

Nachruf auf Prof. Dr. Klaus Hüfner
Mit tiefer Betroffenheit haben wir die Nachricht vom Tod unseres Ehrenmitglieds Professor Dr. Klaus Hüfner erhalten. Die Deutsche UNESCO-Kommission trauert mit seinen Angehörigen um diesen großen Verlust. Professor Hüfner war als Präsident der Deutschen UNESCO-Kommission, als Mitglied und schließlich als Ehrenmitglied der Deutschen UNESCO-Kommission über Jahrzehnte eng und leidenschaftlich verbunden: 50 Jahre als Mitglied der Kommission, davon war er mehr als 25 Jahre Mitglied des Vorstands, von 1989 bis 1998 Vizepräsident und von 1998 bis 2002 Präsident. Von 1972 bis 1989 war er Mitglied im Fachausschuss Erziehung und 1996 bis 1997 Mitglied im Fachausschuss Kultur des Friedens. Seit 2010 war er Ehrenmitglied der Kommission und engagierte sich weiterhin stark für die Belange der UNESCO, u.a. im Berliner Komitee für UNESCO-Arbeit, als dessen Vorsitzender und Ehrenvorsitzender.
Herr Professor Hüfner hat sich zeitlebens für die Ziele der UNESCO stark gemacht. Seine Verdienste sind mannigfach, sein Einsatz für die Menschenrechte bleibt unvergessen. Dazu zählen unter anderem die gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen herausgegebene und in viele Sprachen übersetzte Publikationsreihe zu Menschenrechtsverletzungen sowie seine Arbeit als Berichterstatter der „Temporary Group on Human Rights Education” des UNESCO-Exekutivrates. Von 1995 bis 1998 war er Mitglied des UNESCO-Beirates „Erziehung für Frieden, Menschenrechte und Demokratie“, von 1997 bis 1998 dessen Vizepräsident. Die von ihm verantwortete Festschrift zum 50. Jahrestag der Aufnahme Deutschlands in die UNESCO 2001 mit dem programmatischen Titel “Lernziel Weltoffenheit“ ist bis heute ein reichhaltiges Nachschlagewerk.
In zahlreichen Vereinigungen und Beiräten hat Herr Professor Hüfner seine Expertise eingebracht, sowohl national als auch international, und dabei nachhaltige Wirkung erzielt, so etwa im Exekutivkomitee der World Federation of United Nations Associations, im Beirat des Europäischen Zentrums für Hochschulbildung der UNESCO (CEPES) oder in der „Joint UNESCO/ECOSOC Expert Group on the Right to Education“. Über 20 Jahre lang war Professor Hüfner Mitglied der Delegation Deutschlands auf den UNESCO-Generalkonferenzen und setzte sich für Völkerverständigung, für Frieden und Demokratie ein. Dass er im Rahmen der deutschen Mitgliedschaft Deutschlands im UNESCO-Exekutivrat viele Jahre lang für Deutschland das Committee on Conventions and Recommendations (CR) wahrnahm und sich so ganz konkret für die Menschenrechte einzelner Individuen einsetzte, bleibt unvergessen. 2016 unterstützte er die bislang einzige Klausur des UNESCO-Exekutivrats als einzig hinzugezogener externer Experte.
Als Autor zahlreicher Publikationen über die Vereinten Nationen, die UNESCO und vor allem mit seinen bemerkenswerten Studien zu deren Finanzierung hat Professor Hüfner sich weltweit einen Namen gemacht. Damit hat er die Diskussion über die Vereinten Nationen bereichert und auf die Probe gestellt. Im Jahr 2011 ist ihm das Große Bundesverdienstkreuz und 1989 das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen worden.
Mit Professor Hüfner verliert die Deutsche UNESCO-Kommission einen Vorreiter für die Idee der UNESCO; viele seiner langjährigen Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter verlieren mit ihm einen engen und inspirierenden Freund.
Im Namen des Präsidiums, der Mitglieder der Kommission sowie der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Geschäftsstelle der Deutschen UNESCO-Kommission in Trauer und stillem Gedenken
Prof. Dr. Maria Böhmer, Präsidentin
Dr. Roman Luckscheiter, Generalsekretär


