

Neuer Weltwasserbericht stellt Geschlechtergerechtigkeit in den Fokus
2024 hatten 2,1 Milliarden Menschen immer noch keinen Zugang zu sicheren Trinkwasserressourcen, 3,4 Milliarden Menschen mangelte es an sicheren Sanitäreinrichtungen und 1,7 Milliarden Menschen lebten in einem Haushalt ohne grundlegenden Hygieneversorgung.
Der sichere und bezahlbare Zugang zu Trinkwasser, Sanitäreinrichtungen und einer adäquaten Wasserversorgung für diverse andere Zwecke ist eine unabdingbare Voraussetzung für die Befriedigung der wesentlichsten menschlichen Grundbedürfnisse. Ist die Trinkwasser-, Sanitär- und Hygieneversorgung – im Englischen unter dem Schlagwort „WASH“ (water, sanitation and hygiene) zusammengefasst – nicht hinreichend gewährleistet, tragen Frauen und Mädchen oftmals eine unverhältnismäßig hohe Verantwortung für die Wasserversorgung des Haushalts, in dem sie leben. Denn für die Wasserbeschaffung sind in den meisten Fällen Frauen und Mädchen zuständig.
Vor allem in abgelegenen oder unsicheren Gegenden sind sie dadurch Sicherheitsrisiken ausgesetzt. Neben der physischen Anstrengung können Frauen und Mädchen durch den Wassertransport Verletzungen erleiden oder sind geschlechtsspezifischer Gewalt ausgesetzt. Auch unzureichende Privatsphäre und mangelnde Sicherheitsvorkerhungen, wie sie in mangelhaften Sanitäreinrichtungen häufig vorzufinden ist, treffen insbesondere weibliche Personen. Bei einer unsicheren oder unzuverlässigen Wasserversorgung muss die Wassernutzung gemanagt, rationiert und priorisiert werden. Zusätzlich zu den familiären Sorgeaufgaben fällt so weitere unbezahlte Arbeit an, die auch das Auftreten von Krankheiten innerhalb eines Haushalt begünstigen kann.
Frauen sind wenig überraschend auch in der “Wasser-Governance”, also in der Steuerung und Regulierung der Wassernutzung, sowie in der konkreten Bewirtschaftung von Wasserressourcen, unterrepräsentiert. Dies gilt auch für Finanzierungsfragen und den Ausbau der Wasserinfrastruktur. Aufgrund dieser Problematik ist der Zugang zu Wasserressourcen für sie erschwert, was sich negativ auf die Gesundheit, Existenzgrundlagen und Ernährungssicherheit von Frauen auswirken kann.
Hintergrund
Der Zugang zu sicherem Wasser und sanitärer Versorgung ist ein Menschenrecht und gehört zu den 17 Zielen der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung. Daran erinnert der Weltwassertag am 22. MärzExterner Link:.
Der Weltwasserbericht der Vereinten Nationen erscheint jährlich zum Weltwassertag. Der Bericht wird durch die UNESCO und ihr World Water Assessment Programme für UN-Water erstellt. Dazu arbeiten über 30 UN-Organisationen mit der UNESCO zusammen.
Die deutschsprachige Zusammenfassung des Weltwasserberichts 2026 wurde durch das Internationale Zentrum für Wasserressourcen und Globalen Wandel in Koblenz, das unter der Schirmherrschaft der UNESCO steht und Wasserforschung in Deutschland und weltweit vorantreibt. Die vier deutschsprachigen UNESCO-Kommissionen sind Partner.


