einen einzigartigen Typus des alten ostasiatischen Baus von Hügelgräbern.

Weitere Grabhügel mit UNESCO-Welterbe Titel

Es gibt zahlreiche weitere Grabhügel weltweit, die von der UNESCO in die Welterbeliste aufgenommen wurden. Ebenfalls 2019 als UNESCO-Welterbe anerkannt wurden die Grabhügel von Dilmun in Bahrain. Sie wurden zwischen 2.050 und 1.750 vor Christus errichtet und umfassen 21 archäologische Stätten im Westen Bahrains. Sechs davon sind Nekropolen, die aus bis zu mehreren tausend Hügelgräbern bestehen. Insgesamt wurden 11.774 Gräber in Form niedriger zylindrischer Türme gefunden. Die anderen 15 Teilgebiete umfassen 17 Königsgräber, die als zweistöckige Grabtürme errichtet wurden. Die Grabhügel der frühen Dilmun-Zivilisation zeugen von der Situation Bahrains im frühen 2. Jahrtausend v. Chr. Das Land entwickelte sich in dieser Zeit zu einem Handelszentrum. Der damit einhergehende Wohlstand erlaubte es den Einwohnern, eine komplexe Bestattungstradition für die gesamte Bevölkerung zu entwickeln.

Porträtserie

Im Rahmen der 43. Sitzung des UNESCO-Welterbekomitees 2019 in Baku (Aserbaidschan) wurden 29 Stätten neu in die Liste des Welterbes aufgenommen. In ihrer Gesamtheit versinnbildlichen sie die Vielfalt und Bandbreite des gemeinsamen Kultur- und Naturerbes der Menschheit.

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