Auf ein Wort

O-Töne aus dem Welterbe - Klassisches Weimar

Hellmut Seemann
Präsident der Klassik Stiftung Weimar

Der wirksame Schutz von Welterbestätten sowie die Vermittlung des Welterbegedankens und des außergewöhnlichen universellen Wertes des Welterbes sind nur mit dem engagierten Einsatz der Zuständigen vor Ort sowie auf regionaler und nationaler Ebene möglich. Erfahrene Koordinatoren, Manager, Referenten, Beauftragte und sogenannte Focal Points bilden mit ihren Teams das Herzstück der Aktivitäten an Kultur- und Naturerbestätten. Sie zeigen, dass Welterbe mehr ist als bauliche Substanz, gewachsene Landschaften oder Naturräume – Welterbe ist gelebtes Erbe und tägliche Arbeit.

Aus diesem Grund hat sich die Deutsche UNESCO-Kommission auf die Suche nach O-Tönen aus der vielseitigen Gemeinschaft der mit Welterbe betrauten Expertinnen und Experten in Deutschland begeben und ihnen vier Fragen zu ihrer Arbeit, ihren Erfahrungen und Wünschen gestellt.

Hellmut Seemann ist Präsident der Klassik Stiftung Weimar und somit einer der Verantwortlichen für die Welterbestätte Klassisches Weimar, welche 1998 in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen wurde.

Seit wann betreuen Sie die Welterbestätte Klassisches Weimar und welchen Hintergrund bringen Sie mit?

Als Präsident der Klassik Stiftung Weimar, der der größte Teil des »Klassischen Weimar« anvertraut wurde, unterstütze ich seit 2001 die Vermittlung des Welterbes. Ich habe Jura, aber auch Philosophie und Germanistik studiert, bevor ich die Leitung kultureller Einrichtungen in der Praxis kennenlernte. Der Zusammenhang der Künste und Wissenschaften war mir immer besonders wichtig. Insofern kann man mich einen Generalisten nennen.

Bei welcher Einrichtung ist das Management Ihrer Welterbestätte angesiedelt, und was sind Ihre Hauptaufgaben?

Die Klassik Stiftung Weimar betreut elf Liegenschaften des »Klassischen Weimar«. An der Bewahrung und Vermittlung des Welterbes arbeiten neben den Kolleginnen und Kollegen der Referate Kommunikation und Marketing sowie Forschung und Bildung natürlich auch die Direktion für Schlösser, Gärten und Bauten und die Direktion Museen der Klassik Stiftung mit.

Worin sehen Sie die größte Herausforderung bei Ihrer Arbeit?

Bei der Vielzahl an teilweise unterschiedlichen Aufgaben ist es wichtig, den Gesamtkontext nicht aus den Augen zu verlieren und die Arbeit der Stiftung als einen einheitlichen Komplex zu verstehen und zu gestalten. Die größte Herausforderung besteht darin, nach außen hin zu agieren und unsere Themen immer wieder neu in den Bezug zur heutigen Zeit zu stellen. Kulturelle Bildung und Vermittlung einerseits, Forschung andererseits in radikal sich verändernden kulturellen und wissenschaftlichen Umgebungen sind die wichtigsten Aufgaben.

Wie arbeiten Sie mit anderen Welterbestätten zusammen, und was würden Sie gerne einmal mit anderen Welterbestätten – oder auch Biosphärenreservaten oder Geoparks – gemeinsam machen?

Zahlreiche Kooperationen bestehen mit einer ganzen Reihe von Welterbestätten, so insbesondere mit den Einrichtungen, die sich in der KNK, der Konferenz nationaler Kultureinrichtungen, zusammengeschlossen haben, so unter anderem die Wartburg, das Gartenreich Dessau/Wörlitz und die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten. Mit der Zeche Zollverein und dem Welterbe Istanbul verbindet uns eine Zusammenarbeit im Bereich der kulturellen Bildung, die nach dem Verhältnis von Welterbe und nationaler Identität fragt. Zur Klassik Stiftung gehört auch die Parkhöhle im Park an der Ilm, die Bestandteil eines Nationalen Geotops ist und durch die neben Führungen auch Vorträge stattfinden. Außerdem arbeiten wir bereits eng mit der Bauhaus-Universität Weimar zusammen und möchten die Aspekte der Klassik Stiftung stärker mit den Themen rund um das Bauhaus verbinden.

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