Bundesweites Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes

Das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes zeigt exemplarisch, welche lebendigen kulturellen Traditionen und Ausdrucksformen in Deutschland praktiziert und weitergegeben werden. Es würdigt kreative und inklusive Kulturformen und deren reichen Schatz an Erfahrungswissen.

Im Bundesweiten Verzeichnis befinden sich derzeit insgesamt 97 Einträge: 88 Kulturformen und 9 Modellprogramme zur Erhaltung Immateriellen Kulturerbes (Gute Praxisbeispiele). 

Das Verzeichnis soll von Jahr zu Jahr wachsen und die Vielfalt immaterieller Kulturformen in und aus Deutschland sichtbar machen. Es wird in einem mehrstufigen Verfahren von der Deutschen UNESCO-Kommission und verschiedenen deutschen staatlichen Akteuren erstellt. Die Vorschläge für das Verzeichnis kommen direkt aus der Zivilgesellschaft.

Das Verzeichnis ist keine Erfassung des "deutschen Erbes". Es zeigt vielmehr lebendige kulturelle Traditionen und Ausdrucksformen, die in Deutschland praktiziert werden. Die in das Verzeichnis aufgenommenen Kulturformen sowie ihre Träger stehen exemplarisch für die Kreativität, den Innovationsgeist und das Wissen unserer Gesellschaft.

Die Aufmerksamkeit soll dazu führen, dass gelebte Traditionen, die heute in Deutschland von Gruppen und Gemeinschaften praktiziert werden, erhalten, fortgeführt und dynamisch weiterentwickelt werden können.

Publikation

Wissen. Können. Weitergeben.
Deutsche UNESCO-Kommission, 2017

Bräuche und Feste im Jahreslauf (zeitlich sortiert)

Gesellschaftliche Bräuche und Feste der Lausitzer Sorben im Jahreslauf

Die Sorben zeichnen sich nicht nur durch ihre eigene Sprache aus, sondern auch durch Eigenarten in der materiellen und der immateriellen Volkskultur. Besonders hervorzuheben sind die vielfältigen lebendigen Bräuche im Jahreslauf. Sie werden aktiv gepflegt und sind wichtige Merkmale der sorbischen Identität und der ethnischen und kulturellen Selbstverwirklichung.  weiterlesen

Sternsingen

Jedes Jahr um den 6. Januar (Dreikönigstag) ziehen überall in Deutschland Kinder und Jugendliche als Heilige Drei Könige von Haus zu Haus. Sie singen traditionelle und neue Sternsingerlieder und bringen den Menschen den Segen für das neue Jahr. Dabei sammeln sie Spenden für Kinderhilfsprojekte weltweit. weiterlesen

Ehrsames Narrengericht zu Grosselfingen

Das Ehrsame Narrengericht zu Grosselfingen ist eine über Jahrhunderte gepflegte Fasnachtstradition, die in unregelmäßigen Abständen stattfindet. Nur wenn die Mitgliederversammlung der Bruderschaft des Ehrsamen Narrengerichts die Aufführung beschließt, ziehen die Hanswurste, Butzen, Pfeifer und Trommler durch den Ort, um die Aufführung des Narrengerichts für den Folgetag anzukündigen. weiterlesen  

Rheinischer Karneval mit all seinen lokalen Varianten

Für die Menschen im Rheinland geht der Karneval mit einem ganz besonderen Lebensgefühl einher. Er ist fester Bestandteil in ihrem Leben, vermittelt Gefühle von Freude und Zugehörigkeit zu einer starken Gemeinschaft und besitzt eine starke integrative Kraft. weiterlesen

Schwäbisch-Alemannische Fastnacht

Die schwäbisch-alemannische Fastnacht wird jedes Jahr um das siebte Wochenende vor Ostern in zahlreichen Gemeinden in Baden-Württemberg gefeiert. Eingebunden in den großen Kontext der historischen Fastnachtsbräuche Europas wird die „Fasnet“ mit ihrem reichen Überlieferungsbestand und ihrer Formenvielfalt von breiten Bevölkerungsteilen aktiv gepflegt. weiterlesen

Spergauer Lichtmeß

Die Spergauer Lichtmeß wird jedes Jahr Anfang Februar in Spergau, einem Ortsteil der Stadt Leuna im Saalekreis in Sachsen-Anhalt, gefeiert. Zum Lichtmeßtag ist das ganze Dorf auf den Beinen. Lichtmeß heißt in Spergau Winteraustreibung. Der erste Hinweis auf diesen Spergauer Brauch findet sich in der handschriftlichen Ortschronik des Jahres 1688. weiterlesen

Biikebrennen

Das Biikebrennen ist ein gemeinschaftliches Feuerfest in Norddeutschland, mit dem traditionell böse Geister vertrieben und die neue Saat geschützt werden soll. Am 21. Februar werden in Schleswig-Holstein auf den Inseln Sylt, Amrum und Föhr, auf den Halligen und in weiten Teilen des nordfriesischen Festlandes alljährlich mehr als 60 Biiken entzündet. weiterlesen

Heiligenstädter Palmsonntagsprozession

Die Heiligenstädter Palmsonntagsprozession ist ein religiöser Umzug, der alljährlich am Sonntag vor Ostern stattfindet und sich durch die Straßen von Heiligenstadt bewegt. Bei der Prozession werden sechs überlebensgroße Figuren mitgeführt, die an den Leidensweg von Jesus Christus erinnern. Zwischen den Bildnissen gehen Gläubige und singen durch Blaskapellen unterstützt überlieferte religiöse Lieder. weiterlesen

Georgiritt und historischer Schwerttanz Traunstein

Alljährlich findet am Ostermontag im bayerischen Traunstein der so genannte Georgiritt mit historischem Schwerttanz statt. Über 400 festlich geschmückte Reitpferde und Gespanne aus den umliegenden Gemeinden sind an der Pferdewallfahrt zu Ehre des Heiligen Georgs beteiligt. weiterlesen

Der "Pfingsttanz" als Basis der kommunalen Entwicklung in der Verbandsgemeinde Mansfelder Grund-Helbra

Modellprogramm der Erhaltung Immateriellen Kulturerbes

Die Verbandsgemeinde zeigt modellhaft, wie ein gemeinsamer Brauch zu effektiver Zusammenarbeit auf vereins- und kommunalpolitischer Ebene führen kann. Durch die Zusammenarbeit der Pfingstvereine entstand das Integrierte gemeindliche Entwicklungskonzept der Verbandsgemeinde. Dadurch werden Vereinstätigkeiten sowie Freizeitangebote gemeinsam erhalten und gefördert. Neben der Kooperation beim gemeinsamen Brauch des Pfingsttanzes wurden auch auf politischen Ebenen Kooperationen geschlossen. weiterlesen

