Bundesweites Verzeichnis Immaterielles Kulturerbe

Handwerkliche Apfelweinkultur

Die handwerkliche Apfelweinkultur verbindet Fertigkeiten um die Bewirtschaftung von Streuobstwiesen mit Wissen und Können der Apfelweinherstellung und dazugehörigen Bräuchen.

Illustration Immaterielles Kulturerbe

Fakten

  • Aufnahmejahr: 2022
  • Verbreitung: In den Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz (und darüber hinaus)
  • Zentraler Termin: Ganzjährig
  • Bereich: gesellschaftliche Bräuche, (jahreszeitliche) Feste und Rituale, Wissen und Bräuche in Bezug auf die Natur und das Universum; traditionelle Handwerkstechniken

Bei der Apfelweinherstellung werden zunächst die Äpfel vom Baum geschüttelt und zu einer grobkörnigen Maische zerkleinert. Der daraus gewonnene Saft wird mit Hefe versetzt und gegärt. Durch den Gärungsprozess entwickeln sich würzig-fruchtige Aromen.

Im Laufe der Zeit haben sich landschaftsprägende Steuobstbestände und eine identätitsprägende Kultur entwickelt. Die handwerkliche Apfelweinkultur betreiben häufig Familien, Vereine und Keltergemeinschaften die ihr eigenes Obst anbauen und keltern. Traditionell wird das Wissen und Können um die Herstellung des Apfelweins innerhalb der Familien und Vereine über Generationen hinweg weitergegeben. Darüber hinaus existieren viele Straußenwirtschaften und Kleinkeltereien, die ihre eigenen geschmacklichen Traditionen und Aromen entwickelt haben.

Kontakt

Apfelwein-Centrum Hessen e.V.
Jörg Stier
E-Mail
Homepage

Ein wichtiger Teil der handwerklichen Apfelweinkultur ist für viele Menschen das Gemeinschaftserlebnis. Menschen pflegen gemeinsam die Obstbaumbestände, keltern und feiern Apfelweinfeste. Die Weitergabe der Apfelweinkultur wird dabei unterstützt von Vereinen, Verbänden und Streuobstinitiativen. Diese bieten insbesondere Schulungen und Fortbildungen an, bei denen die Fertigkeiten um Obstbaumpflege und Sortenerhalt vertieft werden.

Publikation

Bundesweites Verzeichnis Immaterielles Kulturerbe.
Deutsche UNESCO-Kommission, 2021

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