Bundesweites Verzeichnis Immaterielles Kulturerbe

Historisches Festspiel "Der Meistertrunk" zu Rothenburg ob der Tauber

In Rothenburg ob der Tauber wird alljährlich zu den Pfingstfeiertagen an ein zentrales Ereignis der Stadtgeschichte im Jahr 1631 erinnert: Damals, während des Dreißigjährigen Krieges, konnte die Belagerung der Stadt nur durch eine Mutprobe abgewendet werden. Das historische Festspiel erzählt diese Geschichte. Es wird durch über 100 Laiendarsteller zwölfmal im Jahr aufgeführt.

Illustration Immaterielles Kulturerbe

Fakten

  • Aufnahmejahr: 2016
  • Verbreitung: Rothenburg ob der Tauber (Bayern)
  • Zentraler Termin: Pfingstwochenende
  • Bereich: Mündlich überlieferte Traditionen und Ausdrucksformen; Darstellende Künste; Gesellschaftliche Bräuche, Rituale und Feste

Kontakt

Historisches Festspiel "Der Meistertrunk" e.V.
Alexander Zierer
vorstand@meistertrunk.de
www.meistertrunk.de

Ein weiteres Element der Pfingstaktivitäten ist ein historischer Heereszug durch die Altstadt, an dem etwa 130 Pferde und Reiterinnen und Reiter teilnehmen. Außerdem gibt es zwei historische Feldlager und einen großen Mittelaltermarkt. Dabei wird ein umfangreicher Kostüm- und Waffenfundus eingesetzt, der die Zeit um 1631 wiederspiegelt.

Das Festspiel „Der Meistertrunk“ wurde 1881 verfasst und erinnert an die Geschehnisse im Jahre 1631. Damals wurde Rothenburg vom Feldherren „Tilly“ belagert und eingenommen. Er verurteilte Bürgermeister und Stadträte zum Tode und wollte die Stadt plündern und brandschatzen. Dennoch wurde ihm ein Willkommenstrunk aus einem edlen Pokal angeboten, der sonst Königen und Kaisern vorbehalten war. Der Wein stimmte ihn milde und er versprach die Stadt zu verschonen, sollte einer Mut und Kraft besitzen den Pokal, der über drei Liter fasste, in einem Zug zu leeren. Der Altbürgermeister bewältigte diesen „Meistertrunk“ und konnte so die Stadt retten.

Um Organisation und Bewahrung dieser Traditionen kümmert sich der ehrenamtlich getragene Verein Historisches Festspiel „Der Meistertrunk“ e. V. Dazu gehören beispielsweise die Instandhaltung und Pflege von Kostümen sowie ein eigenes Museum, in dem Leben und Umfeld der Stadt Rothenburg um 1631 dargestellt werden. Zudem wird historisches Musik- und Liedgut gepflegt indem junge Menschen und Neuzugänge angeregt werden, alte Instrumente und Lieder zu erlernen.

"Ich freue mich für unsere Festspieler über diese Auszeichnung."

Walter Hartl, Oberbürgermeister Rothenburgs

Publikation

Wissen. Können. Weitergeben.
Deutsche UNESCO-Kommission, 2017

weitere Artikel

Historisches Festspiel „Die Kinderzeche“ zu Dinkelsbühl
Historisches Festspiel „Die Kinderzeche“ zu Dinkelsbühl

Bundesweites Verzeichnis Immaterielles Kulturerbe

Historisches Festspiel „Die Kinderzeche“ zu Dinkelsbühl

Die Kinderzeche in Dinkelsbühl ist ein Kinder- und Heimatfest, das auf ein im 16. Jahrhundert erstmals veranstaltetes Schulfest zurückgeht. In dem Festspiel wird eine lokale Sage nachgespielt, nach der im Dreißigjährigen Krieg Dinkelsbühler Kinder die Stadt vor den Schweden gerettet haben sollen. Sie steht im Zusammenhang mit der Belagerung der Stadt im Jahre 1632.
weiterlesen
Historisches Dokumentarspiel "Landshuter Hochzeit 1475"
Historisches Dokumentarspiel "Landshuter Hochzeit 1475"

Bundesweites Verzeichnis Immaterielles Kulturerbe

Historisches Dokumentarspiel "Landshuter Hochzeit 1475"

Das 1903 wiederbelebte und neu inszenierte Fest verbindet lokale Geschichts- und Identifikationsarbeit mit vereinsmäßigen und zivilgesellschaftlichen Aktivitäten. Die Organisation des Spiels wird ehrenamtlich geleistet, 2500 Landshuter/innen von jung bis alt wirken dabei mit. Als Erlebnisraum und Bühne für die Re-Inszenierung wird ein „Lagerplatz, Zehrplatz und Turnierplatz“ errichtet.
weiterlesen