Eisenacher Sommergewinn

Der Eisenacher Sommergewinn ist ein Frühlingsbrauch. Im Mittelpunkt steht der Sieg des Sommers über den Winter beziehungsweise des Lebens über den Tod. Mit Musik, Tanz und Kabarett beschäftigen sich Laiendarsteller humorvoll und kritisch mit städtischen Themen. Höhepunkt bildet ein Festumzug am Sonnabend mit Motivwagen und Laufgruppen zu Jahreszeiten und stadtgeschichtlichen Themen. weiterlesen

Forster Hanselfingerhut-Spiel

Das Hanselfingerhut-Spiel wird alljährlich am Sonntag Lätare, also drei Wochen vor Ostern,  im rheinland-pfälzischen Ort Forst insgesamt sechsmal aufgeführt. Es ist ein Volksspiel mit derben Worten, das sich der Überlieferung nach aus verschiedenen Teilstücken zusammensetzt. weiterlesen

Osterräderlauf in Lüdge

Der Osterräderlauf ist für die Bewohner der „Osterräderstadt“ Lügde ein zentrales und stark identitätsstiftendes Ereignis. Mit breiter Beteiligung aller Generationen wird der Frühlingsanfang gefeiert. Die Tradition erfordert das Beherrschen einer Vielzahl von spezifischen Techniken, die im Kreis der Brauchträger durch aktive Jugendarbeit weitergegeben werden. weiterlesen

Finkenmanöver im Harz

Mit dem Finkenwettstreit in acht Orten des Harzes haben sich Teile eines traditionellen Frühlingsbrauchtums erhalten, das ursprünglich über Mitteleuropa weit verbreitet war. Die Finkenwettbewerbe enthalten zwei Wettkampfdisziplinen: die Schönheitsklasse und die Kampfklasse. Die Kampfklasse besteht aus der Starkklasse und dem Distanzsingen. weiterlesen

Historisches Festspiel "Der Meistertrunk" zu Rothenburg ob der Tauber

In Rothenburg ob der Tauber wird alljährlich zu den Pfingstfeiertagen an ein zentrales Ereignis der Stadtgeschichte im Jahr 1631 erinnert: Damals, während des Dreißigjährigen Krieges, konnte die Belagerung der Stadt nur durch eine Mutprobe abgewendet werden. Das historische Festspiel erzählt diese Geschichte. Es wird durch über 100 Laiendarsteller zwölfmal im Jahr aufgeführt. weiterlesen

Bürgersöhne-Aufzug zu Lingen „Die Kivelinge“ von 1372

Alle drei Jahre finden in Lingen ein historisches Marktgeschehen und ein großer Festumzug zu Ehren der Bürgersöhne statt. Hunderte von Ehrenamtlichen bereiten das dreitägige Fest auf historischer Grundlage von 1372 vor. Diese weit zurückreichende Tradition zeigt sich als äußerst wandlungsfähig und inklusiv. Menschen mit Flucht- oder Migrationshintergrund wie auch mit eingeschränkter Mobilität werden zur Beteiligung eingeladen. weiterlesen

Wunsiedler Brunnenfest

Die oberfränkische Stadt Wunsiedel feiert alljährlich am Samstag vor Johanni ein Brunnenfest. Für das Schmücken der Brunnen sind heute 35 Brunnengemeinschaften zuständig, die jeweils einen Brunnen aufwändig dekorieren. Sie setzen sich aus Vereinen, Anwohnern, Firmen und einzelnen Interessenten zusammen. Auch Kindergärten und Jugendzentren bilden Brunnengemeinschaften. weiterlesen

Augsburger Hohes Friedensfest

Das Augsburger Hohe Friedensfest findet seit 1650 jährlich statt. Seit 1949 ist es gesetzlicher Feiertag in Augsburg. Das mehrwöchige Veranstaltungsprogramm wird interreligiös und interkulturell begangen. Im Zentrum des Friedensfestes stehen heute die Anerkennung von Pluralität und das konstruktive Aushandeln gesellschaftlicher Konflikte als Maßstab für ein friedliches Zusammenleben. weiterlesen

Fürther Michaeliskirchweih („Kärwa“)

Die Fürther Michaeliskirchweih („Kärwa“) zählt aufgrund ihrer etwa 900-jährigen Tradition und identitätsstiftenden Wirkung zu den bedeutendsten Großereignissen im fränkischen Festkalender. Die zahlreichen mit dem Fest verbundenen Bräuche und Rituale werden von einer Vielzahl von Vereinen und Innungen gepflegt und weitergegeben. Zur heutigen Praxis zählt auch ein Erntedankzug mit etwa 3.000 aktiv Beteiligten aus 90 fränkischen Vereinen und circa 100.000 Besuchern. weiterlesen

Passionsspiele Oberammergau

Bei den Passionsspielen stellt ein ganzes Dorf die letzten fünf Tage im Leben Jesu in einer mehrstündigen Aufführung dar. Die Passionsspiele sind geprägt von der Leidenschaft der Oberammergauer Bürgerinnen und Bürger, die im Rhythmus der Dekaden die Passionsspiele auf die Bühne bringen und danach ihr Leben einteilen. weiterlesen

Tonnenabschlagen

Das Tonnenabschlagen ist ein alter Volksbrauch, der vornehmlich in Küstennähe von Mecklenburg und Vorpommern gelebt wird. Dabei handelt es sich um einen Reiterwettkampf, bei dem die Teilnehmer im Galopp durch eine Bahn reiten und mit einem Holzknüppel, dem "Tonnenknüppel", nach einer mit Laub und bunten Bändern geschmückten Tonne schlagen. weiterlesen

Peter-und-Paul-Fest Bretten

Das Peter-und-Paul-Fest ist das herausragende und identitätsstiftende kulturelle Ereignis in Bretten. Es steht unter dem Motto "Eine Stadt lebt ihre Geschichte". Knapp 4.000 in historische Gewänder gekleidete Frauen, Männer und Kinder sowie Gastgruppen aus ganz Europa zeigen den bis zu 140.000 Besuchern Episoden aus der Stadtgeschichte. weiterlesen

