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Neues UNESCO Observatorium ermordeter Journalisten

Der Fall des getöteten Journalisten Jamal Kashoggi Anfang Oktober 2018 im Konsulat Saudi-Arabiens im türkischen Instanbul sorgte weltweit für großes Aufsehen. Der gewaltsame Tod von Journalisten ist kein Einzelfall.

Seit dem Fall Kashoggi sind noch im selben Monat drei weitere Ermordungen von Journalisten (in Bulgarien, Mexiko und Pakistan) bekannt geworden. Laut dem Bericht der UNESCO-Generaldirektorin über die Sicherheit von Journalisten und die Gefahr der Straffreiheit wird im Mittel alle vier Tage ein Journalist oder Medienmitarbeiter getötet. Diese Todesfälle zeigen die Risiken, denen viele Journalisten bei der Ausübung ihrer Arbeit ausgesetzt sind. Umso erschreckender sind die neuesten UNESCO-Statistiken, die belegen, dass nur 89 % der Fälle aufgeklärt werden und die Täter somit meist ungestraft bleiben.

Die UNESCO fördert die Presse- und Meinungsfreiheit weltweit und unterstützt den Aufbau unabhängiger und pluralistischer Medien. Am 2. November, dem internationalen Tag zur Beendigung der Straffreiheit für Verbrechen gegen Journalisten, hat die UNESCO dieses Jahr ein Observatorium für getötete Journalisten eingerichtet. Seit dem Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1993 zählt dieses 1.293 Todesfälle, davon mehr als 80 im laufenden Jahr 2018. Die Online-Datenbank mit Suchmöglichkeiten nach Nationalität, Tötungsland, Name, Geschlecht, Medientyp und Beschäftigungsstatus ermöglicht es Journalisten, Forschern und der Öffentlichkeit, nuancierte Informationen über getötete Journalisten zu erhalten. In vielen Fällen stellt die Datenbank auch Dokumente der nationalen Behörden über Gerichtsverfahren zur Verfügung und liefert Informationen über den Stand der Ermittlungen.

Die wichtigsten Aspekte der Arbeit der UNESCO zu ermordeten Journalisten sind im UNESCO Bericht zur Journalistensicherheit 2018 zusammengefasst. Die Länder, in denen sich in den Jahren 2016/17 die meisten Journalistenmorde ereigneten waren Mexiko und Afghanistan. Nach wie vor ist eine überwiegende Mehrheit der ermordeten Journalisten männlich (im Jahr 2017 86 %), der Anteil getöteter weiblicher Journalisten stieg jedoch 2017 mit 14 % auf ein Rekordhoch. Die Mehrzahl der Betroffenen sind Lokaljournalisten aus den Bereichen TV (45 %) und Printmedien (21 %). Nur etwa 45 % der Morde wurde 2017 in Ländern verübt, in denen bewaffnete Konflikte stattfinden. Viele der getöteten Journalisten berichteten zu Themen wie Korruption, illegalem Handel, Schmuggel und politischen Missständen.

#TruthNeverDies - UNESCO-Kampagne für Presse- und Meinungsfreiheit

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Jeden vierten Tag wird weltweit ein Journalist oder eine Journalistin getötet, um ihn oder sie zum Schweigen zu bringen. Teilen Sie ihre Geschichten, um die Erinnerung an sie wach zu halten.

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Seit 2006 weltweit 1.096 Journalisten aufgrund ihrer Arbeit getötet

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Seit 2006 weltweit 1.096 Journalisten aufgrund ihrer Arbeit getötet

2. November: Internationaler Tag gegen die Straflosigkeit für Verbrechen an Journalisten

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