Bundesweites Verzeichnis Immaterielles Kulturerbe

Willibaldsritt Jesenwang

Bei dem Willibaldsritt in Jesenwang reiten hunderte Menschen mit ihren Pferden in einer feierlichen Prozession durch eine Kirche. 

Illustration Immaterielles Kulturerbe

Fakten

  • Aufnahmejahr: 2022
  • Verbreitung: Gemeinde Jesenwang
  • Zentraler Termin: Ganzjährig
  • Bereich: gesellschaftliche Bräuche, (jahreszeitliche) Feste und Rituale

Die Pferdesegnung während des Willibaldritts findet im oberbayerischen Jesenwang mindestens seit Ende des 16. Jahrhunderts statt. Heute nehmen an der Wallfahrt bis zu 300 Reitende mit ihren Pferden und Gespannen teil. Begleitet werden sie dabei von bis zu 2.000 Besucherinnen und Besuchern.

Heute findet der Ritt jährlich um den 7. Juli statt. Am frühen Nachmittag sammelt sich die Reiterschaft in der Ortschaft St. Willibald und begibt sich gemeinsam zur Kirche. Nach der Segnung der Pferde durchreiten die Teilnehmenden des Zugs das Gotteshaus. Anschließend trefen sie sich im Jesenwanger Kastanienhain, um die Pferdeweihe gemeinsam festlich zu beschließen.

Die Organisation des Willibaldritts wird insbesondere von lokal ansässigen Familien geprägt. Diese vermitteln das spezifische Wissen und Können auch an die jüngeren Generationen. Dabei sind sowohl die Weitergabe der Fertigkeiten im Umgang mit Pferden als auch die nötigen Kenntnisse der Organisation des Umzugs wichtig. Unterstützt werden sie dabei durch Bildungsprogramme des Freundeskreises St. Willibald. 

Kontakt

Freundeskreis St. Willibald e.V.
Martin Schmid
E-Mail
Homepage

Für viele Menschen in Jesenwang ist der Willibaldsritt eine feste Größe im Jahreslauf. Im Vorfeld schmücken viele Menschen ihre Häuser und folgen an dem Festtag dem Umzug zum Festgelände. Der Willibaldsritt steht Interessierten grundsätzlich offen. Einzig Kenntnisse im Führen von Pferden und Gespannen sind eine Voraussetzung für die aktive Teilnahme.

Publikation

Bundesweites Verzeichnis Immaterielles Kulturerbe.
Deutsche UNESCO-Kommission, 2021

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