Peter-und-Paul-Fest in Bretten

Malchower Volksfest

Das Volksfest in Malchow am ersten Juli-Wochenende jeden Jahres ist mit 160 Jahren das älteste Heimatfest in Mecklenburg-Vorpommern. Zum Fest wird die Stadt mit Wimpelketten in den Mecklenburger Farben, mit bunten Lichterketten und Birken- und Eichengrün geschmückt. Am großen Festumzug beteiligen sich Betriebe, Sport- und Kulturverein und viele Bürger aus Malchow und dem Umland. weiterlesen

Barther Kinderfest

Alljährlich findet im Ort Barth in Mecklenburg-Vorpommern das Barther Kinderfest statt. Im Rahmen dieses Kinderschützenfestes wird mit Armbrust und Taube ein Kinderkönigspaar ermittelt, welches den Titel für ein Jahr behält. weiterlesen

Historisches Festspiel "Die Kinderzeche" zu Dinkelsbühl

Die Kinderzeche in Dinkelsbühl ist ein Kinder- und Heimatfest, das auf ein im 16. Jahrhundert erstmals veranstaltetes Schulfest zurückgeht. In dem Festspiel wird eine lokale Sage nachgespielt, nach der im Dreißigjährigen Krieg Dinkelsbühler Kinder die Stadt vor den Schweden gerettet haben sollen. Sie steht im Zusammenhang mit der Belagerung der Stadt im Jahre 1632. weiterlesen

Lindenkirchweih Limmersdorf

Im Fest und in der Überlieferung der Lindenkirchweih von Limmersdorf verkörpert sich ein jahrhundertealtes und ursprünglich weit verbreitetes Brauchtum. Heute wird dieses nur noch in wenigen Orten Oberfrankens und Thüringens in seiner alten Form gepflegt. Im Mittelpunkt einer Lindenkirchweih steht die oft uralte, majestätisch anmutende Tanzlinde des jeweiligen Ortes. weiterlesen

Historisches Dokumentarspiel "Landshuter Hochzeit 1475"

Die "Landshuter Hochzeit" verbindet lokale Geschichts- und Identifikationsarbeit mit vereinsmäßigen und zivilgesellschaftlichen Aktivitäten. Die Organisation des Festspiels wird ehrenamtlich geleistet, 2500 Landshuter/innen von jung bis alt wirken dabei mit. Als Erlebnisraum und Bühne für diese Re-Inszenierung wird ein „Lagerplatz und Turnierplatz“ errichtet. weiterlesen

Sennfelder und Gochsheimer Friedensfeste

Die Friedensfeste in den Gemeinden Sennfeld und Gochsheim gehen auf die Wiedererlangung der Reichsfreiheit und der Rechte auf freie Ausübung protestantischen Glaubens im Jahr 1649 zurück. Sie finden zeitgleich mit der Kirchweih statt. Sie sind die Hochfeste des Jahres in beiden Orten, zu denen viele Einwohner zusammenkommen und Weggezogene zurückkehren. Eine funktionierende Dorfgemeinschaft ist der wichtigste Faktor für den Erhalt der Friedensfeste. weiterlesen

Tölzer Leonhardifahrt

Alljährlich findet in Bad Tölz Anfang November eine Wallfahrt zu Ehren des Heiligen Leonhard statt: die Tölzer Leonhardifahrt. Über 80 prächtig geschmückte und von Pferden gezogene Vierergespanne nehmen daran teil. Darauf sitzen ein Fuhrmann und mit festlichen Trachten und Monturen gekleidete Wallfahrer/innen, unter ihnen Geistlichkeiten und Ministranten, Stadtratsmitglieder, Blaskapellen, Schützen und Trachtenkinder. weiterlesen

Bergparaden und Bergaufzüge in Sachsen

Sachsen hat eine lange Bergbaugeschichte. Bis heute werden Traditionen in Sachsen gelebt, die mit dem Bergbau, Hüttenwesen und Montanwissenschaften verbunden sind. Sie spielten in der wirtschafts- und kulturgeschichtlichen Entwicklung des Landes eine wichtige Rolle. Die größte Anzahl der Bergparaden und Bergaufzüge finden alljährlich in der (Vor-)Weihnachtszeit statt. weiterlesen

Bergparaden und Bergaufzüge in Sachsen

Mensch und Natur

Hebammenwesen

Überall auf der Welt stehen erfahrene Frauen Gebärenden zur Seite. Hebammen verfügen über fundamentales medizinisches, anatomisches und geburtshilfliches Wissen, das seit Generationen von Hebamme zu Hebamme vermittelt wird. Heute werden angehende Hebammen in 1600 Theorie- und 3000 Praxisstunden an einer Hebammenschule oder Hochschule ausgebildet. weiterlesen

Falknerei

Eintrag auf UNESCO-Liste

Falknerei, auch Beizjagd genannt, ist die Jagd mit abgerichteten Greifvögeln (Beizvögeln) auf freilebendes Wild in seinem natürlichen Lebensraum. Das Abtragen, also Zähmen und Abrichten, sowie Einjagen eines Beizvogels durch Falkner oder Falknerin ist ein sensibler Prozess, bei dem der Greifvogel sich langsam und nur mit positiven Erfahrungen und Belohnungen an den Falkner gewöhnt.  weiterlesen

Die Tradition des Schäferlaufs und Schäferhandwerks in Markgröningen, Bad Urbach und Wildberg

Seit dem 14. Jahrhundert wird die Tradition des Schäferlaufs und Schäferhandwerks in den drei Städten des heutigen Baden-Württembergs praktiziert. Ein spielerischer Wettbewerb, das „Leistungshüten“, trägt zum Erhalt des spezifischen Wissens und Könnens der Schäfer bei und zeigt dieses gleichzeitig anschaulich für die Öffentlichkeit. Erlöse aus Verkaufsmärkten fließen in einen Schafhaltungsfonds ein, aus dem die Stadtschäfer unterstützt werden. weiterlesen

Die traditionelle Flussfischerei an der Mündung der Sieg in den Rhein

Fischerfamilien in Bergheim an der Sieg besitzen seit dem Jahr 987 Fischereirechte im Mündungsbereich der Sieg in den Rhein. Aus der Gemeinschaft dieser Familien entwickelte sich eine Bruderschaft. Sie tradiert Wissen über Fischfang, Flora und Fauna, Fischereitechniken sowie Handwerke wie Netzstricken und Korbflechten. Dabei entstandene Traditionen werden bis heute gelebt und sind ein wichtiges Element lokaler Identität. weiterlesen

