Auf ein Wort

O-Töne aus dem Welterbe - Altstadt von Bamberg

Patricia Alberth

Patricia Alberth
Leiterin Zentrum Welterbe Bamberg

Der wirksame Schutz von Welterbestätten sowie die Vermittlung des Welterbegedankens und des außergewöhnlichen universellen Wertes des Welterbes sind nur mit dem engagierten Einsatz der Zuständigen vor Ort sowie auf regionaler und nationaler Ebene möglich. Erfahrene Koordinatoren, Manager, Referenten, Beauftragte und sogenannte Focal Points bilden mit ihren Teams das Herzstück der Aktivitäten an Kultur- und Naturerbestätten. Sie zeigen, dass Welterbe mehr ist als bauliche Substanz, gewachsene Landschaften oder Naturräume – Welterbe ist gelebtes Erbe und tägliche Arbeit.

Aus diesem Grund hat sich die Deutsche UNESCO-Kommission auf die Suche nach O-Tönen aus der vielseitigen Gemeinschaft der mit Welterbe betrauten Expertinnen und Experten in Deutschland begeben und ihnen vier Fragen zu ihrer Arbeit, ihren Erfahrungen und Wünschen gestellt.

Patricia Alberth ist Leiterin des Zentrums Welterbe Bamberg und somit auf kommunaler Ebene zuständig für die Welterbestätte Altstadt von Bamberg, welche 1993 in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen wurde.

Seit wann betreuen Sie die Welterbestätte Altstadt von Bamberg und welchen Hintergrund bringen Sie mit?

Seit November 2013 leite ich das Zentrum Welterbe Bamberg. Mit nach Bamberg gebracht habe ich acht Jahre Arbeitserfahrung in der UNESCO (im Asien-Pazifik-Büro in Bangkok und im Welterbezentrum in Paris), Expertise aus der Beraterbranche sowie einen Master in World Heritage Studies und einen Bachelor in International Business.

Bei welcher Einrichtung ist das Management Ihrer Welterbestätte angesiedelt, und was sind Ihre Hauptaufgaben?

Das Zentrum Welterbe Bamberg ist eine Stabsstelle des Referats für Bildung, Kultur und Sport der Stadt Bamberg. Das Zentrum Welterbe Bamberg stimmt die Umsetzung der UNESCO-Welterbekonvention vor Ort ab und ist Ansprechpartner für alle Belange rund um das Welterbe.

Worin sehen Sie die größte Herausforderung bei Ihrer Arbeit?

Das Welterbe „Altstadt von Bamberg“ zeichnet sich durch sehr heterogene Besitzverhältnisse und eine Vielzahl engagierter Akteure aus. Hier ist viel Koordinierungsarbeit gefragt. Dabei dürfen wir junge Menschen nicht aus den Augen verlieren.

Wie arbeiten Sie mit anderen Welterbestätten zusammen, und was würden Sie gerne einmal mit anderen Welterbestätten – oder auch Biosphärenreservaten oder Geoparks – gemeinsam machen?

Die Welterbekonvention ist vorrangig ein Instrument der Völkerverständigung und der internationalen Zusammenarbeit. Dementsprechend engagiert sich Bamberg in zahlreichen Netzwerken. Diese reichen vom landesweiten Arbeitskreis Bayerischer Welterbestätten bis hin zur Organisation der Welterbe-Städte (OWHC). Ich mache oft die Erfahrung, dass Welterbe, immaterielles Kulturerbe, Geoparks und andere UNESCO-Konventionen und -Programme verwechselt werden. Gemeinsam könnte man anhand konkreter Beispiele die Ähnlichkeiten und Unterschiede herausarbeiten und dadurch für den einen oder anderen AHA-Effekt sorgen.

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Welterbe erfahren und besuchen

Den Ausgangspunkt jeglicher Welterbevermittlung bilden die Welterbestätten selbst. Durch die Erfahrung außergewöhnlicher Natur, ihrer biologischen Vielfalt und der in ihr sichtbaren Entwicklungsgeschichte der Erde, und die Erkundung von meisterhaften Bauwerken, Kulturlandschaften sowie von historischen Bauzeugnissen gesellschaftlicher Entwicklungen wird eine höhere Wertschätzung angestrebt.
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