Wissensaustausch zum Immateriellen Kulturerbe

Wissensgenerierung und Wissensaustausch sind wichtige Elemente zur Erhaltung und Weiterentwicklung Immateriellen Kulturerbes. Die Deutsche UNESCO-Kommission nutzt hierzu verschiedenste Formate.

Regionalforen/Informationsveranstaltungen zum Immateriellen Kulturerbe

Ab dem Start der Umsetzung des Übereinkommens in Deutschland wurden von der Deutschen UNESCO-Kommission und den Ländern öffentliche Regionalforen und Informationsveranstaltungen in zahlreichen Städten angeboten. Sie richteten sich in erster Linie an Akteure, die in Gruppen und Gemeinschaften kulturelle Ausdrucksformen praktizieren und pflegen. Auf den Veranstaltungen wurden Inhalt und Ziele des UNESCO-Übereinkommens sowie Möglichkeiten zur Teilhabe und das Verfahren zur Aufnahme in das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes in Deutschland vorgestellt.

Arbeitspapier „Das lebendige Kulturerbe kennenlernen und wertschätzen!“

Die Deutsche UNESCO-Kommission hat parallel zum Beitrittsverfahren 2012 in einem Arbeitspapier erste Hinweise zur Umsetzung des Übereinkommens in Deutschland formuliert. Das Arbeitspapier ist in Deutsch, Englisch, Französisch und den weiteren UN-Sprachen verfügbar.

Das Arbeitspapier macht deutlich, dass überliefertes Wissen und Können wichtige kulturelle Ressourcen darstellen. Immaterielles Kulturerbe wird immer wieder aus fortschrittlichen und demokratischen Ansätzen heraus neu gestaltet und interpretiert. Es fördert den positiven Umgang mit kultureller Vielfalt. Da lebendiges Erbe Ausdruck von Kreativität und Erfindergeist ist, spielt es auch für Bildungs- und Lernprozesse eine wichtige Rolle. 

 

Wissenschaftliche Recherchen zum Immateriellen Kulturerbe in Deutschland

Im Zuge des Beitritts Deutschlands zum UNESCO-Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes wurden 2012 von der Deutsche UNESCO-Kommission Recherche-Aufträge an zwei Wissenschaftlerinnen vergeben. Einer beschäftigte sich mit potenziell aussichtsreichen kulturellen Ausdrucksformen in Deutschland, ein weiterer mit möglichen Anknüpfungen Deutschlands an bestehende oder noch zu erstellende Mehrländernominierungen. Beide Recherche-Arbeiten haben eine Materialsammlung zum Ergebnis, welche den damaligen Stand der Forschung und mediale Aufarbeitung des Immateriellen Kulturerbes gleichermaßen berücksichtigen.

Memorandum 2006 - Immaterielles Kulturerbe in der Arbeit der UNESCO: neue Aufgaben, neue Herausforderungen

Die Deutsche UNESCO-Kommission organisierte bereits 2005 und 2006 zivilgesellschaftliche Fachberatungen zum Immateriellen Kulturerbe. Unter Rückgriff auf Begriffe und Methodik der empirischen Kulturwissenschaften, Anthropologie, Geschichtswissenschaft, Musikethnologie und Museumskunde wurden Kriterien und Orientierungen für eine mittelfristig ausgerichtete deutsche Mitarbeit für den Fall einer Ratifizierung des UNESCO-Übereinkommens zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes entwickelt. Bundesweit haben sich rund hundert Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen geisteswissenschaftlichen Disziplinen und Praxisfeldern mit Wort- und Schriftbeiträgen beteiligt. Darunter waren Kulturmittler, Museums- und Archivdirektoren, Forscher verschiedener Disziplinen, Künstler, Denkmalschützer, Filmemacher, Laienkünstler und engagierte Handwerker. Das im Ergebnis entstandene Memorandum wurde einem Peer-Review unterzogen und vom Fachausschuss Kultur der Deutschen UNESCO-Kommission auf seiner Sitzung am 23. November 2006 intensiv beraten. 

Download

Memorandum (PDF)