Köhlerhandwerk und Teerschwelerei

Die Verkohlung von Holz ist eine der ältesten Handwerkstechniken der Menschheit. Heute findet man weltweit alle Stufen seiner technischen Entwicklung nebeneinander vor: vom mehrere Tausend Jahre alten Prinzip des Kohlenmeilers im brasilianischen Urwald oder im deutschen Erzgebirge bis hin zur modernen Syntheseanlage für Biosprit in den Industriestaaten. weiterlesen

Die Haubergswirtschaft im Siegerland und in angrenzenden Regionen

Die Haubergswirtschaft im Siegerland und in angrenzenden Regionen ist eine lokal verankerte und nachhaltige Form der Waldbewirtschaftung. Die gemeinschaftliche Waldbewirtschaftung unterliegt seit jeher dem steten Wandel der Zeit und prägt die Kulturlandschaft der Region. Die Öffentlichkeitsarbeit und Weitergabemaßnahmen der Trägerschaft, wie thematische Führungen und Umweltbildungsmaßnahmen an Schulen, zeugen von einem herausragenden Engagement. weiterlesen

Innerstädtischer Erwerbsgartenbau in Bamberg

Seit dem 14. Jahrhundert werden direkt in Bamberg lokales Gemüse und spezielle Kräuter angebaut. Begünstigt durch den fruchtbaren Schwemmsandboden in der klimatisch vorteilhaften Flussaue wird der innerstädtische Erwerbsgemüseanbau von vielfältigen sozialen, religiösen und korporativen Traditionen der Gärtner begleitet. Diese drücken sich unter anderem in Wohnformen, Kleidung und Sprache aus. weiterlesen

Innerstädtischer Erwerbsgartenbau in Bamberg

Die Bewahrung und Nutzung der Zeesboote in der Mecklenburg-Vorpommerschen Boddenlandschaft

Die maritime und wandlungsfähige Tradition der Zeesboote wird durch den Erhalt und die Nutzung der hölzernen Boote bei traditionellen Zeesbootregatten und beim Freizeitsegeln lebendig gehalten. Der Erhalt der ehemaligen Fischereiboote erfordert spezifisches handwerkliches Wissen und Können des Holzbootbaus, der Segelmacherei und des seemännischen Umgangs mit Segelschiffen ebenso wie ein tiefgehendes Verständnis für den Zusammenhang von Kultur und Natur. weiterlesen

Wiesenbewässerung in den Queichwiesen zwischen Landau und Germersheim

Die landwirtschaftliche Kulturtechnik der Wiesenbewässerung basiert auf einem nachhaltigen Umgang mit der natürlichen Ressource Wasser. Bis heute wird die Tradition durch das Engagement von Landwirten, Vereinen und Stiftungen lebendig gehalten und im Rahmen von Führungen und interaktiven Ausstellungen weitergegeben. Dabei stehen das Wissen um Naturschutz, Naturkunde und Biodiversität genauso im Fokus wie dessen praktische Anwendung. weiterlesen

Deutsche Brotkultur

Deutsches Brot ist nicht nur weltweit beliebt, sondern auch in seiner Vielfalt einzigartig. Im Bäckerhandwerk, das die Vielfalt und Qualität des deutschen Brotes über die Jahrhunderte entwickelt und bewahrt hat, leben die alten Traditionen auch heute noch fort, wobei neueste Erkenntnisse der Wissenschaft stets in die Herstellung der Backwaren einfließen. weiterlesen

Kneippen – traditionelles Wissen und Praxis nach der Lehre Sebastian Kneipps

Das Kneipp‘sche Naturheilverfahren hat den Erhalt bzw. die Wiederherstellung der Gesundheit des Menschen zum Ziel. Es basiert auf den Prinzipien des regelmäßigen Trainings und der Abhärtung, beispielsweise durch Wassertreten. Die ganzheitliche Kneipp-Therapie zielt darauf ab, Körper, Geist und Seele des Menschen in Einklang zu bringen. weiterlesen

Baumfelderwirtschaft und traditionelle Dörrobstherstellung im Steigerwald

Die Baumfeldwirtschaft und traditionelle Dörrobstherstellung im Steigerwald wird durch großes Engagement einer kleinen Trägerschaft erhalten und in die Zukunft getragen. Tradierte Handwerkstechniken, Wissen um die Pflege von Kulturlandschaften sowie der Erhalt traditioneller und lokaler Obstsorten stehen dabei im Vordergrund. weiterlesen

Zwiefacher

Der Zwiefache ist eine typisch bayerisch-böhmische Musikgattung, die musiziert, getanzt und gesungen wird. Seine Besonderheit besteht im unregelmäßigen Wechsel zwischen Dreivierteltakt (Walzer) und Zweivierteltakt (Dreher). Die älteste bayerische Schriftquelle eines Zwiefachen ist eine Musikhandschrift von 1740 und der früheste gedruckte Nachweis eines Zwiefachen ist eine Veröffentlichung von 1825. weiterlesen

Das Bauhüttenwesen - Weitergabe, Dokumentation, Bewahrung und Förderung von Handwerktechniken und -wissen

Modellprogramm der Erhaltung Immateriellen Kulturerbes

Seit Jahrhunderten bewahren Dom- und Münsterbauhütten tradiertes Wissen und Bräuche über Bau und Erhalt von Großkirchen. Mit ihren zahlreichen Dokumentations- und Erhaltungsaktivitäten, der Jugend- und Vermittlungsarbeit, der Vernetzung mit der Politik, Industrie und untereinander bieten die deutschen Dom- und Münsterbauhütten ein überregionales Modell für die Erhaltung Immateriellen Kulturerbes. weiterlesen

Die traditionelle kunsthandwerkliche Herstellung der Darßer Türen

Darßer Türen bilden ein unverwechselbares Wiedererkennungsmerkmal für die Darß-Orte an der mecklenburg-vorpommerschen Küste und sind Ausdruck lokaler Identität. Die traditionelle und regionalspezifische Herstellung der Darßer Haustüren ist eng mit der maritimen Kultur der Halbinsel Darß verknüpft. Durch die erfolgreiche Weitergabe des kunsthandwerklichen Wissens und Könnens über nunmehr sechs Generationen hinweg erfreut sich das Handwerk auch heute noch großer Beliebtheit. weiterlesen

Flößerei

Flößerei ist der Transport von Holz auf dem Wasserweg aus holzreichen in holzärmere Gebiete. In der Vergangenheit hat die Flößerei in Deutschland angesichts eines riesigen Holzbedarfs in allen Lebensbereichen der Gesellschaft eine herausragende Rolle gespielt. Nur durch die Flößerei konnte dieser Bedarf gedeckt werden. Sie wurde auf nahezu allen Gewässern, auf kleinen Bächen ebenso wie auf den großen Flüssen, betrieben. weiterlesen

