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Internationaler Tag der Menschenrechte

Im Interview sprechen Prof. Dr. Wolfgang Kaschuba und Prof. Dr. Wolfgang Schulz im Rahmen der Reihe Freiheit.Hoch.Drei über Presse-, Kunst- und Wissenschaftsfreiheit.

Am 10. Dezember 1948 verabschiedete die Generalversammlung der Vereinten Nationen die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte - eine der wichtigsten Errungenschaften der Vereinten Nationen. Am Jahrestag werden weltweit Missstände angeprangert und unterschiedliche Persönlichkeiten wie auch Organisationen für ihren Einsatz für Menschrechte gewürdigt.

Menschenrechte gelten für alle, immer und überall. Trotzdem sind sie nicht selbstverständlich. Wir müssen sie einfordern und für sie einstehen, nur dann werden sie Wirklichkeit. Für Freiheitsrechte einzutreten ist ein in Artikel 1 ihrer Verfassung verankertes Kernmandat der UNESCO und somit auch ein zentraler Auftrag der Deutschen UNESCO-Kommission. Dies bedeutet Einsatz für die einschlägigen Freiheitsrechte und Freiheitsräume in Deutschland und weltweit in Kultur, Bildung, Wissenschaft und Kommunikation. Dies bedeutet auch, Akteure aus Kultur, Bildung, Wissenschaft und Kommunikation als Multiplikatoren für den Einsatz für diese Freiheitsrechte zu gewinnen und Vielfalt in Medien, Kultur, Kunst und Wissenschaft zu fördern.

Freiheit.Hoch.Drei

Deutschland feiert in diesem Jahr den 100. Jahrestag der Verabschiedung der Weimarer Verfassung und den 70. Jahrestag des Grundgesetzes. Beide Verfassungen garantieren die Presse-, Kunst- und Wissenschaftsfreiheit. Als Menschenrechte sind diese Freiheiten auch im Völkerrecht verankert, unter anderem im UN-Sozialpakt und der Charta der Grundrechte der Europäischen Union.

Unter dem Motto Freiheit.Hoch.Drei hat die Deutsche UNESCO-Kommission im Kalenderjahr 2019 mit unterschiedlichen Beiträgen über Presse-, Kunst- und Wissenschaftsfreiheit informiert und auf aktuelle Entwicklungen aufmerksam gemacht. Der Internationale Tag der Menschenrechte schafft einen geeigneten Rahmen für abschließende Gespräche mit zwei unserer Fachausschussvorsitzenden und Vorstandsmitglieder: Prof. Dr. Wolfgang Kaschuba, Vorsitzender des Fachausschusses Kultur und Prof. Dr. Wolfang Schulz, Vorsitzender des Fachausschusses Kommunikation und Information.

Publikation

Selbst und verständlich für Menschenrechte. 70 Jahre Allgemeine Erklärung. Gemeinsam engagieren.
Deutsche UNESCO-Kommission, 2019

Eine offene Gesellschaft braucht eine freie Kunst und Kultur

Der jüngste UNESCO-Weltbericht Kulturpolitik „Re I Shaping Cultural Policies“ (2018) zeigt eine starke Zunahme der berichteten Angriffe auf Kulturschaffende – im Jahr 2016 wurden 430 Angriffe dokumentiert, gegenüber 90 Angriffen 2014. Der diesjährige Bericht der NGO Freemuse „The State of Artistic Freedom 2019“ hat für das Jahr 2018 insgesamt 673 Fälle der Verletzung von Kunstfreiheit in 80 Ländern identifiziert.

Über diese alarmierenden Zahlen hinaus, ist in vielen Teilen der Welt eine besorgniserregende Entwicklung zu beobachten, bei der versucht wird, künstlerisches Schaffen als Ganzes zu hinterfragen und somit zu deligitimieren. Mehr dazu im Gespräch mit dem Ethnologen und Kulturwissenschaftler Prof. Dr. Wolfgang Kaschuba. Er ist Geschäftsführender Direktor des Berliner Instituts für empirische Integrations- und Migrationsforschung der Humboldt-Universität zu Berlin und Vorstandsmitglied der Deutschen UNESCO-Kommission sowie Leiter des Fachausschusses Kultur.

Prof. Dr. Wolfgang Kaschuba über Freiheit von Kunst und Kultur

Freiheit muss der Ausgangspunkt sein

Ein aktueller Bericht der UNESCO dokumentiert den Anstieg von Angriffen und Morden an Journalistinnen und Journalisten sowie den anhaltenden Trend zur weit verbreiteten Straflosigkeit im Berichtszeitraum. Zwischen 2014 und 2018 wurden 495 Journalistinnen und Journalisten getötet, 18 Prozent mehr als im Berichtszeitraum 2009-2013. Zudem bleiben 88 Prozent der Todesfälle weltweit unaufgeklärt. Besonders alarmierend ist die zunehmende Verbreitung von Bedrohungen und Belästigungen online, wovon Frauen besonders stark betroffen sind.

