Bundesweites Verzeichnis Immaterielles Kulturerbe

Wunsiedler Brunnenfest

Die oberfränkische Stadt Wunsiedel feiert alljährlich am Samstag vor Johanni ein Brunnenfest. Für das Schmücken der Brunnen sind heute 35 Brunnengemeinschaften zuständig, die jeweils einen Brunnen aufwändig dekorieren. Sie setzen sich aus Vereinen, Anwohnern, Firmen und einzelnen Interessenten zusammen. Auch Kindergärten und Jugendzentren bilden Brunnengemeinschaften, wodurch die Freude an dem Brauch schon früh an folgende Generationen vermittelt wird.

Illustration Immaterielles Kulturerbe

Fakten

  • Aufnahmejahr: 2016
  • Verbreitung: Wunsiedel (Bayern)
  • Zentraler Termin: Wochenende vor Johanni (Juni)
  • Bereich: Gesellschaftliche Bräuche, Rituale und Feste; Wissen und Bräuche in Bezug auf die Natur und das Universum; Formen gesellschaftlicher Selbstorganisation

Kontakt

Stadtverwaltung Wunsiedel
Wolfgang Daum
wolfgang.daum@wunsiedel.de

Die Brunnengemeinschaften treffen sich im Vorfeld, um Motive zu finden, Accessoires vorzubereiten, Blumen zu pflücken und letztlich die Brunnen herzurichten. Einige widmen sich darüber hinaus auch anderen wichtigen Themen. Brunnengemeinschaften haben keine Vorsitzenden und bei eventuellen Meinungsverschiedenheiten finden demokratische Abstimmungen statt.

Das Brunnenfest und besonders die Brunnengemeinschaften tragen zur Identität der Mitwirkenden bei und stärken das Gemeinschaftsbewusstsein der Wunsiedler. In der Vorbereitung und Durchführung des Brunnenfestes entstehen zwischen den Mitgliedern der Brunnengemeinschaften Freundschaften, die auch über das Fest hinaus bestehen.

Grundlage des Festes ist eine Legende, nach der die Wunsiedler im 18. Jahrhundert nach einer Dürre die Brunnen der Stadt mit Arnikakränzen und Blumen schmückten. Daraufhin begannen diese wieder üppig zu sprudeln. Das Fest ist seit 1833 belegt. Heute bewundern am Tag des Festes viele Besucher die 35 geschmückten Brunnen der Stadt. Umherziehende Musikanten sorgen dabei für musikalische Umrahmung. 

"Das Wunsiedler Brunnenfest ist trotz Verpflegungsstationen ein stilles Fest."

Wolfgang Daum, Stadtarchivar

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