Reetdachdecker-Handwerk

Das Eindecken von Dächern mit dem Naturbaustoff Reet (regional auch Ried, Reith, Rohr oder Schilfrohr genannt) ist eine der ältesten Handwerkstechniken beim Hausbau. Die ersten nachgewiesenen Reetdächer gab es bereits um 4000 v. Chr. Als Basismaterial für Reetdächer dient das gemeine Schilf- oder Teichrohr. weiterlesen

Flechthandwerk

Flechten zählt zu den ältesten handwerklichen Tätigkeiten der Menschheit und ist auf der ganzen Welt verbreitet. So wurden beispielsweise in den Trockengebieten des Nahen Ostens 12.000 Jahre alte Körbe gefunden. Beim Flechten werden Materialien miteinander verbunden, um eine stabile Struktur zu schaffen. Über Generationen wurden unterschiedliche Flechttechniken tradiert, verfeinert und weiterentwickelt. weiterlesen

Drechslerhandwerk – Traditionelle Technik der mechanischen Werkstoffbearbeitung auf Basis rotierender Werkstücke

Das Drechslerhandwerk zeigt sich als ein sehr beständiges, wandlungsfähiges und innovatives Handwerk. Die Ausübung des tradierten Handwerks erfordert langjährige Erfahrung, ein ausgeprägtes technisches Verständnis sowie Geschick und Formgefühl. Mit über 100 Innungsbetrieben, über 1.000 eingetragenen Handwerksbetrieben und einer Hobby- und Freizeitszene von rund 5.000 Drechslern ist das Handwerk im beruflichen wie im privaten Bereich in Deutschland äußerst lebendig. weiterlesen

Further Drachenstich

Dieses Volksschauspiel mit 500jähriger Tradition steht für den Kampf von Gut gegen Böse und ist stets beeindruckender Zeuge seiner Zeit. 1.500 Further/innen wirken aktiv als Darstelter/innen an Festspiel und Festzug mit. Der Further Drache ist heute ein vollanimierter mechatronischer High-Tech-Roboter, der es sogar ins Guinness-Buch der Rekorde geschafft hat. weiterlesen

Blaudruck

Eintrag auf UNESCO-Liste

Blaudruck ist ein Färbeverfahren, das auf Naturmaterialien wie Leinen, Baumwolle oder Seide angewandt wird. Eine Druckreservage, der „Papp“, wird mit teils jahrhundertealten Modeln auf den Stoff aufgetragen. Der Aufdruck dieser Masse bewirkt, dass die Farbe im Färberbad dort nicht angenommen wird und ein entsprechendes weißes Muster auf dem indigo-gefärbten Stoff entsteht. weiterlesen

Hessischer Kratzputz

Hauslandschaften der beiden in Hessen gelegenen Regionen „Schwalm“ und „Hessisches Hinterland“ sind durch historische Fachwerkhäuser geprägt, die mit aufwändigen Gefacheputzen gestaltet sind. Der „Hessische Kratzputz“ ist eine umgangssprachliche Bezeichnung für eine historische Putzweise in der ländlichen Bautradition, die bis in das 17. Jahrhundert zurückgeht. weiterlesen

Mal-, Fass- und Vergoldetechniken der Kirchenmalerei

Traditionelle Techniken der Kirchenmaler/innen bestehen seit über 600 Jahren. In ihrer Reichhaltigkeit an dekorativen und ornamentalen Oberflächengestaltungen mit Farbe und Blattmetallen sind sie deutschlandweit und besonders in Bayern in der Ausgestaltung von Kirchen, Schlössern, Rathäusern und Wirtshäusern nicht wegzudenken. weiterlesen

Handwerksmüllerei in Wind- oder Wassermühlen

Das traditionelle Müllerhandwerk zu erhalten ist das Ziel der Müllergilde. Diese vermittelt vor- und frühindustrielle mühlentechnische Kenntnisse und Erfahrungen und sichert somit die Weitergabe der spezifischen handwerklichen Fähigkeiten durch Unterstützung der Handwerksmüllerausbildung. weiterlesen

Manuelle Fertigung von mundgeblasenem Hohl- und Flachglas

Für die Techniken der manuellen Hohl- und Flachglasfertigung sind komplexes Wissen und ein fundierter Erfahrungsschatz nötig. Die basale Handfertigkeit eines Glasmachers setzt eine mehrere Jahre dauernde ständige Übung und Erprobung voraus – Perfektion bildet sich im günstigen Fall nach zehn Jahren aus. weiterlesen

Porzellanmalerei

Die Porzellanmalerei in Deutschland ist eine jahrhundertealte Handwerkskunst. Die Weitergabe und Erhaltung des komplexen Wissens erfolgt noch an vereinzelten Standorten. Alle Porzellanerzeugnisse werden von Hand bemalt und die verwendeten Farben in der jeweiligen Manufaktur eigens hergestellt und gemischt. weiterlesen

Spitzenklöppeln im Oberpfälzer Wald

Beim Spitzenklöppeln werden auf gedrechselte "Klöppel" gewickelte Fäden durch systematisches Kreuzen und Drehen miteinander verflochten. Seit dem 19. Jahrhundert ist das Spitzenklöppeln im Oberpfälzer Wald eine von Generation zu Generation weitergegebene Praktik, die bis heute wesentlicher Bestandteil lokaler Identität ist. weiterlesen

Anlage und Pflege von Flechthecken

Flechthecken sind eine kulturhistorisch gewachsene, spezifische Form der Feldeinfriedung. Diese ehemals in Europa weit verbreitete handwerkliche Technik unter Nutzung von gewachsenen Naturmaterialien ist auch heute für eine aktive Kulturlandschaftspflege wertvoll. So sind es insbesondere Ziele des Naturschutzes, die dieser Kulturform eine erneut aktuelle Bedeutung gegeben haben. weiterlesen

Töpfertradition Westerwälder Steinzeug in und um Höhr-Grenzhausen sowie Breitscheid

Der Westerwald hat sich zu einem der wichtigsten Keramikzentren Europas entwickelt. Der jährlich stattfindende Europäische Keramikmarkt und internationale Ausstellungen sowie Wettbewerbe im Keramikmuseum fördern einen internationalen Austausch. Das Töpferhandwerk wird so stets neu entdeckt und interpretiert. weiterlesen

Künstlerische Drucktechniken des Hochdrucks, Tiefdrucks, Flachdrucks, Durchdrucks und deren Mischformen