Über die Auswirkungen des Internets auf die Meinungs- und Pressefreiheit haben wir mit Prof. Dr. Wolfgang Schulz, Direktor des Leibniz-Instituts für Medienforschung │ Hans-Bredow-Institut (HBI), gesprochen. Er ist Vorstandsmitglied der Deutschen UNESCO-Kommission sowie Vorsitzender des Fachausschusses Information und Kommunikation.

Prof. Dr. Wolfgang Schulz über Presse- und Meinungsfreiheit

Kein Grund zum Ausruhen

Zum Abschluss der bundesweiten Kampagne „Freiheit ist unser System. Gemeinsam für die Wissenschaft“ der Allianz der Wissenschaftsorganisationen betonte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bei seiner Rede am 26. September 2019 im Futurium Berlin, wie wichtig der Schutz einer freien Wissenschaft sei. In Zeiten, in denen wissenschaftliche Erkenntnisse zunehmend angezweifelt würden, müssten Politik und auch die Wissenschaft selbst, um das Vertrauen der Gesellschaft werben.

Die UNESCO stärkt weltweit Forschung und Lehre im Spannungsfeld zwischen Wissenschaftsfreiheit und gesellschaftlicher Verantwortung. Sie unterstützt Entwicklungsländer beim Aufbau einer Forschungsinfrastruktur und fördert die internationale Zusammenarbeit. Mit der UNESCO-Empfehlung für Wissenschaft und wissenschaftliche Forscher, der Empfehlung über die Stellung der Hochschullehrer/innen und der Erklärung über die Wissenschaft und die Anwendung wissenschaftlicher Kenntnisse hat die UNESCO die wichtigsten UN-Dokumente zur Wissenschaftsfreiheit geschaffen. Neben Zielen und Wertesystemen für die Wissenschaft, enthalten die Dokumente auch Normen, wie die Wissenschaftsfreiheit unterstützt und geschützt werden muss.

Im Jahr 2017 verabschiedete die Deutsche UNESCO-Kommission auf ihrer Mitgliederversammlung die Resolution Wissenschaftsfreiheit weltweit, in der sie zu einem konsequenten Einsatz für Wissenschaftsfreiheit aufruft.

Resolution Wissenschaftsfreiheit weltweit

Im Jahr 2017 verabschiedete die Deutsche UNESCO-Kommission auf ihrer Hauptversammlung die Resolution Wissenschaftsfreiheit weltweit, in der sie zu einem konsequenten Einsatz für Wissenschaftsfreiheit aufruft.

Freiheit.Hoch.Drei
Bild Startartikel Freiheit.Hoch.Drei

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Freiheit.Hoch.Drei

Vom Welttag der Pressefreiheit am 3. Mai bis zum Welttag der Menschenrechte am 10. Dezember 2019 geht es unter der Überschrift "Freiheit.Hoch.Drei" um Presse-, Kunst- und Wissenschaftsfreiheit.
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Presse- und Meinungsfreiheit
Flashmob Presse- und Meinungsfreiheit in Namibia

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Presse- und Meinungsfreiheit

Presse- und Meinungsfreiheit sind Grundlage von Wissensgesellschaften. Die UNESCO hat als einzige Sonderorganisation der Vereinten Nationen das Mandat, die Presse- und Meinungsfreiheit zu schützen.
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UNESCO-Welttag der kulturellen Vielfalt am 21. Mai
Bild Welttag Kulturelle Vielfalt 2019

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UNESCO-Welttag der kulturellen Vielfalt am 21. Mai

Am 21. Mai feiert die UNESCO den Welttag der kulturellen Vielfalt für Dialog und Entwicklung. Das öffentliche Bewusstsein für die Bedeutung und den Wert kultureller Vielfalt soll gestärkt werden.

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Wissenschaftsfreiheit
Artikel 5 des Grundgesetzes ist auf einer Glasscheibe zur Spreeseite beim Jakob-Kaiser-Haus des Deutschen Bundestags in Berlin eingraviert.

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Wissenschaftsfreiheit

Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei, so steht es seit nunmehr 70 Jahren im Grundgesetz. Die Freiheit der Ideen, die Vielfalt in wissenschaftlichen Fragestellungen und Herangehensweisen sind unerlässliche Werte, die es zu schützen gilt.

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