Auf ein Wort

O-Töne aus dem Welterbe - Wattenmeer

Rüdiger Strempel

Rüdiger Strempel
Leiter Gemeinsames Wattenmeersekretariat (Common Wadden Sea Secretariat, CWSS)

Der wirksame Schutz von Welterbestätten sowie die Vermittlung des Welterbegedankens und des außergewöhnlichen universellen Wertes des Welterbes sind nur mit dem engagierten Einsatz der Zuständigen vor Ort sowie auf regionaler und nationaler Ebene möglich. Erfahrene Koordinatoren, Manager, Referenten, Beauftragte und sogenannte Focal Points bilden mit ihren Teams das Herzstück der Aktivitäten an Kultur- und Naturerbestätten. Sie zeigen, dass Welterbe mehr ist als bauliche Substanz, gewachsene Landschaften oder Naturräume – Welterbe ist gelebtes Erbe und tägliche Arbeit.

Aus diesem Grund hat sich die Deutsche UNESCO-Kommission auf die Suche nach O-Tönen aus der vielseitigen Gemeinschaft der mit Welterbe betrauten Expertinnen und Experten in Deutschland begeben und ihnen vier Fragen zu ihrer Arbeit, ihren Erfahrungen und Wünschen gestellt. Diese Kurzinterviews werden im Rahmen einer Porträtserie vorgestellt.

Rüdiger Strempel ist Leiter des Gemeinsamen Wattenmeersekretariats und somit einer der Verantwortlichen für die grenzüberschreitende Welterbestätte Wattenmeer, welche 2009 in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen wurde.

Seit wann betreuen Sie die Welterbestätte Wattenmeer, und welchen Hintergrund bringen Sie mit?

Ich leite das Gemeinsame Wattenmeersekretariat (Common Wadden Sea Secretariat, CWSS) seit Januar 2015. Ich bin Völkerrechtler mit rund zwei Jahrzehnten Erfahrung in internationaler Umweltpolitik, unter anderem auch bei den Vereinten Nationen und vorrangig im Bereich internationaler Meeresschutz.

Bei welcher Einrichtung ist das Management Ihrer Welterbestätte angesiedelt, und was sind Ihre Hauptaufgaben?

Entsprechend der trilateralen Struktur des Welterbes Wattenmeer spielt eine Vielzahl nationaler Akteure der drei Wattenmeerstaaten – sowie im Falle Deutschlands der Bundesländer Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein – beim Management eine Rolle. Die Koordination und Förderung der trilateralen Zusammenarbeit zum Schutz des Wattenmeers obliegt dem CWSS.

Worin sehen Sie die größte Herausforderung bei Ihrer Arbeit?

Herausforderungen ergeben sich aus der Notwendigkeit, den Schutz des Welterbes Wattenmeer und seines außergewöhnlichen universellen Wertes mit den Interessen einer Vielzahl unterschiedlicher Akteure in drei Staaten in Einklang zu bringen und dieses Ziel über geografische und kulturelle Grenzen hinweg zielgruppengerecht zu vermitteln. Im trilateralen Kontext ist es wichtig, zu einer „ganzheitlichen Welterbepolitik“ zu gelangen, die die Finanzierung sowie den Aufbau von Kapazitäten und Kompetenzen gewährleistet. Dies soll unter anderem durch die Einrichtung eines Wattenmeer-Welterbe-Partnerschaftszentrums erleichtert werden, in das auch neue Partner aus Wissenschaft, Wirtschaft, Verbänden, Medien und Zivilgesellschaft einbezogen werden sollen.

Wie arbeiten Sie mit anderen Welterbestätten zusammen, und was würden Sie gerne einmal mit anderen Welterbestätten – oder auch Biosphärenreservaten oder Geoparks – gemeinsam machen?

Wir kooperieren im Rahmen der beiden Programme des UNESCO-Welterbezentrums zu marinen Welterbestätten und zum nachhaltigen Tourismus mit anderen Stätten weltweit. Einen besonders intensiven Austausch gibt es mit der Welterbestätte Banc d’Arguin in Mauretanien, die eine ähnliche Bedeutung für den Vogelzug hat, wie das Wattenemeer. Im Rahmen der Wadden Sea Flyway Initiative besteht zudem eine Zusammenarbeit mit anderen in diesem Kontext relevanten Gebieten Westafrikas. So unterstützen wir etwa Guinea Bissau bei seinem Bemühen um Aufnahme des Bijagós-Archipels in die Welterbeliste. Auch mit den beiden anderen deutschen Naturerbestätten arbeiten wir erfolgreich zusammen und stehen zudem mit zahlreichen Kulturerbestätten im Austausch.

Wattenmeer
Nordfriesisches Wattenmeer von oben

Welterbe in Deutschland

Wattenmeer

Mehr als 10.000 Tier- und Pflanzenarten, 10 bis 12 Millionen durchziehende Zugvögel pro Jahr, die größte Schlick- und Sandwattfläche weltweit – die transnationale Welterbestätte Wattenmeer ist sehr bedeutsam für die weltweite Biodiversität.
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Alte Buchenwälder und Buchenurwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas
Buchenwald im Rosengarten

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Alte Buchenwälder und Buchenurwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas

Die transnationale Welterbestätte Alte Buchenwälder und Buchenurwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas bildet ein außergewöhnliches Beispiel für ungestörte, komplexe Laubwälder der gemäßigten Zone.
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Nachhaltiger Tourismus
Historische Stadt Dubrovnik

Welterbe sein

Nachhaltiger Tourismus

Mit ihrer Einschreibung in die Welterbeliste erlangen die meisten Kultur- und Naturerbestätten einen gesteigerten Bekanntheitsgrad, der sich oftmals in einer Zunahme der Besucherzahlen widerspiegelt. Für die Bevölkerung in und um Welterbestätten bietet der Tourismus oft eine wichtige Einnahmequelle. Gleichzeitig kann jedoch unkontrollierter Tourismus zu einer Bedrohung für das Welterbe werden.
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Grenzüberschreitendes Welterbe
Buchenwald Hainich

Welterbe weltweit

Grenzüberschreitendes Welterbe

Gemeinsam schützen – dies ist die Grundidee der Welterbekonvention von 1972. Nirgendwo sonst wird die internationale Kooperation so gelebt wie in den grenzüberschreitenden und transnationalen Welterbestätten weltweit. Als Vorreiter der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit bieten diese Stätten besondere Herausforderungen und Chancen.
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