Gedruckte Text- und Bildmedien sind seit mehr als 500 Jahren Teil der europäischen Kultur und Wissensgesellschaft. In Deutschland stehen Johannes Gutenberg und Albrecht Dürer stellvertretend für die Anfänge dieser Innovation. Über 20.000 Künstler/innen sind in Deutschland drucktechnisch tätig. weiterlesen

Vogtländischer Musikinstrumentenbau in Markneukirchen und Umgebung

In der Region um Markneukirchen werden seit rund 350 Jahren Musikinstrumente hergestellt. Es werden nahezu sämtliche Streich-, Zupf-, Holzblas-, Metallblas-, Schlag- und Harmonikainstrumente der europäischen Musik einschließlich Bögen, Bestandteilen und Zubehör gefertigt. Damit existiert der Musikinstrumentenbau im vogtländischen Musikwinkel in einer weltweit einzigartigen Konzentration und Vielfalt. weiterlesen

Zubereitung und Anwendung von traditionellem Kalkmörtel

Kenntnisse rund um Kalkmörtel werden durch gemeinsames Arbeiten über Generationen von Mensch zu Mensch weitergegeben. Der Baustoff wird seit langer Zeit zu verschiedenen Zwecken verwendet, wie zum Beispiel zum Verputzen und Verfugen, als Grundlage für Mosaike und als Träger für Kalkmalereien oder dekorative Wandbeschichtungen. weiterlesen

Hochalpine Allgäuer Alpwirtschaftskultur in Bad Hindelang

Modellprogramm zur Erhaltung Immateriellen Kulturerbes 

Bad Hindelang praktiziert zur Erhaltung der Allgäuer Alpwirtschaftskultur seit 1988 erfolgreich das „Ökomodell Hindelang“. Die Gemeinde ist die alpflächenreichste Deutschlands: 45 anerkannte und staatlich geförderte Alpen mit 8.000 Hektar Alpfläche. Sie setzt mit ihrem Modell erfolgreich auf Naturschutz und Nachhaltigkeit, regionale und direkte Vermarktung und nachhaltigen Tourismus. weiterlesen

Manufakturelle Schmuckgestaltung

Modellprogramm zur Erhaltung Immateriellen Kulturerbes

Das Projekt „Manufakturelle Schmuckgestaltung“ hat sich zum Ziel gesetzt, die einzigartigen manufakturellen Techniken der Schmuckgestaltung und das entsprechende Erfahrungswissen zu erhalten und weiterzugeben. Durchgeführt vom Deutschen Technikmuseum Berlin trägt es zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes durch Dokumentation, Forschung, Förderung und Weitergabe bei. weiterlesen

Musik und (Körper-)Sprache

Deutsche Theater- und Orchesterlandschaft

Nominierung für UNESCO-Liste

Die deutsche Theater- und Orchesterlandschaft zeichnet sich durch eine weltweit einmalige Dichte und Vielfalt künstlerischer Ausdrucksformen aus. Diese werden erlebbar in einer Vielzahl von Genres, wie Schauspiel, Figurentheater, Oper, Operette, Musical, Tanz, Konzert sowie in performativen Veranstaltungen unterschiedlichster Art. weiterlesen

Welttanzprogramm (WTP) für den Paartanz

Modellprogramm zur Erhaltung Immateriellen Kulturerbes

Das in Deutschland entwickelte Welttanzprogramm für den Paartanz ist eine weltweit erfolgreiche Methodik der gemeinschaftlichen paarweisen Bewegung zu Musik. Dieses offene und inklusive Modellprogramm bietet niedrigschwellige tänzerische Bildung für jedes Lebensalter und Lebenslage. Es vermittelt zugleich wichtige gesellschaftliche Werte des respektvollen Umgangs zwischen Partnern und übt soziale Umgangsformen ein. weiterlesen

Choralsingen

Das Choralsingen, also das Singen von einstimmiger Kirchenmusik, ist eine spezifische Form des Chormusizierens mit Vorläufern im frühen Mittelalter. Weite Verbreitung in Deutschland fand es mit der Reformation in den 1520er Jahren in den protestantischen Kirchengemeinden. Durch die Emanzipation der Gemeinden war das Singen nicht länger Priestern vorbehalten, sondern konnte von den Gemeindemitgliedern und auch auf Deutsch praktiziert werden. weiterlesen

Chormusik in deutschen Amateurchören

Musik wird durch die Amateurchöre tief in der Mitte der Gesellschaft verankert. Menschen aller Schichten finden sich in Singvereinen, Singakademien, Philharmonischen Chören, Lehrergesangsvereinen, Volkschören, Hochschul- und Universitätschören, Kantoreien und Kirchenchören, Schulchören sowie Gospel- und Jazzchören zusammen, um miteinander zu singen, zu proben und Aufführungen zu gestalten. weiterlesen

Instrumentales Laien- und Amateurmusizieren

Das instrumentale Laien- und Amateurmusizieren in Deutschland zeichnet sich durch eine Vielfalt und Breite aus, welche alle gesellschaftlichen Bereiche durchdringt und die kulturelle Identität Deutschlands prägt. Heute spielen rund neun Millionen Menschen in Deutschland in ihrer Freizeit ein Instrument. weiterlesen

Niederdeutsches Theater

Das Niederdeutsche Theater ist die Hauptsäule niederdeutscher Kultur. Sein besonderer Charakter resultiert aus einer Kombination von Theater und der Regionalsprache Niederdeutsch. Niederdeutsch ist in ihrem Gebrauch weitgehend auf soziale Einheiten beschränkt und existiert vorrangig als gesprochene Sprache. In Verbindung mit den Ausdrucksformen des Theaters gewinnt die „Nahsprache“ eine künstlerische Dimension. weiterlesen

Poetry-Slam im deutschsprachigen Raum

Beim Poetry-Slam treten Poetinnen und Poeten einzeln oder im Team mit selbst verfassten Texten gegeneinander an. Es knüpft damit an die hohe Kunst der antiken und mittelalterlichen Tradition der Dichter- und Rednerwettstreite an. Das Publikum bildet die Jury und entscheidet beispielsweise via Applaus, wer den Wettbewerb gewinnt. weiterlesen

Sächsische Knabenchöre

In vielen Teilen Deutschlands gibt es Knabenchöre von langer Tradition und besonderer Klasse. Seit dem 13. Jahrhundert bestehen in Sachsen drei Knabenchöre mit der Hauptaufgabe Gottesdienste musikalisch zu gestalten: der Thomanerchor an der Thomaskirche in Leipzig, der Kreuzchor an der Kreuzkirche in Dresden und die Dresdner Kapellknaben an der Kathedrale in Dresden. weiterlesen

Amateurmusikpflege in Baden-Württemberg

Modellprogramm der Erhaltung Immateriellen Kulturerbes

Fast ein Drittel aller nicht-professionellen Musiker der gesamten Bundesrepublik stammt aus Baden-Württemberg. Ein bedeutendes lokales Ereignis ohne die unmittelbare Beteiligung eines Amateurmusikvereins ist in Baden-Württemberg praktisch undenkbar. Proben, Aufführungen, Traditionsfeste, Wettbewerbe, Workshops, Fort- und Weiterbildungen – die Liste der Veriensaktivitäten ist lang und bundesweit vorbildlich. weiterlesen

Posaunenchöre

Ein Posaunenchor ist ein mehrstimmiges Laien-Blechbläserensemble, in dem alle Instrumente der Blechbläserfamilie zu finden sein können. Posaunenchöre unterscheiden sich von anderen Blechbläserensembles durch ihre variable Besetzung und ihren Schwerpunkt in der Pflege geistlichen Liedguts. Sie sind Markenzeichen der evangelischen Kirche, eine konfessionsübergreifende Mitwirkung ist jedoch möglich. weiterlesen

Regionale Vielfalt der Mundarttheater in Deutschland

Mundarttheater und mundartliches Volkstheater werden von mehreren tausend Amateurbühnen in Deutschland praktiziert, von denen viele verbandlich organisiert sind. Dazu gehören auch Kinder- und Jugendtheaterabteilungen. Die Bandbreite des Volkstheaters reicht von Passionsspielen über idealisierende, volkstümliche Schwänke, Possen und bäuerlich-ländliche Heimatstücke bis hin zu kritischen Auseinandersetzungen mit Historie und Alltag der Menschen. weiterlesen

Morsetelegrafie

Mittels kurzer und langer Zeichenelemente können seit Mitte der 1830er Jahre Nachrichten als sogenannte Morsezeichen weltweit übertragen werden. Damit begann das Zeitalter des elektrischen Nachrichtenwesens; zuerst nur leitergebunden, ab Ende des 19. Jahrhunderts dann auch drahtlos mit Funkwellen. weiterlesen

Orgelbau und Orgelmusik

Eintrag auf UNESCO-Liste

Artikelserie Orgelbau und Orgelmusik als Immaterielles Kulturerbe

Im Orgelbau verbinden sich von jeher Wissen im Umgang mit der Natur und traditionelles Handwerk mit innovativer Technik. Zwischen den Entwicklungen im Orgelbau und in der Orgelmusik ist immer eine kreative Wechselwirkung zu konstatieren, wobei nur selten zu klären ist, ob ein Orgelbauer durch seine Instrumente Komponisten oder ein Komponist mit seinen Werken Orgelbauer beeinflusst hat. weiterlesen

Märchenerzählen

Beim Märchenerzählen werden Geschichten vor Publikum frei erzählt. Dies umfasst neben Helden- und Zaubermärchen auch Schwänke, Tiermärchen, ätiologische Erzählungen, mythologische Stoffe und Mischformen. weiterlesen

Moderner Tanz – Stilformen und Vermittlungsformen der Rhythmus- und Ausdruckstanzbewegung

Der Moderne Tanz umfasst die zu Beginn des 20. Jahrhunderts im deutschsprachigen Raum entstandenen und bis heute lebendigen modernen Tanzstile und Ausbildungstraditionen der Rhythmus- und Ausdruckstanzbewegung. weiterlesen

Volkstanzbewegung in ihren regionalen Ausprägungen in Deutschland

Die Volkstanzbewegung ist durch vielfältige Erscheinungsformen geprägt, die sich historisch auf die Vielstaatigkeit Deutschlands zurückführen lassen. Landestypische Musik, gesellschaftliche Rahmenbedingungen und örtliche Bräuche prägten die jeweiligen Formen und Praktiken. Die Übermittlung der Tänze vollzog sich über Jahrhunderte mündlich und durch körperliche Nachahmung. weiterlesen

Leben in Gemeinschaft

Zusammenleben von Minderheiten und Mehrheiten im deutsch-dänischen Grenzland

Modellprogramm zur Erhaltung Immateriellen Kulturerbes

Minderheiten und Mehrheiten leben heute im deutsch-dänischen Grenzland friedlich zusammen. Die zahlreichen modellhaften Aktivitäten der jeweiligen Minderheit werden getragen von Vereinen und Verbänden. Sie leisten mit ihrem ehrenamtlichen Engagement einen wichtigen Beitrag für die Förderung von Demokratie und Zivilgesellschaft. Die Arbeit in den Vereinen ist Ausdruck der Pflege der jeweiligen Minderheitensprache und -traditionen. weiterlesen

Genossenschaftsidee

Eintrag auf UNESCO-Liste

Artikelserie Genossenschaftsidee als Immaterielles Kulturerbe

Die Genossenschaftsidee ist ein überkonfessionelles Modell der Selbsthilfe, Selbstverwaltung sowie Selbstverantwortung. Ihr grundlegender Rahmen beruht auf Werten wie Solidarität, Ehrlichkeit und Verantwortung. Diese Vereinigungen mit gemeinschaftlichem Geschäftsbetrieb stehen allen Menschen offen, stärken individuelles Engagement und ermöglichen soziale, kulturelle und ökonomische Partizipation. weiterlesen

Schachtradition in Ströbeck

Das Schachspiel ist eine jahrhundertealte Kulturtradition, die nicht nur bis heute gepflegt, sondern auch Eingang in Künste, Literatur, Philosophie und Wissenschaft fand. Das Schachdorf Ströbeck in Halberstadt widmet sich dieser Tradition auf einzigartige und vielfältige Weise: Einer Legende nach spielen Ströbecker bereits seit dem Jahr 1011 Schach. weiterlesen

Ostfriesische Teekultur

Seit rund 300 Jahren ist Ostfriesland eine Teetrinkerregion. Bis heute ist die Teekultur eine ganz Ostfriesland einende Kulturpraxis. Dabei hat sich eine eigenständige Teekultur entwickelt, die sich zum Beispiel in der ostfriesischen Teezeremonie ausdrückt - eine ritualisierte Art des Teetrinkens. weiterlesen

Altersgenossenfeste in Schwäbisch Gmünd

Seit 1863 treffen sich in Schwäbisch Gmünd „Altersgenossen“ – also die im gleichen Jahr Geborenen – zu gesellschaftlichen Aktivitäten und zum Altersgenossenfest der Stadt. Die Aktivitäten bieten die Möglichkeit des Kennenlernens und der Integration - für Neubürger und auch für Menschen, die aus anderen Ländern in die Stadt ziehen. Bürgerschaftliches und soziales Engagement wie auch die Verbundenheit mit der Stadt sind innerhalb der Altersgenossenvereine stark ausgeprägt. weiterlesen

Skat spielen

Für ein Skatspiel werden drei Spieler benötigt. Es ist ein Strategie- und Unterhaltungsspiel, das mathematisches und logisches aber auch phantasievolles Denkvermögen voraussetzt, um Spielzüge zu planen, Karten in Bezug zueinander zu bringen und Spielergebnisse zu berechnen. weiterlesen

Singen der Lieder der deutschen Arbeiterbewegung

Die Lieder der deutschen Arbeiterbewegung sind seit dem 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart im Rahmen von Aktionen der Arbeiterbewegung sowie ihr nahestehender Bewegungen entstanden und gesungen worden. Sie sind Ausdruck von Benachteiligung und Unterdrückung lohnabhängiger Beschäftigter, aber auch von Gegenwehr, Kampfeswillen und Zukunftsgewissheit. weiterlesen

Schützenwesen in Deutschland

Das Schützenwesen ist vielerorts ein wichtiger, historisch gewachsener und lebendiger Teil der regionalen wie lokalen Identität. Es umfasst eine große Anzahl von Bräuchen und Traditionen, die in ganz Deutschland in zahlreichen unterschiedlichen Erscheinungsformen verbreitet sind. weiterlesen

Handwerksgesellenwanderschaft Walz

Die „Walz“ ist die überwiegend im Baugewerbe verbreitete Tradition, sich als „Junggeselle“ oder „Junggesellin“ nach erfolgreichem Abschluss der Lehre auf mehrjährige Wanderschaft zu begeben. Die Walz ist die einzigartige Gelegenheit, sich als junge/r Handwerker/in im Rahmen einer jahrhundertealten Tradition sowohl beruflich als auch persönlich weiterzuentwickeln. weiterlesen

Oberpfälzer Zoiglkultur

Die seit dem 15. Jahrhundert lebendige Oberpfälzer Zoiglkultur umfasst das gemeinschaftliche Brauen und den von verschiedenen Ritualen und Kommunikationsformen begleiteten örtlichen Ausschank von Zoiglbier. Die Zoiglkultur wirkt in hohem Maße identitätsstiftend für die lokale Bevölkerung und erlebt seit den 1970er Jahren eine Renaissance. Sie schafft vor allem einen Raum der Begegnung, des Austauschs und der Integration von Zugezogenen. weiterlesen

Auseinandersetzung mit dem Rattenfänger von Hameln

Die Geschichte des Rattenfängers von Hameln ist eine der bekanntesten deutschen Volkssagen. Sie wurde in über 30 Sprachen übersetzt. Menschen auf der ganzen Welt erzählen die Sage über den bunt gekleideten Rattenfänger, der aus Rache über nicht bezahlten Lohn alle Kinder der Stadt verschwinden lies, und entwickeln sie auf kreative Weise weiter. So gibt es mannigfaltige Interpretationen in allen Kunstgattungen und der Populärkultur. weiterlesen

Salzwirker-Brüderschaft im Thale zu Halle

Die Salzwirker-Brüderschaft im Thale zu Halle blickt auf eine über 1000 Jahre alte Tradition des Salzsiedens zurück. Organisiert sind die Salzwirker nachweislich seit 1491 in einer eigenen Brüderschaft. Diese Brüderschaft, deren Mitglieder „Halloren“ genannt werden, gibt es nur in Halle an der Saale. weiterlesen

Feldgeschworenenwesen in Bayern

Feldgeschworene oder „Siebener“ hüten seit Jahrhunderten die Einhaltung von Grundbesitzgrenzen. In ehrenamtlicher Tätigkeit machen sie Grundstücksgrenzen durch Abmarkungen kenntlich und überwachen ihre korrekte Einhaltung. In das Amt der Feldgeschworenen wird man für ein Leben lang berufen. Es ist das älteste kommunale Ehrenamt in Bayern, eines der wenigen Bundesländer, in denen es dieses Amt noch gibt. weiterlesen

Erforschung und Dokumentation von Flur- und Hausnamen in Bayern

Modellprogramm der Erhaltung Immateriellen Kulturerbes

Flur- und Hausnamen beschreiben Äcker, Wiesen, Wälder, Gewässer, Berge und Häuser. Als Zeugen ihrer Zeit sind allein in Bayern etwa 10 Millionen Flurnamen mündlich überliefert. Der Verband für Orts- und Flurnamenforschung in Bayern e.V. setzt sich intensiv dafür ein, diese Namen zu erforschen, zu dokumentieren und zu erhalten. weiterlesen

Osingverlosung

Die Osingverlosung ist eine jahrhundertealte Tradition, bei der nach jeweils zehn Jahren gemeinschaftlich besessene Äcker unter den Bauern der Dörfer Humprechtsau, Krautostheim, Herbolzheim und Rüdisbronn neu aufgeteilt werden. Nach Angaben des für Landwirtschaft zuständigen Bundesministeriums ist der Osing der größte Gemeinschaftsbesitz in Europa. weiterlesen

Bewahrung und Förderung von Kultur, Vielfalt und Qualität regionaler Spezialitäten in Oberfranken

Modellprogramm zur Erhaltung Immateriellen Kulturerbes

In Oberfranken gibt es eine große Fülle kulinarischer Besonderheiten, mit denen sorgsam gepflegte Bräuche verbunden sind. Dieses kulinarische und soziale Erbe zu dokumentieren haben sich der Verein „Genussregion Oberfranken“ und die Handwerkskammer für Oberfranken zur Aufgabe gemacht. Aus EU-Mitteln werden Rezepturen sowie regionale Rohstoffe und besondere Tier- und Pflanzenarten erforscht und in einer Datenbank vorgestellt. weiterlesen

Helgoländer Dampferbörte

Die maritime Tradition der Dampferbörte wird seit jeher von Generation zu Generation weitergegeben. Sie transportiert mit ihren Booten die Passagiere der vor Anker liegenden Seebäderschiffe von und an Bord. Sie trägt zu dem typischen Erscheinungsbild der Insel Helgoland bei und kommt besonders älteren Menschen sowie Menschen mit körperlicher Beeinträchtigung zugute. weiterlesen